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Raoul Mörchen
Rondo, February 2010

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Michael Loos
www.klassik.com, February 2009

Als Violinist, Komponist und Pädagoge genoss Louis Spohr (1784–1859) zu Lebzeiten hohes Ansehen. Obwohl er Musik fast aller Gattungen komponiert hatte, waren es doch vor allem seine Violinkonzerte, die ihm zu Ruhm verhalfen und sich am längsten im Repertoire halten konnten. Selbstverständlich führte Spohr seine eigenen Konzerte häufig auf, und weil das Publikum neue Werke hören wollte, produzierte er fast am Fließband: 15 Stück waren es schließlich. Ein einziges, das achte Konzert in a-Moll op. 47 mit dem Untertitel ‘in modo di scena cantante’, wird gelegentlich noch gespielt—eine traurige Bilanz angesichts der individuellen Vielfalt dieser Werke. Zwar existieren gewissen Qualitätsschwankungen, doch zumindest das dritte, sechste und elfte Konzert können sich mit der berühmten ‘Gesangsszene’ messen. Auf dieser CD befinden sich die Konzerte Nummer sechs, acht und elf. Simone Lamsma ist die Solistin, Patrick Gallois leitet die Sinfonia Finlandia aus der Stadt Jyväskylä.

Spohr war insofern ein traditioneller Komponist, als die Vorherrschaft der Violine in seinen Konzerten stets gewahrt bleibt. Dies schließt eine differenzierte Orchesterschreibweise nicht aus, doch von einem ‘symphonischen Konzert’, wie es sich später bei Beethoven und Brahms herauskristallisieren sollte, kann bei Spohr keine Rede sein. Formal wandelte er die bewährte Dreisätzigkeit hingegen vielfältig ab, zumal im achten Konzert, das praktisch aus einem durchlaufenden Satz besteht. Wie man es von einem exzellenten Violinisten erwartet, ist der Solopart in allen drei Konzerten dankbar und eingängig geschrieben—zudem fällt die Kompaktheit auf: Das sechste und zehnte Konzert dauern je 26 Minuten, die ‘Gesangsszene’ sogar nur 19 Minuten.
Reichlich Gelegenheit zur Entfaltung bieten also alle drei Konzerte, und Lamsma lässt sich hierzu nicht zweimal bitten. Von ihrem ersten Eintritt im sechsten Konzert an wird klar: Die junge holländische Geigerin findet die goldene Mitte zwischen technischer Brillanz (die natürlich gezeigt werden soll) und gesanglichen Momenten, die in Spohrs Werken ebenso wichtig sind. Der Titel des achten Konzertes verdeutlicht dies, doch auch in den beiden anderen Werken dominieren Melodielinien. Lamsma lässt ihr geigerisches Können dort aufblitzen, wo es verlangt wird, vor allem in den Finalsätzen. Sonst kann sich die Solistin auch einmal zurücknehmen und den exzellenten Holzbläsern des Orchesters den Vortritt lassen, etwa im Adagio des elften Konzertes. Hier und da machen sich bei den Musikern zwar minimale Unsauberkeiten bemerkbar, doch die Gesamtleistung ist sehr beachtlich—gewiss ein Beleg für die erstklassige Musikpflege auch in kleineren finnischen Städten.

Klanglich befinden sich die Aufnahmen ebenfalls im grünen Bereich, die Violine wurde so weit hervorgehoben, wie es für ein Solokonzert angemessen ist. So bleibt es letztlich dem Geschmack des Hörers überlassen, ob er Spohrs Werke als altmodisch und überholt empfinden will, wie es das Publikum spätestens nach dem Zweiten Weltkrieg getan hat. Keine Frage, im Vergleich zu den Glanzstücken eines Brahms oder Tschaikowsky wirkt Spohrs Melodieseligkeit etwas bieder. Als Ausdruck eines Epochenwechsels (zwischen Klassik und Romantik) stehen die Konzerte aber durchaus auf der Höhe ihrer Zeit und sprechen so den Musikliebhaber an, der das (bisweilen sehr harte) Selektionsverfahren der Musikgeschichte kritisch überprüfen will. Wenn Spohrs Oeuvre auch kaum wieder seinen Ruhm zu Lebzeiten erreichen wird, verdienen doch einige seiner besten Werke zweifelsohne mehr Gehör—darunter diese drei Violinkonzerte. Lamsma, Gallois und die Sinfonia Finlandia leisten hierzu einen wertvollen Beitrag.





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8:44:10 AM, 25 October 2014
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