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ouverture - Das Klassik-Blog, March 2011

Diese CD erweist sich als eine ganz erstaunliche Sammlung musikali- scher Schätze. Sie startet rasant mit Hermanns Burleske op. 9 für drei Violinen—und der Hörer be- ginnt zu schmunzeln, denn aus dem Lautsprecher tönen Varia- tionen über das Lied O du lieber Augustin—und was für welche! Der Geiger und Bratschist Friedrich Valentin Hermann (1828 bis 1907) erweist sich schon in diesem ersten Stückchen, das nicht einmal fünf Minuten lang ist, als Miniaturist von allergrößtem Format. Hermann, der aus Frankfurt/Main stammt, hat in Leipzig bei Moritz Hauptmann, Niels Wilhelm Gade, Felix Men- delssohn Bartholdy und Ferdinand David studiert. Anschließend trat er als Bratschist ins Gewandhaus-Orchester ein, wo er mehr als dreißig Jahre lang spielte—bald auch als 1. Bratscher und als Mitglied des Gewandhaus-Quartetts. Ab 1848 unterrichtete er zudem am Leipziger Konservatorium, 1883 wurde er zum Professor ernannt.

Seine Kompositionen zeugen von seinem exzellenten Handwerk ebenso wie von einem herausragenden Humor und großer Liebe zum Instrument. Denn Hermann arrangiert stets so, dass die Stärken der Streichinstrumente voll zur Geltung kommen—und dass die Partien trotz aller Brillanz halbwegs fingerfreundlich bleiben. Mendelssohn- sche Klangwelten und Paganinis Virtuosität kombinieren die drei Capriccios op. 2, 5 und 13, ebenfalls für drei Violinen, und die Suite in d-Moll für drei Violinen op. 17 zeigt, wie sich mit drei gleichgestimm- ten Streichern ein geradezu orchestrales Gefüge aufbauen lässt. Eine Entdeckung ist auch das Grand Duo Brillant in g-Moll für Violine und Violoncello op. 12, das Hermann Louis Spohr gewidmet hat—aber möglicherweise ist es für das gemeinsame Musizieren mit einem Kollegen entstanden. Denn nicht nur der Geiger, sondern auch der Cellist bekommt hier gut zu tun.

Friedemann Eichhorn und Reto Kuppel, Violine, Alexia Eichhorn, Violine und Viola,  sowie Alexander Hülshoff am Violoncello haben hier Kabinettstückchen ausgegraben, die doch tatsächlich größten- teils noch nie eingespielt worden sind. Diese CD beschließen sie mit zwei Werken von Johann Paul Eichhorn (1787 bis 1861), die sich ebenfalls als kleine Perlen erweisen, aber aus dem Repertoire voll- kommen verschwunden waren.

Eichhorn war der Ausgangspunkt einer Musikerdynastie aus den fränkischen Coburg. Der Sohn eines Leinewebers brachte sich selbst das Geigenspiel bei, und spielte—nach der Arbeit am Webstuhl—auf dem Dorf zum Tanz auf. Dann wurde er zum Militär eingezogen. Weil er unbedingt eine Anstellung in der Militärkapelle erreichen wollte, übte er auf Horn und Posaune—und erhielt 1810 eine Stelle als Bläser in der Coburger Hofkapelle. Zwei seiner Kinder waren sehr talentiert, und reisten schließlich als geigende Wunderkinder bis an den Zaren- hof. Die zwei Stücke sind für die beiden geschrieben—doch das erkennt man nur daran, dass jene technischen Elemente fehlen, für die unbedingt Erwachsenenhände erforderlich sind. Die Knaben, noch im Grundschulalter, die durch ihren Vater auf der Viola begleitet wurden, dürften mit diesen Bravourstückchen ihre Zuhörer ganz erheblich beeindruckt haben.



Dr Stefan Drees
www.klassik.com, January 2010

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert:
Booklet:

Obgleich seine Etüdenwerke im Violin- und Violaunterricht heute immer weniger Verwendung finden, dürfte der Name des Komponisten Friedrich Hermann (1828–1907) dem einen oder anderen Geiger noch ein Begriff sein. Dass der Komponist jedoch nicht nur Etüden hinterlassen hat, belegt diese Naxos-Produktion, die zunächst einmal diverse Stücke für drei solistische Violinen versammelt. Da die Literatur für diese Besetzung eher spärlich gesät ist und entsprechende Veröffentlichungen auf dem Tonträgermarkt wohl eher eine Ausnahme darstellen, wird mit den hier für diese Besetzung eingespielten Werke eine Lücke für Liebhaber und Freunde selten zu hörender Violinmusik geschlossen. Dass die Geiger Friedemann Eichhorn, Alexia Eichhorn und Reto Kuppel auch viel Spaß an der Sache haben, merkt man ihrer Wiedergabe sofort an: Da ist zunächst einmal das mit ‘Burleske’ betitelte Stück G-Dur op. 9, hinter dem sich eine Variationenfolge über das Lied ‘Oh, du lieber Augustin’ verbirgt, eine launige Lesart des bekannten Themas, die ganz auf den Eindruck violinistischer Effekte setzt.

Musikalisch anspruchsvoller geht es dagegen in den drei Capriccios für drei Violinen op. 2 (d-Moll), op. 5 (G-Dur) und op. 13 (A-Dur) zu: Einleitung wie Themenformung der d-Moll-Komposition zeigen etwa den kompositorischen Anspruch Hermanns, und die Interpreten tun das Ihrige, um ihm dabei zu folgen, nicht ohne jedoch den spieltechnischen Anspruch dieses Werkes (und auch der übrigen Stücke) herauszustellen. Überhaupt erweist sich die Darstellung der miteinander abwechselnden, zu Vorder- und Hintergrund wechselnden Instrumentalstimmen oder die Momente, an denen plötzlich aus den figurativen Texturen eine Melodiekontur sich herausschält, als spannende Angelegenheit, durch die Hermanns Capricci zu einer erfreulichen Hörerfahrung werden, bei der man geradezu zu den Spielwitz der Musiker zu spüren glaubt. In Bezug auf die klanglichen Aspekte der Triobesetzung besonders raffiniert erweist sich schließlich die fünfsätzige Suite d-Moll op. 17, deren konzentrierte Wiedergabe voller Überraschungen steckt und zu den Höhepunkten der CD gehört.

Aufgelockert wird das Programm zunächst einmal durch die Einspielung von Hermanns Grand Duo Brillant g-Moll op. 12 für Violine und Violoncello, das seinem Namen alle Ehre macht und die beiden Interpreten Friedemann Eichhorn (Violine) und Alexander Hülshoff (Violoncello) vor anspruchsvolle Aufgaben stellt. Das Zusammenspiel nimmt einerseits durch den Umgang mit agogischen Feinheiten—vor allem innerhalb der nervösen Grundhaltung des Kopfsatzes—und durch die klangfarbliche Balance der nicht immer einfach zu handhabende Kombination beider Streichinstrumente ein. Abgerundet wird die Produktion schließlich durch zwei sehr virtuose Variationswerke des gleichfalls kaum bekannten Komponisten Johann Paul Eichhorn (1787–1861) für zwei Violinen und Viola (Alexia Eichhorn) nach bekannten Themen von Niccolò Paganini und Gioachino Rossini. Und auch hier macht es Freude, sich den spieltechnischen Verwicklungen auszusetzen und den teils vor erfindungsreichen Effekten strotzenden Verläufen zu lauschen.






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6:18:47 AM, 24 November 2014
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