Classical Music Home

The World's Leading Classical Music Group

Email Password  
Not a subscriber yet?
Keyword Search
in
 
 Classical Music Home > Naxos Album Reviews

Album Reviews



 
See latest reviews of other albums...

Dr. Lothar Jahn
Minnesang.com, November 2012

CD des Jahres 2012

Marc Lewon und seine Leones fügen bei dieser Einspielung der frühesten Melodienüberlieferung Neidharts (Frankfurter Fragment)  der umfangreichen Neidhart-Rezeption die fehlende Nuance hinzu. Im öffentlichen Bewusstsein ist der Minnesänger, der auf satirische Weise den Niedergang des Adels und den Aufstieg des Bauerntums in den Blick nahm, durch viele grobschlächtige Interpretationen selber als eine Art Dörper präsent. Dass der Mann ein höchst kunstfertiger Poet und Sänger von sensiblem Gemüt war, fällt dabei unter den Tisch. Diese Einspielung führt Neidhart in die höfische Tafelrunde zurück! Schon dafür gebührt die Auszeichnung als CD des Jahres. Marc Lewon ist aber zusätzlich für sein großes musikalisches Engagement für die Musik des hohen und späten Mitttelalters zu ehren, denn auf vielen bemerkenswerten CDs der letzten Zeit (Glogauer Liederbuch, Peregrina, La Bella Mandorla, Les Flamboyants, Unicorn) ist er zu hören. © Minnesang.com



Badische Zeitung, July 2012

Eine Schatztruhe früher Musik

[…] Lewon und sein Ensemble musizieren derart stilkundig, einfühlsam, differenziert und feinsinnig bis in die subtilsten Schattierungen, dass sich ein höchst nuancen- und ausdrucksreiches Klangbild der Neidhart-Stücke ergibt. Es gelingt den Interpreten mit tiefem Verständnis für diesen spätmittelalterlichen Minnesang, den besonderen Geist dieser Lieder und der Zeit Neidharts einzufangen. In intensiver und empfindsamer Deklamation erklingen die lyrischen, melancholischen Minneklagen wie das a cappella vorgetragene “Ich claghe de blomen” und “Allez daz den sumer”, bei dem sich der Sänger selbst begleitet. Die Tanzlieder wie “Willekome eyn sommerweter suze” haben eine wunderbare Leichtigkeit. Klar, licht und fein klingt die Stimme von Els Janssens-Vanmunster. Auch der Klang der begleitenden Instrumente wie der Vielle—einer Fidel—wirkt stets dezent und subtil. In den reinen Instrumentalstücken, die aus Überlieferungen Neidharts und zeitgenössischen Kompositionen arrangiert wurden, kommt der Klang der frühen Instrumente in den tänzerisch inspirierten Rhythmen schön zum Tragen. Ein ausführliches Booklet erleichtert das Eintauchen in diese zeitlich so ferne und doch so faszinierende Klangwelt. So ist diese CD eine wahre Kostbarkeit für Liebhaber der frühen Musik. © 2012 Badische Zeitung



Silvia Bier
www.klassik.com, May 2012

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert:
Booklet:

…Lewon interpretiert Neidharts Texte … als Ironisierung des höfischen Stils und greift daher auf die Instrumente und die Vortragsart der höfischen Musik zurück. Die Lieder wirken zurückhaltend und feingliedrig, ohne jede Übertreibung. Die Rhythmik und Melodik der Werke ist stark am natürlichen Duktus der Sprache ausgerichtet und hat einen deklamierenden Charakter. Der Ausdrucksgehalt der Musik geschieht hier mit anderen Mitteln als in späterer Musik: die Art des vokalen Vortrags, Betonungen, Klangfarbe und Schattierungen und die Phrasierung der Melodie. Es sind also hauptsächlich die Möglichkeiten des Sängers, welche die Werke lebendig gestalten. Die eindringlichen Melodien und die sparsame Instrumentierung lenken die Aufmerksamkeit des Hörers ganz auf die Singstimme und den vorgetragenen, ‚erzählten‘ Text, der vor den wenig bewegten Harmonien regelrecht meditativ wirkt. …

Die ausgebildete Mezzosopranistin, die ihr Repertoire sehr breit bis zum Jazzgesang gefächert hat, erweist sich als sensible Interpretin mit wandelbarer Stimmfarbe. Nicht zu leugnen sind bei der Interpretation die improvisatorischen Momente, in denen sowohl die Singstimme wie auch die Instrumente frei gestalten – was bei der nur rudimentären Art musikalischer Aufzeichnung im Hochmittelalter durchaus gängige Praxis gewesen sein dürfte. Das Ensemble Leones zeigt sich hier als sehr gut eingespielte Gruppe für ein Repertoire, dessen stegreifhafter Charakter von den Musikern in besonderer Weise verlangt, aufeinander zu hören und zu reagieren. … © 2012 www.klassik.com



Thorsten Preuss
Bayerischer Rundfunk (Bavarian Radio), March 2012

Die Rettung des Minnesangs

Lieder von Neidhart mit dem Ensemble Leones

Seit Jahrzehnten hält sich unter deutschen Musikern hartnäckig das Klischee vom einfältigen Mittelalter, dem man nur mit drolligen Kostümen und klirrenden Schellen beizukommen weiß. Doch nun naht Erlösung. Endlich ist eine CD erschienen, die den Minnesang als raffinierte, reflektierte, vielschichtige Kunstform ernst nimmt.

Der Tannhäuser, Walther von der Vogelweide, Neidhart von Reuental: Die Namen der deutschen Minnesänger haben einen guten Klang. Ihre Musik weniger. Die meisten Aufnahmen wirken wie der Rumpel-Soundtrack zum Ritteressen: derb und scheppernd, so wie man sich halt die Lieder von Leuten vorstellt, die mit Ritterrüstung und verfilzten Haaren herumlaufen, vorwiegend ans Raufen denken und die Erde für eine Scheibe halten.

Seit Jahrzehnten hält sich unter deutschen Musikern hartnäckig das Klischee vom einfältigen Mittelalter, dem man nur mit drolligen Kostümen und klirrenden Schellen beizukommen weiß. Doch nun naht Erlösung. Endlich ist eine CD erschienen, die den Minnesang als raffinierte, reflektierte, vielschichtige Kunstform ernst nimmt. Das Ensemble Leones widmet sich, wissenschaftlich fundiert und ästhetisch ansprechend zugleich, einer zentralen Figur des Minnesangs: jenem berühmten Neidhart, der Anfang des 13. Jahrhunderts im süddeutschen Raum wirkte und der in seinen Sommerliedern Bauern und Bürgerliche auftreten ließ, um mit feinsinniger Ironie die adlige Schickeria seiner Zeit aufs Korn zu nehmen.

Am Erfolg der CD haben alle drei Ensemblemitglieder ihren Anteil - allen voran der Lautenist Marc Lewon, der sich schon seit seiner Magisterarbeit mit Neidhart beschäftigt. Er hat die älteste Handschrift mit Neidhart-Melodien, das sogenannte Frankfurter Fragment von etwa 1300, wissenschaftlich ediert und damit die Ersteinspielung von sechs Liedern gemäß dieser frühen Quelle ermöglicht. Die Seriosität seines philologischen Ansatzes bekommt auch der Interpretation hörbar gut: Lewon befreit Neidhart vom Komödiantenstadl-Image und reiht ihn ein unter den führenden europäischen Dichter-Musikern seiner Zeit.

Dabei hilft ihm der Zauber der Stimme von Els Janssens-Vanmunster. Sie deutet die Texte nuanciert aus und lässt doch genug Raum, damit jedes Lied seine eigene Atmosphäre entfalten kann. Wenn sie die große, zehnminütige Minneklage Neidharts mit höchster Eindringlichkeit ganz a capella gestaltet, gehört das zu den Höhepunkten dieser CD. Das feinsinnige Neidhart-Porträt verdankt viele Details schließlich Baptiste Romain, der die Lieder auf der Fidel sensibel nachzeichnet und in fantasievoll improvisierten Zwischenspielen beweist, dass ein Dudelsack keineswegs bloß plärren muss.

Abgerundet wird die CD durch Musik von Neidharts Zeitgenossen. Dass darunter auch ein Lied von Walther von der Vogelweide ist, weckt die Hoffnung, das Ensemble Leones möge sich eines Tages auch dieser anderen großen Figur des deutschen Minnesangs annehmen. © 2012 Bayerischer Rundfunk (Bavarian Radio)



Bianca Flier
Regio Magazin, March 2012

Mit „Neidhart – A Minnesinger and his Vale of Tears“ legt das Ensemble für frühe Musik, Leones, seine zweite CD vor. Nach den „Fantaisies de Josquin“, die für den International Classical Music Award nominiert wurden, folgt hier nun die Ersteinspielung des gesamten so genannten Frankfurter Neidhart-Fragments aus der Zeit um 1300. Sechs Lieder des Minnesängers Neidhart wurden auf der Grundlage dieses Originals neu übertragen und rekonstruiert. Zusätzlich finden sich auf der CD ein Lied des „Tugendhaften Schreibers“, ein Sangspruch von Walter von der Vogelweide sowie alte Instrumentalstücke. Von den einschlägigen Neidhart-Melodien unterscheiden sich die Arrangements von Leones durch ihren ausgesprochen höfischen Stil. In der Tat war es gerade die Andersartigkeit der Melodien des Frankfurter Fragments, welche das Ensemble zu dieser einzigartigen Einspielung inspirierte. Marc Lewon (Gesang, Laute), der Spiritus Rector des Ensembles, spielt zusammen mit Els Janssens-Vanmunster (Gesang) und Baptiste Romain (Vielle, Dudelsack). © 2012 Regio Magazin



Barbara Stühlmeyer
Karfunkel Magazin, February 2012

Neidhart Spezialist Marc Lewon präsentiert mit seiner neuesten Produktion des Minnesängers, der den “Gegensang” erfand, eine der frühesten Neidhart-Quellen, vermutlich sogar eine der ältesten Überlieferungen zum Minnesang überhaupt. Neben der künstlerischen Auseinandersetzung beschäftigte sich das Ensemble auch intensiv mit den Quellen, faksimilierte, übertrug und rekonstruierte die Lieder und schuf so die Grundlage für die weitere künstlerische und wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Neidhart. Musikalisch auf höchstem Niveau agierend, technisch gänzlich ohne Tadel, ist diese Einspielung ein must have für alle, die sich ernsthaft mit mittelalterlicher Musik beschäftigen.

---

Neidhart war einer der populärsten Minnesänger des späten Mittelalters. Mit der vorliegenden Neuaufnahme hat der ausgewiesene Neidhartspezialist Marc Lewon eine klanglich und musikalisch ausgezeichnete Interpretation der Werke des Erfinders der Niederen Minne vorgelegt. Es ist die Ersteinspielung des Frankfurter Neidhart-Fragmentes, einer Handschrift, die mehrere Lieder mit Melodien Neidharts enthält. Lewon präsentiert Neidhart als Teil der adeligen Hofkultur, die sich an den neuen Themen des Dichters und Komponisten erfreute, aber zugleich einen großen Wert auf eine ausgezeichnete Interpretation legte. Die Einspielung ist ein Beleg für die inzwischen selbstverständliche Zusammenarbeit von Wissenschaft und Musik, die in der Person Lewons zu einer ebenso schlüssigen wie wohllautenden Synthese gefunden haben. © 2012 Karfunkel Magazin



Klaus Härtel
Crescendo (Germany), February 2012

Neidhart
Der Punk des Mittelalters

Über 700 Jahre schlummerte das „Frankfurter Fragment“ des Minnesängers Neidhart in den Archiven und nur selten wurde es zu wissenschaftlichen oder musikalischen Zwecken ans Tageslicht geholt. Nun aber wurde das Fragment, auf dem sechs Lieder mit fünf Melodien enthalten sind, nicht nur hervorgeholt, sondern erstmals als Ganzes eingespielt. Dazu hat Marc Lewon, Experte auf dem Gebiet der mittelalterlichen Musik und Leiter des Ensemble Leones die Fragmente bearbeitet und eine spielbare Version geschaffen. Dabei sind die Versionen nicht nur spiel- sondern sogar hörbar. Ob sie sich genauso angehört haben, weiß man nicht. Reizvoll ist es allemal, zu hören, wie der Rebell des Minnesangs, der Punk des Mittelalters, das adlige Establishment kritisierte. Denn Neidharts Lieder bestehen aus einer Verballhornung des klassischen Minnesangs. Er übertrug die höfische Szenerie in ein vordergründig dörfliches Milieu. Spannend. © 2012 Crescendo (Germany)



Lothar Jahn
Minnesang.com, January 2012

Mit dieser Einspielung des Ensemble „Leones“, die das älteste Fragment mit Neidhart-Melodien zur Grundlage hat, kehrt Neidhart zurück vom Tanzplatz in die höfische Sphäre. Die alten Melodien sind noch nicht so glatt geschliffen, dass sie zum Reißer taugen, Neidhart wirkt damit subtiler als gewohnt. Und bleibt doch ganz eigenständig!

Das Ziel dieser Einspielung ist es, Neidhart zurückzuführen in den Kreis der höfischen Sänger. Bei der Analyse der Melodien des frühen Frankfurter Neidhart-Fragmentes entdeckte Leones-Leiter Marc Lewon einen sensiblen Dichter und Komponisten, der sich nicht ganz so begierig in den Strudel bäuerlicher Tanzvergnügungen hineinziehen lässt, wie es die griffigen Melodien der späteren Überlieferung suggerieren. Doch keine Angst, es ist alles da: Natureingang und Minneklage münden immer wieder in böse Händel mit dummdreisten Dörpern, die dem Ritter drohen, weil sie ihm die Huld der Damen missgönnen. Und obwohl Lewon und Els Janssens-Vanmunster gesanglich ebenso zurückhaltend agieren wie die oft nur hingetupfte Begleitung als Gegenpol zu brachial-bäurischer Maienzeit-Marktmucke, blitzt noch genug Humor und Hintersinn auf. Dieser wird verstärkt durch raffinierte kleinen Suiten von Baptiste Romain und Lewon, die bruchstückhaft bekannte Neidhart-Melodien aus anderen Handschriften aufblitzen lassen. Der entscheidende Unterschied wird deutlich beim direkten Vergleich mit dem eingefügten Lied des „Tugendhaften Schreibers“ aus dem Dunstkreis des Landgrafen Hermann I., ihm dichtet man ja eine Teilnahme am legendären Sängerkrieg an. Sein „Guoten wib wol üch der eren“ verströmt demutsvoll Edelmut zu Konrads Wintermelodey aus der Jenaer Handschrift,  doch eine großartige, fast zehnminütige A-cappella-Version von „Ich claghe de bluomen“ weist voller Bitternis über unerwiderte Liebe, bäuerliche Rücksichtslosigkeit und höfische Raffgier den konventionellen Widersacher in die Schranken. Das von Marc Lewon anrührend gesungene und begleitete Frau-Welt-Abschiedslied „Allez daz den sumer“ setzt dann den resignativen Schlusspunkt, dem das Ensemble mit Walthers „Vil wol gelopter got“ und Adam le Halles „Je muir, je muir“ einen etwas versöhnlicheren Ausklang beifügt. Kein Zweifel: Neidhart wird mit dieser Einspielung noch tiefer ins Reuental hineingezogen. Er rückt uns dadurch aber menschlich näher – als ein Mann, der viel Leid erlitten hat, der aber durch geschliffenen Spott in Sprache und Musik seinen Weg gefunden hat, dem Schicksal zu trotzen. © 2012 Minnesang.com



Katja Angenent
Miroque

Neidhard gehört zu den bekanntesten deutschen Minnesängern. Das Ensemble Leones hat sich nun dem mittelalterlichen Liedermacher auf eine unorthodoxe Art und Weise zugewandt – es portraitiert die traurigen, schwermütigen Seiten seines Schaffens – das „Jammertal“ des Titels. Legt man die CD in den Player, schallen wunderschöne, aber zutiefst traurige, ruhige Stücke mit sakraler Note aus den Boxen. Hier fällt gleich beim ersten Hören das Stück „Ich claghe de blomen“ auf, das fast zehn Minuten lang allein von einer Frauenstimme getragen wird und doch nie an Spannung verliert. Die puristische Interpretation unterstreicht gekonnt den traurigen Tenor des Werkes und sorgt nebenbei für eine beinahe andächtige Stimmung.

Das Ensemble Leones besteht aus Gründungsvater Marc Lewon, der auf dieser CD singt sowie Laute, Vielle und Fidel spielt, der Sopranistin Els Janssens-Vanmunster und Baptiste Romain, der Vielle und (ungewöhnlich für Alte Music) Dudelsack spielt. Diese Musik ist mit Sicherheit nichts für den nächsten Mittelaltermarkt. Aber wer neugierig ist auf eine adäquate Vertonung akademischer Forschungen im Bereich der historischen Musik, der sollte sich die Mühe machen und diese CD mehrmals auf sich wirken lassen. Es braucht Zeit, bis man sich als moderner Mensch auf die fremd wirkenden Sangesweisen einlassen kann.

Wie bei Alter Musik üblich, finden sich auch hier eine Einführung zu Neidhards Leben und Werk sowie Kurzportraits der mitwirkenden Musiker im Booklet, das dafür aber leider auf Liedtexte verzichtet. © 2012 Miroque






Famous Composers Quick Link:
Bach | Beethoven | Chopin | Dowland | Handel | Haydn | Mozart | Glazunov | Schumann | R Strauss | Vivaldi
8:55:54 PM, 31 January 2015
All Naxos Historical, Naxos Classical Archives, Naxos Jazz, Folk and Rock Legends and Naxos Nostalgia titles are not available in the United States and some titles may not be available in Australia and Singapore because these countries have copyright laws that provide or may provide for terms of protection for sound recordings that differ from the rest of the world.
Copyright © 2015 Naxos Digital Services Ltd. All rights reserved.     Terms of Use     Privacy Policy
-208-
Classical Music Home
NOTICE: This site was unavailable for several hours on Saturday, June 25th 2011 due to some unexpected but essential maintenance work. We apologize for any inconvenience.