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Stefan Drees
www.klassik.com, March 2009

Die historische Stellung des französischen Geigers und Komponisten Pierre Rode (1774–1830) ist unbestritten, hat er doch mit seinen Werken die Entwicklung des Instrumentalkonzerts im 19. Jahrhundert in stilistischer wie spieltechnischer Hinsicht entscheidend beeinflusst. Während er von den Zeitgenossen hoch geschätzt wurde—Louis Spohr hat seine Werke besonders in den frühen Jahren seiner Karriere häufig aufgeführt, und das Violinkonzert Nr. 7 a-Moll op. 9 (1803) gehörte zu den wenigen fremden Werken, die Niccolò Paganini überhaupt jemals bei seinen Auftritten zu spielen pflegte—, wird sein Schaffen gegenwärtig kaum gepflegt oder ist auf die ‚24 Caprices’ für Violine solo verkürzt, die bis heute sich als bedeutsames Unterrichtswerk gehalten haben. Umso erfreulicher ist die Einspielung dreier Violinkonzerte bei Naxos zu veranschlagen, die neben dem erwähnten a-Moll-Konzert auch das zwischen 1804 und 1808 entstandene Konzert Nr. 10 h-Moll op. 19 sowie das posthum erschienene Konzert Nr. 13 fis-Moll/A-Dur umfasst.

Der Geiger Friedemann Eichhorn, der hier vom SWR-Radiosinfonieorchester Kaiserslautern unter Leitung Nicolás Pasquet begleitet wird, erweist sich als exzellente Wahl für diese Produktion. Grundsätzlich fasst er die Werke als zutiefst romantisch auf und gestaltet sie aus dem Geist des 19. Jahrhunderts mit vollem, wohltönenden und abwechslungsreich geformtem Klang—besonders schön ist in dieser Hinsicht etwa der Mittelsatz des Konzerts Nr. 13 gestaltet—, verbunden mit untrüglicher Sicherheit im Umgang mit den technischen Schwierigkeiten. Eichhorns sorgfältige Wiedergabe reißt mit und wirkt sehr schlüssig, obgleich er sich in den Kopfsätzen manchmal durchaus noch mehr Zeit für die solistischen Erkundungsgänge, für die Gestaltung von Fermaten, Zäsuren, Übergängen oder Phrasenenden hätte nehmen können. Gerade weil sich der Geiger den Werken aus der romantischen Perspektive nähert, hätte vielleicht etwas zusätzliche Agogik nicht geschadet, um den Solopart an einigen Stellen geschmeidiger zu machen, so wie dies etwa im Finalsatz von op. 9 oder auch an einigen Stellen aus dem Kopfsatz von op. 19 ohnehin sehr gut realisiert ist.

Besonders der Orchesterpart ließe sich—obgleich er viele schöner Stellen aufweist und durch das homogene Erscheinungsbild des Klangkörpers für sich einnimmt—bei der Wiedergabe der Begleitschicht noch feinfühliger denken. An manchen Stellen hätte Pasquet hier mehr herauszuholen können: mehr Transparenz im Klang vor allem in den zarten Mittelsätzen, mehr Flexibilität beim Umgang mit Begleitfiguren und -akkorden und manchmal auch, wie etwa in der Orchesterexposition des a-Moll-Konzerts, einen dynamisch ausgefeilteren Spannungsaufbau. Trotz dieser kleinen Einwände ist die Aufnahme aber auf einem sehr hohen Niveau angesiedelt und für Freunde des Violinkonzerts unbedingt empfehlenswert. Und dazu tragen Eichhorns packender Zugriff und fanasievoller Umgang mit den Werken ganz wesentlich bei. Es wäre sehr zu wünschen, wenn der Geiger dieser Einspielung weitere Konzerte Rodes auf vergleichbar hohem interpretatorischem Niveau folgen ließe.






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5:44:21 AM, 24 October 2014
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