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Michael Loos
www.klassik.com, March 2010

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert:
Booklet:

Bohuslav Martinůs Werke für Klavier und Orchester werden viel seltener gespielt als die Konzerte seiner Zeitgenossen Prokofieff, Bartok oder Ravel. Dies mag an dem bisweilen etwas undankbaren Klavierpart liegen: Der Tscheche war kein gelernter Pianist und konnte nicht so effektvoll für das Tasteninstrument schreiben wie etwa der Virtuose Bartok. Dennoch ist das Schattendasein der insgesamt sechs Werke (fünf Konzerte und ein Concertino) unverständlich. Martinů-Experte Giorgio Koukl, der bereits sämtliche Solo-Klavierwerke des Komponisten auf sieben CDs eingespielt hat, nimmt sich nun der Konzerte an. Auf dieser Veröffentlichung befinden sich das dritte und fünfte Konzert (komponiert in den Jahren 1948 bzw. 1958) sowie das 1938 entstandene Concertino. Alle drei Werke folgen dem traditionellen Satzschema schnell-langsam-schnell, das dritte Konzert ist mit einer Dauer von 30 Minuten etwas ausführlicher als die beiden anderen Stücke. Koukls Begleiter sind das nach dem Komponisten benannte philharmonische Orchester der Stadt Zlín und der Dirigent Arthur Fagen.

Martinů wahrte zwar in allen drei Werken die Tonalität und die konventionelle Rollenverteilung zwischen Solist und Orchester. Dennoch wäre es verfehlt, die Konzerte als spätromantisch zu bezeichnen. Ein meist durchsichtig gehaltener Klaviersatz und der weitgehende Verzicht auf lange Melodielinien sind hervorstechende Merkmale der Kompositionen. Der Pianist steht vor einer unangenehmen Aufgabe: Er muss durchaus hohe technische Hürden meistern, ohne dass sich diese Schwierigkeiten in glanzvoller Virtuosität äußern. Koukl kann diesbezüglich überzeugen, seine dynamische Differenzierung lässt allerdings ein wenig zu wünschen übrig. Fast alles spielt sich im mezzoforte bis forte ab, zumal das dritte Konzert wirkt so streckenweise etwas eintönig.

Fagen knüpft an den Duktus des Pianisten an und lässt die teilweise durchaus kantigen Orchester-Passagen nur abgemildert zu Geltung kommen. So entsteht gelegentlich der Eindruck eines ‚Martinů light‘, einer Harmlosigkeit, die nicht das wahre Gesicht der Werke zeigt. Gewiss war der Komponist kein radikaler Neutöner, aber—bildlich gesprochen—etwas mehr Pfeffer hätte den Interpretationen gut getan. Dies fällt in den Ecksätzen deutlicher auf als in den Mittelabschnitten, wo Martinůs harmonische Raffinessen und sein Sinn für überraschende Wendungen von den Musikern gut umgesetzt werden. Das Andante des fünften Konzertes ist hierfür ein gelungenes Beispiel.

Bei der Gegenüberstellung der drei Werke hinterlässt das Concertino übrigens den besten Eindruck—dem Namen nach kleiner als die zwei ‘großen’ Konzerte, überzeugt es durch Witz und Esprit, der den anderen Werken meist fehlt. Klanglich bleibt der Eindruck etwas zwiespältig: Während das Klavier gut eingefangen wurde, wirkt das Orchester oft unausgewogen. Für die weiteren Folgen der offenbar geplanten Einspielung aller Klavierkonzerte ist also noch Luft nach oben, sowohl klanglich als auch interpretatorisch. Der Repertoirewert dieser CD steht hingegen außer Frage. War es jahrzehntelang üblich, Martinů mit unzulässigen Etiketten wie ‘Neoklassizist’ zu versehen, so kann man sich dank der erfreulich hohen Anzahl der mittlerweile erhältlichen Einspielungen nun ein differenziertes Bild vom riesigen Oeuvre des Komponisten machen. Dass diese Möglichkeit besteht, ist das Verdienst entdeckungsfreudiger Musiker wie Koukl und Fagen.






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8:53:24 AM, 24 September 2014
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