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Carola Ke├čler
Das Orchester, November 2011

Ein schweres Erbe hat er angetreten: In die Fußstapfen eines zu treten, der nahezu alle Pfade bereits beschritten hat, insbesondere die der Alten und barocken Musik. Christian Ludwig tut das einzig Richtige: Er ahmt nicht nach, er geht neue Wege. Seine Konzertreihen mit dem Kölner Kammerorchester, das er als Nachfolger von Helmut Müller-Brühl im Jahr 2008 übernommen hat, sind mittlerweile fester Bestandteil im musikalischen Leben am Rhein. Nach der ersten CD des vergangenen Jahres zur „Italienischen Weihnacht“ nahmen sich die Kölner nun des „Serenaden-Fuchs“ an, des Brahms-Zeitgenossen, der von selbigem—eine bekanntermaßen bemerkenswerte Ausnahme bei dem deutscher Meister der Romantik—sehr gelobt und gefördert, der durch seine erste Serenade bekannt wurde, dann jedoch etwas in Vergessenheit geriet. Entsprechend gering ist die Diskografie, entsprechend groß das Verdienst, diese Musik zu verbreiten.

Der schwärmend-elegische, an Sibelius, auch an Dvorˇák erinnernde Charakter der beiden Serenaden wird in der vorliegenden Aufnahme (der erste Teil der Gesamteinspielung aller Serenaden von Robert Fuchs durch das Kölner Kammerorchester unter Ludwigs Stabführung) ausgesprochen plastisch und überzeugend zur Geltung gebracht. Unbeschwertes, beschwingtes, authentisches Musizieren mit Mut zum satten—teilweise sogar etwas schrappig-schrillen, burschikosen—Klang begegnet uns hier. Die ungemein lebendige Spielweise der Streicher, ihr blühender Vibrato-Einsatz, ihre kraftvollen Sechzehntel-Attacken, ihre geradezu frohgesinnten Cres­cendo-Angriffe, die fast wuchtige Gestaltung selbst der Nebenstimmen sind sicherlich auch auf die eigene geigerische Erfahrung des Dirigenten Ludwig zurückzuführen. Er bremst nicht, er lässt spielen und ausspielen; förmlicher hörbar (s)ein großer Gestus unter Verzicht auf kleinschrittige Schlagtechnik.

Die Ähnlichkeit so mancher melodischer wie auch harmonischer Gestaltung ist wohl eher dem Komponisten denn den Interpreten zum Vorwurf zu machen. Ein wenig mehr verhaltene, dynamisch noch differenziertere, nicht ganz so extrovertierte Innigkeit könnte man sich in dem einen oder anderen Takt insbesondere der langsamen Sätze zwar vorstellen. Entschädigt wird man jedoch durch zahllose überraschende Momente, elegante Auftakte, charmante Tempoverzögerungen. Einladend kommt das eröffnende Legato der Geigen daher, dankbar beantwortet durch die Bässe, bis sie in ein hoffnungsvolles Miteinander münden und sich in der romantischen Klangwelt austoben, so vergnügt, so entdeckend, so modern, dass nicht einmal die hier und da eingestreuten Glissandi abgeschmackt wirken. Das streckenweise spröde, in seiner Faktur durchaus komplizierte Andante grazioso und Capriccioso präsentiert uns das Ensemble dann filigran und durchsichtig, im dezenten, unaufdringlichen Tanzrhythmus.

Man kann Brahms zustimmen. Und noch mehr darf man sich freuen über diese musikalische Erbschaft.






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12:57:26 PM, 21 September 2014
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