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Fono Forum, February 2009

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GW
Pizzicato, January 2009

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Stefan Drees
www.klassik.com, December 2008

Mit seinem bei Naxos veröffentlichten Zyklus mit Kompositionen Arnold Schönbergs hat sich der amerikanische Dirigent Robert Craft in den vergangenen Jahren als bedeutender und vor allem kluger Interpret der oftmals sperrigen Werke erwiesen. Die neueste CD der ‚Robert Craft Collection’ vereinigt sechs zum Teil sehr heterogene Werke, sämtliche während der amerikanischen Exilzeit des Komponisten entstanden, wirkt aber als einzelne Veröffentlichung—ohne den wohl mitzudenkenden Kontext der gesamten Schönberg-Reihe—in ihrer Zusammenstellung ein wenig konzeptlos. Dennoch lohnt sich der Griff zu dieser Scheibe, denn sie weist einige starke Momente auf und belegt nicht zuletzt durch die hellsichtigen, wenn auch nur in englischer Sprache abgedruckten Booklet-Kommentare des Dirigenten, welche hohes Maß an Verständnis hier der Musik entgegen gebracht wird.

Als schwächste Stücke erscheinen mir hier die Kompositionen mit Chorbeteiligung, nämlich das 'Präludium zu einer Genesis-Suite' für gemischten Chor und Orchester op. 44 (1945), das Chorwerk 'Dreimal tausend Jahre' op. 50A (1949) und die Psalmvertonung 'De profundis' für sechsstimmigen Chor op. 50B (1950). In den beiden a-cappella-Werken setzt Craft auf den volltönenden Stimmklang der Simon Joly Chorale, den er auch beim Kontrast zwischen Sprech- und Singstimmen aufrechterhält, was aber im Gegenzug zu einem leichten Verlust von Klarheit bei der Darstellung polyphoner Strukturen führt. Op. 44 erweist sich darüber hinaus manchmal gar ein wenig undurchdringlich im Klang und wirkt auch in der Realisierung durch das Philharmonia Orchestra nicht ganz konzentriert.

Klanglich bissig ist dagegen die Umsetzung von 'A Survivor from Warshaw' für Sprecher, Männerchor und Orchester op. 46 (1947) geraten, die orchestralen Farben sind prägnant, fast sachlich in den Raum gesetzt, das Klangbild ist klar, auch wenn am Ende der Männerchor mit seiner Präsenz ein wenig zu stark in den Vordergrund rückt. David Wilson-Johnson agiert als Sprecher im Hinblick auf die Verwendung stimmlichen Ausdrucks überzeugend und nuanciert, lässt jedoch bei den deutschen Textpassagen leichte Aussprachedefizite erkennen, durch welche die entsprechenden Inhalte eine Spur zu harmlos geraten. In der 'Ode to Napoleon Buonaparte' für Streichquartett, Klavier und Rezitator op. 41 (1942) dagegen erweist er sich als mitreißend und stellt seine große stimmliche Differenzierungsfähigkeit unter Beweis. Die Musiker—es spielen das Fred Sherry Quartet und Jeremy Denk (Klavier)—spielen genau, drängend und mit einem leichten Anteil an klanglicher Schärfe, der dem Stück eine ganz eigene Atmosphäre verleiht. Die ‚Ode’ ist zudem auch klanglich besser eingefangen als die Chorwerke, denn sie führt den Hörer sehr nah an die Besetzung heran und vermittelt trotzdem den Anschein eines räumlichen Klangs.

Ein weiterer Höhepunkt ist Schönbergs Violinkonzert op. 36 (1934–36), das hier—als Wiederauflage einer zuvor schon bei Koch International Classics veröffentlichten Aufnahme—von dem Geiger Rolf Schulte interpretiert wird. Die Umsetzung ist nicht nur spieltechnisch brillant, sondern schon aufgrund der überzeugenden Konzeption um Längen besser als jene übermäßig hoch gelobte Aufnahme, die Hilary Hahn zu Beginn dieses Jahres abgeliefert hat. Man spürt förmlich, dass Schulte mit jeder Phrase ein Ziel verfolgt, sich über die Gestaltung der melodischen Gesten und deren Bedeutung innerhalb des Ganzen im Klaren ist, dabei immer unterstützt von dem durch Craft profiliert und mit Hang zur Dramatik ausgearbeiten Orchesterpart. Zwar könnte der von Beginn an nervöse, rasch und eng vibrierende Violinton insgesamt mehr Wandlungsfähigkeit vertragen; doch kompensiert Schulte dieses leichte Manko durch einen ständigen Wechsel der Interpretationshaltung, angesiedelt zwischen Deklamatorik und expressiver Formulierung des Violinparts, mit dem er den Hörer förmlich an die Hand nimmt und durch das Werk geleitet, ohne dass dieser sich darin verirrt—und das verdient große Bewunderung.

Interpretation: 4 Stars
Klangqualität: 4 Stars
Repertoirewert: 4 Stars
Booklet: 3 Stars






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12:01:39 AM, 1 August 2014
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