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Christian Vitalis
www.klassik.com, October 2009

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert:
Booklet:

Wenn man eine ‚Edition’ ins Leben ruft, könnte es hilfreich sein, ihren Umfang mitzuteilen oder das, was sie ausmacht. Bei der ‚Grieg Edition’ des Labels Naxos ist die Informationspolitik etwas mau; das Label hat ja nun schon massig ‚editionsfreie’ Grieg-Platten auf den Markt geworfen (allein das Gesamtwerk für Klavier), und dass die hier vorliegende zweite Folge mit—zudem von fremder Hand—orchestrierten Klavierstücken eher Randrepertoire enthält, muss ebenfalls verwundern. Offenbar geht es um eine (Neu-)Einspielung der Orchesterwerke—feste Größe der Edition ist neben dem Komponisten der Dirigent Bjarte Engeset. Da Griegs Orchesterschaffen nicht umfangreich ist, erklärt sich auch das Auftauchen solch ‚dezentralen’ Repertoires zu so früher Zeit. Die hier zu besprechende Folge erschien übrigens bereits vor einigen Jahren (2007, aufgenommen sogar schon 2005); mittlerweile sind bereits weitere Folgen auf dem Markt.

Eher unbekannte Stücke

Die orchestrierten Stücke gehören wohl auch im Original nicht unbedingt zu den bekanntesten Klavierstücken Griegs—von den berühmten Heften ‚lyrischer Stücke’ beispielsweise ist nur ein einziges vertreten (‘Glockenläuten’ op. 54 Nr. 6). Auch die Bearbeiter sind eher unbekannt—wohl mit Ausnahme von Johan Halvorsen, neben Grieg der wohl bedeutendste norwegische Komponist seiner Zeit, der sich den ‘Trauermarsch in Gedenken an Rikard Nordraak’ (EG 107) und die ‘Brautprozession’ aus ‘Folkelivsbilleder’ op. 19 vorgenommen hat—die Hauptwerke der CD sind aber andere, nämlich: die dreisätzige Orchestersuite ‘Slatter’ op. 72 (arr. Oistein Sommerfeldt), die drei ‘Norwegischen Tänze’ op. 35 (arr. Hans Sitt) und—last but not least—die ausladende ‘Ballade’ op. 24, die Geirr Tveitt in ein bezauberndes Klanggewand gehüllt hat. Das anfangs erwähnte lyrische Stück hat übrigens Anton Seild in Zusammenarbeit mit dem Komponisten orchestriert.

Aquarelle

Es ist erstaunlich, wie luftig und duftig und mit welchem Farbreichtum, ja mit welcher Raffinesse hier orchestriert wurde. Sieht man von den pathetischeren Tönen im Trauermarsch und den etwas deftigeren Klangwirkungen der ‚Norwegischen Tänze’ ab, hören wir hier fast durchgängig ein solistisch aufgefächertes Orchester, das zu differenziertesten Farbabstufungen fähig ist. Keine romantischen Ölschinken also, sondern Aquarelle in zarten, transparenten Farben. Insbesondere die ‘Ballade’, die geradezu als Musterbeispiel für geschickte und abwechslungsreiche Instrumentierung angesehen werden kann, und die ‘Slatter’, denen man die gründliche Beschäftigung des Bearbeiters mit den Originalen anhört, sind hier zu nennen—es offenbart sich in aller Deutlichkeit, dass Orchestrierung nicht bloß Handwerk ist (und bisweilen in fremde Hände gegeben wurde), sondern zum Kunstwerk dazugehört. Erstaunlich, welch Schätze hier zu entdecken sind—zum Teil liegen die Werke sogar in Ersteinspielungen vor (ausgerechnet die Highlights ‘Slatter’ und ‘Ballade’)! Dass diese Produktion so begeistert, ist natürlich auch der hervorragenden Leistung des Royal Scottish National Orchestra geschuldet, das Bjarte Engesets Vorstellungen präzise umsetzt; hier überzeugen alle Instrumentengruppen gleichermaßen, das Zusammenspiel ist perfekt. Auch die gute Klangqualität, die vielleicht in Klangballungen etwas unter Trockenheit leidet, grundsätzlich aber einen natürlichen und wohl balancierten Klang präsentiert, trägt dazu bei. Nicht nur für die Ersteinspielungen ist das die (neue) Referenz.

Neue Qualität

Der Vergleich mit der Malerei ist im vorliegenden Fall auch aus anderer Sicht relevant: Seit eh und je findet sich auf dem Gros der Naxos-Covers die Reproduktion eines Gemäldes. Hier hat man sich mit Nikolai Astrup ganz bewusst für einen norwegischen Maler entschieden; findet sich sonst nur der Bildnachweis auf der Coverrückseite, wird dem Leben des Malers hier im Booklet eine ganze Seite gewidmet. So gewinnt diese Edition eine neue, weiterführende Qualität; dass dieser Abriss sowie die musikalische Einführung aus der Feder des Dirigenten nur in englischer Sprache vorliegen, mag man angesichts der Tatsache, dass hier ein für Labelverhältnisse ungewöhnlich umfangreicher Text gewährt wurde, verzeihen.






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3:18:38 AM, 11 July 2014
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