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Prof. Kurt Witterst├Ątter
www.klassik.com, February 2010

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert:
Booklet:

Dem deutschen Dirigenten Wilhelm Furtwängler, der zwischen Arthur Nikisch und Herbert von Karajan die Berliner Philharmoniker leitete, haftet ein mystischer Ruf für ungemein suggestives Orchesterspiel von höchster Intensität unter seiner Direktion an. Unglücklich für die Musikwelt war nur, dass die Stereo-Aufnahmetechnik bei seinem Tod im Jahre 1954 noch nicht verfügbar war. Furtwängler entzog sich der Schallplattenaufnahme jedoch nicht, wenn auch mangels genügender Studioaufnahmen viele Konzertmitschnitte geprägt werden mussten. An originären Platteneinspielungen ist man auf ältere Mono-Aufnahmen angewiesen. Die Naxos-Historical-Serie bringt jetzt in ihrer CD-Reihe ‚Great Conductors’ als Nummer vier der ‚Early Recordings’ von Furtwängler eine Produktion mit älteren Einspielungen Furtwänglers mit den Berliner Philharmonikern mit Werken von Brahms, Wagner, Richard Strauss und Johann Strauß aus den Jahren 1930 bis 1936 heraus. Die historischen Umstände beleuchtet das Textheft leider nur in englischer Sprache.

Die in der seinerzeitigen Berliner Hochschule für Musik gemachten Aufnahmen sind entsprechend der damaligen Plattendauer allesamt kürzere Stücke. Das Längste ist der viertelstündige ‘Till Eulenspiegel’ von Richard Strauss. Doch auch bei den kurzen Nummern wird Furtwänglers Dirigierstil deutlich. Da ist sein streng durchgehaltener, eng gebundener, ‚singender’ Legatostil zu bewundern. Den ruhigen Passagen von Wagners ‘Lohengrin’-Vorspiel bekommt dieser fließend-leuchtende Musizierstil besonders. Bei diesen technisch recht klangrund überarbeiteten Aufnahmen muss man natürlich einige schwankende Tonhöhen wie einige rauschende Nebengeräusche in Kauf nehmen.

Furtwänglers zweite Tugend neben seinem fließenden Legatostil war sein stetig steigernder dramatischer Atem. Der kommt vor allem der Aufnahme des unaufhaltsam mitreißend gesteigerten ‚Liebestodes’ (ohne Singstimme) aus Wagners ‘Tristan und Isolde’ zugute. Furtwänglers Duktus mit den schwelgend aufblühenden Streichern der Berliner Philharmoniker ist bei aller Zartheit des orchestralen Gewebes von einem unablässigen Crescendo durchweht. Auch im ‘Till Eulenspiegel’ erzielt Furtwängler bei allem gezielt Anekdotischen, dessen Effekte die damalige Tontechnik noch vergröberte, im Lyrischen eine bestrickende Beredtheit und im Dramatischen umwerfende Wucht. Federnd laufen Accelerandi an, impulsiv werden die Marschauftritte gesteigert. Plastische Dramatik obwaltet auch im Trauermarsch aus Wagners ‘Götterdämmerung’: Harschen Akkord-Attacken sind strahlkräftig ausgespielte Verklärungsklänge gegenüber gestellt.

Betonte Gegenbewegungen machen aus zwei Ungarischen Tänzen von Brahms (Nr. 1 und 10) mehr als gefällige Ohrwürmer. Auch die ‘Fledermaus’-Ouvertüre von Johann Strauß ist mehr als ein Schmankerl: Biegsamkeit, Transparenz, geraffte Entwicklungen, fast trotziger Schwung, aber auch liebevolle Zartheit und rasanter Schmiss stehen für eine sinfonische Ausarbeitung.






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1:04:59 AM, 29 December 2014
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