Classical Music Home

The World's Leading Classical Music Group

Email Password  
Not a subscriber yet?
Keyword Search
in
 
 Classical Music Home > Naxos Album Reviews

Album Reviews



 
See latest reviews of other albums...

Christina Humenberger
Das Orchester, May 2009

Eines der Mysterien der daran nicht gerade armen Musikgeschichte rankt sich um das immer wieder verblüffende Entdecken „verschollener“ Kompositionen, die nach ihrer Uraufführung oder sogar einiger Zeit der Beliebtheit aus mitunter nebulösen Gründen gänzlich in Vergessenheit gerieten. Mit zu diesem Faktum beigetragen hat natürlich auch die musikhistorisch lange Zeit gebräuchliche Praxis, jeweils das Neueste zu spielen und sich nicht klanglich rückwärts zu orientieren. Auch sind die „Gelegenheitskompositionen“ oder Gebrauchsmusiken Legion: nicht immer das qualitätvollste Beispiel vollendeter Tonkunst, sondern vielmehr häufig ein Abbild von wechselnden Moden, Fertig- und Besetzungsmöglichkeiten.

Aber manchmal blitzen aus den Tiefen der Musikgeschichte auch Kleinodien hervor, die es gewissermaßen „verdient“ hätten, ihren festen Platz im Konzertrepertoire einzunehmen. So gelang es dem Flötisten Bruno Meier, mit der vorliegenden Weltersteinspielung von Flötenkonzerten aus Klassik und Romantik nicht nur das Flötenrepertoire im Bereich der virtuosen Spielarten zu erweitern, sondern durch seine sorgfältige Recherche und behutsame Einrichtung des Aufführungsmaterials auch für hoffentlich weitere Aufführungen zugänglich zu machen.

Mit der CD “Deutsche Flötenkonzerte” gibt Meier gemeinsam mit dem Prager Kammerorchester unter der Leitung von Antonin Hradil einen musikalisch höchst spannenden Einblick in das kompositorische Schaffen von Peter von Winter, Franz Lachner und Antonio Rosetti. So kann der geneigte Hörer staunen, mit welch geradezu opernhaftem Zugriff etwa von Winter den Vorhang für die virtuos ein- und von Meier brillant in Szene gesetzte Querflöte öffnet. In bisweilen unerwartet schillernder harmonischer Verquickung entsteht hier trotz kleiner kompositorischer Schwächen ein großer Wurf, der allerdings im orchestralen Bereich hinter der Delikatesse des musikalischen Zugriffs des Solisten ein wenig zurücksteht.

Auch Franz Lachner setzt in seinem Flötenkonzert in d-Moll auf den dramatischen—zeitlich romantischen—Gestus, der hier in der vorliegenden Aufnahme klanglich vielleicht am überzeugendsten gelingt. Antonio Rosettis Flötenkonzert Es-Dur zeigt wieder die klassische Dimension in interessanten, der Flöte bestens liegenden Klangfarben und bisweilen längerer kompositorischer Detailverliebtheit, die Meier im orchestralen Dialog aber spannungsvoll und feinnervig interpretiert und auffängt. Die Musiker legen eine insgesamt hochinteressante Einspielung wertvoller Flötenkonzerte vor, die nicht nur für Flötisten eine Bereicherung ist!



ge
Pizzicato, January 2009

View PDF  


Marion Beyer
www.klassik.com, September 2008

Interpretacion:  
Klangqualit├Ąt:  
Repertoirewert:  
Booklet:  

Tragisch-düstere Ersteinspielungen

Mit Scham muss die Nachwelt auf die vergessenen Flötenkonzerte des 18. und 19. Jahrhunderts zurückblicken. Was als Unterhaltungsmusik schon früh in die hintersten Ecken von Bibliotheken geschoben wurde, holte der Flötist Bruno Meier auf der Suche nach unbekannter Flötenmusik wieder hervor. Auf diese Weise kamen unter anderem Konzerte von Peter von Winter, Franz Lachner und Antonio Rosetti zum Vorschein, die von Meier selbst unter Begleitung des Prager Kammerorchesters zum ersten Mal auf dieser spannenden CD eingespielt wurden.

Alle nötigen Informationen zum Verständnis der unbekannten Werke bietet der Autor Stephan Hörner in den außerordentlich umfangreichen Booklet-Texten. Gleich zwei Konzerte Peter von Winters, einem Zeitgenossen Mozarts, eröffnen die gut 80-minütige Aufnahme. Der Hofkapellmeister des bayrischen Kurfürsten Carl Theodor befand sich zur Wende des 18./19. Jahrhunderts zwischen noch klassischen, aber zunehmend romantischen Musikvorstellungen. Dies ist bei den beiden Flötenkonzerten in d-Moll deutlich hörbar. Auf der einen Seite ist die Anlage der Flötenstimme stellenweise gemäß den technischen Ansprüchen des 19. Jahrhunderts äußerst virtuos, denn bereits zu Beginn der Einspielung berührt die Flöte erstaunliche Tonhöhen, die beispielsweise Mozart nicht in seinen Konzerten erreicht. Besonders Winters zweites Konzert weist an einigen Passagen lange Ketten von Sechzehntelläufen auf, so dass das Werk stellenweise mehr einer Etüde statt eines Solokonzertes ähnelt. Übrigens meistert Bruno Meier, obwohl er ein ehemaliger Schüler des großen Etüdenherausgebers Marcel Moyse ist, nicht alle diese Passagen ohne technische Unsauberkeiten. Die eher klassische Seite der Werke zeigt sich dagegen in den eingängigen locker-leichten Themen, die bisweilen aber auch eine Wendung zu düsterer Dramatik nehmen.

Das Konzert Lachners verbreitet gleich zu seinem Beginn mit den expressiven Paukenschlägen eine dramatische Opernatmosphäre. Das lediglich einsätzig konzipierte Werk entstand zu Beginn Lachners unterschätzter Kompositionsarbeit in den dreißiger Jahren des 19. Jahrhunderts. Etwas platt und zu simpel für ein so leicht ansprechendes Instrument wie die Flöte wirken die Themen. Ebenfalls einfallslos erscheinen die Flötenfigurationen, die zwar Virtuosität vermitteln sollen, aber aus nicht viel mehr als bloßen Tonleiterläufen bestehen. Erstaunlicher Weise geht dennoch von gerade dieser Komposition eine unbestechliche Wirkung aus, die in der Vereinigung geballter Opernklänge und einem dagegen so zarten Flötenton liegt. Gerade in diesem Werk zeigt Bruno Meier höchste Empfindsamkeit im sensiblen Umgang mit seinem Instrument, auf welches das Orchester wie in allen Flötenkonzerten erstaunlich empfänglich reagiert. Dies wird nicht nur daran deutlich, dass die Flöte auch bei noch so monströser Orchesterbegleitung immer durchsetzungsfähig bleibt, sondern zeigt sich auch immer dann, wenn Meiers hektische Atmungen an schwierigen Stellen das Grundtempo hörbar schwanken lassen.

Die für klassische Verhältnisse außergewöhnliche Hinzunahme eines Cembalos macht das abschließende Flötenkonzert Antonio Rosettis klangtechnisch interessant. Laut Booklethinweis wurde die Cembalostimme nach vorliegendem beziffertem Bass improvisiert und genauso improvisatorisch ist auch Bruno Meier mit der einfachen Flötenstimme umgegangen. Ohne die zahlreichen hinzugefügten Verzierungen wäre dieses Werk bis auf den dominierenden Cembalopart wahrscheinlich wirklich unspektakulär. Allerdings wirkt das Adagio ma non troppo trotz der Bemühungen Meiers immer noch zu langatmig, während von dem Finalsatz wieder eine kurze erheiternde Frische ausgeht.

Die CD ist allein aufgrund der Weltersteinspielungen von vier Konzerten des 18. und 19. Jahrhunderts absolut empfehlenswert. Trotzdem soll ein kleiner Tadel dem Schweizer Soloflötisten Bruno Meier gelten: Wenngleich er sich bei den interessanten Werken auf unbekanntes Terrain begibt, ist die Spielweise an vielen Stellen sehr introvertiert. Wünschenswert wäre, dass Meier mehr aus sich herauskommt und mit Selbstverständlichkeit seinen klaren brillanten Ton auf eine keckere Weise zur Geltung bringt.






Famous Composers Quick Link:
Bach | Beethoven | Chopin | Dowland | Handel | Haydn | Mozart | Glazunov | Schumann | R Strauss | Vivaldi
11:16:15 AM, 20 April 2014
All Naxos Historical, Naxos Classical Archives, Naxos Jazz, Folk and Rock Legends and Naxos Nostalgia titles are not available in the United States and some titles may not be available in Australia and Singapore because these countries have copyright laws that provide or may provide for terms of protection for sound recordings that differ from the rest of the world.
Copyright © 2014 Naxos Digital Services Ltd. All rights reserved.     Terms of Use     Privacy Policy
-212-
Classical Music Home
NOTICE: This site was unavailable for several hours on Saturday, June 25th 2011 due to some unexpected but essential maintenance work. We apologize for any inconvenience.