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Andreas Friesenhagen
Fono Forum, March 2010

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Tobias Pfleger
www.klassik.com, January 2010

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert:
Booklet:

In Adam Fischers Zyklus der Mozart-Sinfonien liegt nunmehr die vierte Folge vor: Nicht nur, weil die hier aufgenommenen vier Sinfonien aus dem Jahr 1771 unter dem Titel ‚Vol. 4 zusammengestellt sind, sondern weil es sich tatsächlich um die vierte SACD in dieser Serie handelt. (Die Zählung der Folgen orientiert sich an der Entstehungszeit der Sinfonien, nicht an der Reihenfolge der Veröffentlichung; Vol. 5 wurde als erste veröffentlicht, dann folgten Vol. 6 und 7.) Konnte vor allem die sechste Folge aus dem Jahr 2007 durch eine hoch differenzierte orchestrale Gestaltung für sich einnehmen, so kündigten sich schon in der nächsten Einspielung einige Marotten an, die mit der vorliegenden Aufnahme immer deutlicher werden, etwa eine über die Maßen spitze und heftige Staccato-Artikulation der hohen Streicher. Wurde diese Eigenart der Tongebung in der letzten Folge noch abgefedert von der etwas halligen Akustik des Konzertsaals des Dänischen Rundfunks, so kommt diese Klangcharakteristik nun insofern deutlicher zum Tragen, als diese SACD in einem Studio des neuen Gebäudekomplexes des Dänischen Rundfunks mit trockener Akustik aufgenommen wurde.
Vier Sinfonien aus dem 1771 legte der ungarische Dirigent Adam Fischer dem Dänischen Nationalen Kammerorchester aufs Pult: die G-Dur-Sinfonie Nr. 12 (KV 110), die Sinfonie C-Dur (KV 96), die F-Dur-Sinfonie Nr. 13 (KV 112) und zum Schluss Mozarts Sinfonie A-Dur Nr. 14 (KV 114). Die viersätzigen Werke lässt Fischer mit allen Wiederholungen spielen, was den knappen Sonatensätzen gut bekommt, in manchem ‘Andante’-Satz aber nicht in solcher Konsequenz nötig gewesen wäre. Die Dialogwirkungen der antiphonisch aufgestellten Geigen werden in den Menuett-Trios durch die Reduzierung des Streicherkörpers auf einen Spieler pro Stimme unterstützt. Musiziert wird auf modernem Instrumentarium. Soviel zu den äußeren Charakteristika.

Adam Fischer zeigt sich hier einmal mehr als ein versierter Modellierer des Orchesterklangs. Nicht nur die Balance der Stimmen ist durchweg sehr gut gelungen, auch die Handhabung der orchestralen Kräfte zum Zweck einer musikalischen Dramaturgie—und zuweilen fulminanten Steigerungspassagen, z.B. in den Finalsätzen—beherrscht Fischer auf überzeugende Weise.

Die Musik ist hier nicht nur flott, bisweilen sogar richtig fetzig; sie entwickelt vor allem deswegen eine solche Sogwirkung, weil Fischer stets auf ein Ziel hin musizieren lässt, meist unterfüttert mit dem Schwung, der sich aus unterschiedlichen metrischen Schwerpunktbildungen ergibt. Das verleiht etwa den Ecksätzen der F-Dur-Sinfonie ungestüme Energie, deren ländliche Derbheit durch manch rustikale Betonung verstärkt wird. Vor allem aber die A-Dur-Sinfonie erscheint als Höhepunkt dieser Zusammenstellung, weil hier unterschiedliche Bewegungsformen, das rhythmisch Prägnante neben dem melodisch Milden, gleich überzeugend transportiert werden: Die konträren musikalischen Charaktere werden aufs Schärfste herausgearbeitet. Auch die dynamische Schattierung lässt nur wenige Wünsche offen: In Relation zu anderen Interpretationen keine, in Relation zu Fischers vorhergehenden Aufnahmen zumindest einige, weil die hoch subtile Differenzierung hier einem etwas flächigeren Zugriff gewichen ist.

Eine Stärke von Adam Fischers Interpretationen ist die konsequente Darstellung von Kontrasten in melodischer, rhythmischer, dynamischer Hinsicht—vor allem aber in artikulatorischer. Nach wunderbar feinen Legato-Strichen lässt Fischer die Streicher des Dänischen Nationalen Kammerorchesters um des Kontrastes willen mit solcher Heftigkeit und Barschheit (hörbar nahe am Frosch) in die Saiten gehen, dass dem Klangresultat nicht selten eher perkussiver Charakter eignet denn melodischer. Freilich, manchmal wird dies als atemberaubender Effekt eingesetzt, etwa im Kopfsatz der F-Dur-Sinfonie, wo die Piano-Einschübe fast col legno erklingen, ein frappierender Effekt. Wo aber sich eine Melodielinie aufschwingt, um dann in mehr gehackten denn gestrichenen Vierteilnoten ihren Höhepunkt zu erreichen, schlägt die scharfe Gegenüberstellung von weichen Bögen und Staccati in ein Extrem um. Dass die Geigen auch sehr feinsinnig zu Werke gehen können, zeigt sich etwa in dem con sordino gespielten ‘Andante’ der F-Dur-Sinfonie mit seinen dynamischen Gegenbetonungen (Forte auf unbetonter Zählzeit, Piano auf betonter). Das wird von den Streichern des Kammerorchesters mit äußerster Delikatesse zum Klingen gebracht, und gerade in den langsamen Sätzen ließen sich noch weitere positive Beispiele beibringen. Auch die Bläser leisten erstklassige Arbeit, allen voran die präsenten und mit Impetus agierenden Hörner.

Wenn also diese Folge im Gesamten weniger hinzureißen vermag als die früheren, dann vor allem wegen der übertrieben forcierten Artikulation der hohen Streicher. Auch wenn dadurch von Fischer Kontrastwirkungen erzielt werden, die über das gängige Maß weit hinausreichen und ein Mozart-Bild weitab aller graziösen Betulichkeit gezeichnet wird, wirken diese Effekte doch einseitig überzogen. So faszinierend und expressiv das Umfeld auch musikalisch gestaltet ist.





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11:36:23 PM, 11 July 2014
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