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Thomas Gehrig
www.klassik.com, December 2010

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Seit seiner Gründung anno 1981 hat sich das Chamber Orchestra of Europe in die vorderste Reihe der weltweit führenden Orchester gespielt und ist mit zahlreichen Preisen und Ehrungen dekoriert worden. Auf dieser DVD ist der Live-Mitschnitt eines Konzerts aus dem Jahr 2008 in der Pariser Cité de la Musique unter der Leitung von Vladimir Ashkenazy festgehalten. Außerdem mit von der Partie: der Geiger Valeriy Sokolov. Den wiederum hatte filmisch schon 2006 Bruno Monsaingeon porträtiert, der auch bei dieser Produktion für das Label Idéale Audience Regie geführt hat.

Nicht selten geschieht es, dass Pianisten von außergewöhnlichem Rang entweder parallel zu ihrer bisherigen Karriere oder mit deren radikalem Bruch eine Kapellmeisterlaufbahn einschlagen. Nicht immer zeitigt eine solche Entscheidung die erlesensten Früchte, im Fall von Vladimir Ashkenazy ist das Ergebnis—jedenfalls an diesem Abend—ambivalent. Doch der Reihe nach: Deutsches und Skandinavisches steht auf dem Programm, mit durchaus fein geschärftem Klangsinn tastet er zu Beginn die Partitur von Sibelius‘ selten gespielter Suite ‘Rakastava’ ab und formt darin besonders im Mittelteil aussagekräftige programmusikalische Konturen.

Zum literarischen Standard im Konzertsaal und im Repertoire der Geigenliteratur gehört dagegen Sibelius‘ Violinkonzert op. 47. Bereits in dessen erstem Satz wird offenbar, wie ungewöhnlich gereift Sokolov für sein Alter von erst 24 Jahren ist. Von technischen Fähigkeiten braucht man bei ihm nicht erst zu reden, das eigentlich Erstaunliche ist, mit welch zwingender Überzeugungskraft er musikalische Proportionen ausbalanciert. Sein Ton reicht von schroffer, kantiger Artikulation bis hin zu warmen Kantilenen—beide Aspekte setzt er mit treffsicherer Intuition ein, und egal, zu welchem Stilmittel er greift: sein Spiel wirkt stets unmittelbar und authentisch. Merklich kommt Ashkenazy dabei seine große eigene solistische Erfahrung zugute, sein Dirigat zwängt Sokolov nicht in ein starres Korsett, sondern lässt ihm flexiblen Spielraum für Spontaneität.

Schumanns Zweite Sinfonie op. 61 (entstehungsgeschichtlich eigentlich seine dritte Sinfonie) betrachtet Ashkenazy im zweiten Teil dagegen aus einem auffallend nüchternen Blickwinkel. In den ersten beiden Sätzen wäre weit mehr Spielraum für die leidenschaftlichen  Gefühlsausbrüche eines Florestan, ohne für eine übertriebene Romantisierung plädieren zu wollen; seine musikalische Linienführung wirkt hier etwas bieder. Weitreichendere Spannungsbögen werden zwischenzeitlich im ‘Adagio’ gespannt, im Schlusssatz deckelt Ashkenazy das eigentlich so reichhaltige Klangpotenzial des Ensembles nach oben wie unten allerdings wiederum zu stark. Die fehlenden Emotionen können leider auch Monsaingeons ausdrucksstarke Regiebilder nicht ersetzen.






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7:18:17 PM, 30 July 2014
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