Classical Music Home

The World's Leading Classical Music Group

Email Password  
Not a subscriber yet?
Keyword Search
in
 
 Classical Music Home > Naxos Album Reviews

Album Reviews



 
See latest reviews of other albums...


n.t.
Pizzicato, April 2010

View PDF  


Wendelin Bitzan
www.klassik.com, March 2010

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert:
Booklet:

César Franck kann als klassischer Spätzünder bezeichnet werden—nicht weil er während seiner beachtlichen Laufbahn als Organist und Hochschullehrer nichts Beachtenswertes komponiert hätte, sondern weil es ihm innerhalb seiner letzten zwölf Lebensjahre gelungen ist, exemplarische Werke für die Hauptgattungen der Instrumentalmusik zu schreiben. Diese zeichnen sich zum Einen durch ihre unverwechselbar farbige, von exzessiver Chromatik durchtränkte Harmonik und zum Anderen durch ihre charakteristische Formanlage aus. Die meisten der in den 1880er Jahren entstandenen Kompositionen begreifen die Mehrsätzigkeit als Einheit, welche aus der Flexibilität und Wandelbarkeit der sich in ihrer Substanz stets gleichenden motivischen Gestalten herrührt.

Die Wiederkehr von Themen ist in Francks Spätwerk also nicht bloße Rekapitulation, sondern Bestandteil eines verbindlichen zyklischen Konzepts. Zwei Werke, in denen diese formale Besonderheit in besonderem Maße evident erscheint, liegen nun in einer Einspielung bei Naxos vor. Das amerikanische Fine Arts Quartet, ein seit Jahrzehnten eingespieltes Ensemble, präsentiert das Streichquartett in D-Dur sowie, mit Unterstützung durch die Pianistin Cristina Ortiz, das Klavierquartett f-Moll von 1879.

Im Streichquartett ist vielerorts der Einfluss Wagners, eines wichtigen Impulsgebers für die an Chromatizismen überreiche Tonsprache Francks, unverkennbar—gleichzeitig weisen die harmonischen Besonderheiten des Werkes auf die frühe Kammermusik Arnold Schönbergs voraus. Der Kopfsatz ist tonal ambivalent und wendet sich nach einer homophonen Einleitung, welche die Grundtonart zu bestätigen scheint und später im Finale wieder aufgegriffen wird, abrupt nach Moll. Das Ensemble gestaltet diesen Beginn in überaus einheitlicher, choralartig phrasierter Tongebung; die Fugato-Passagen des darauf folgenden Sonatenhauptsatzes gelingen mit nahezu idealer Durchsichtigkeit und Eleganz. Auch das rasante Tremolo in dem geheimnisvollen Scherzo besticht durch große Präzision. Das ‚Larghetto‘ und seine leidenschaftlichen Kantilenen wissen in zweierlei Hinsicht zu überzeugen: der Bratscher Yuri Gandelsman prägt den Satz wesentlich durch seine expressive Bogenführung, der Primgeiger Ralph Evans reagiert mit schmelzenden, das Stilmittel Portamento durchaus mit Erfolg einsetzenden Kommentaren. Sehr vereinzelt begegnen dem Hörer Passagen, deren leichte Asynchronität durch einen geschickteren Schnitt hätte korrigiert werden können.

Zu Beginn des Klavierquintetts mit seiner majestätischen Streicherexposition wirkt der nachfolgende Einsatz des Tasteninstruments vergleichsweise dünn und entfernt. Im nachfolgenden ‚Allegro‘ des Kopfsatzes verschmelzen die Instrumente dann aber zu einem orchestralen Ensembleklang von Brahms’schem Format. Symphonische Ausmaße besitzt das Werk allein schon in Anbetracht seines Umfangs: die langgestreckten Melodielinien benötigen enorm viel Raum zur Entfaltung. Das Fine Arts Quartet nimmt diese Herausforderung an und gewährt der Musik die elegische Breite, nach welcher sie verlangt, während die Pianistin Ortiz virtuos und niemals vordergründig zur Seite steht. Im atemberaubenden ‚Lento‘ wird der Tonfall der Einleitung wieder aufgenommen; ausgezeichnet gelingen den Musikern die immer wieder von Neuem überraschenden Harmoniewendungen über chromatisch absteigendem Bass. Das Finale, in intonatorischen Belangen nicht immer ganz untadelig, aber mit fesselndem Pathos dargestellt, leitet zu einem furiosen Schluss und fasst das gesamte motivische Material noch einmal zusammen—eine über weite Strecken überzeugende und die spezifischen Eigenheiten der Musik treffend vermittelnde Darbietung.








Famous Composers Quick Link:
Bach | Beethoven | Chopin | Dowland | Handel | Haydn | Mozart | Glazunov | Schumann | R Strauss | Vivaldi
6:08:51 AM, 11 July 2014
All Naxos Historical, Naxos Classical Archives, Naxos Jazz, Folk and Rock Legends and Naxos Nostalgia titles are not available in the United States and some titles may not be available in Australia and Singapore because these countries have copyright laws that provide or may provide for terms of protection for sound recordings that differ from the rest of the world.
Copyright © 2014 Naxos Digital Services Ltd. All rights reserved.     Terms of Use     Privacy Policy
-212-
Classical Music Home
NOTICE: This site was unavailable for several hours on Saturday, June 25th 2011 due to some unexpected but essential maintenance work. We apologize for any inconvenience.