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ouverture - Das Klassik-Blog, May 2016

Da wir gerade bei den Altmeistern des Geigenspiels waren—bei Naxos ist vor einiger Zeit eine CD erschienen, die nachdrücklich darauf aufmerksam macht, dass vor noch gar nicht übermäßig langer Zeit viele Musiker auch komponierten. Von Fritz Kreisler (1875 bis 1962) ist bekannt, dass er für seine Konzertprogramme zahlreiche Charakterstücke geschrieben hat. Weniger bekannt ist, dass er auch gewichtige Werke, wie Violinkonzerte, geschaffen hat. Auf dieser CD erklingt sein Streichquartett in a-Moll, gespielt vom Fine Arts Quartet, das sich dabei stark an dem unverkennbaren Kreisler-Sound orientierte.

Zu den von Kreisler sehr geschätzten Kollegen gehörte Efrem Zimbalist (1890 bis 1985). Er studierte in St. Petersburg bei Leopold Auer, und gab 1907 sein erstes Konzert in Berlin. Nach diversen Konzertreisen durch Europa ging er 1911 in die USA, wo er ebenfalls sehr erfolgreich konzertierte. 1940 übernahm er die Leitung des Curtis Institute of Music in Philadelphia, wo er bis 1968 Direktor war und mehr als 70 Geiger unter-richtete, darunter Jascha Brodsky, Daniel Heifetz und Shmuel Ashkena- si. Zimbalist hat ebenfalls etliche Werke geschaffen; sein farbenreiches Streichquartett in e-Moll schrieb er im Jahre 1931. Hier ist es in der überarbeiteten Fassung aus dem Jahre 1959 zu hören.

Eugène Ysaÿe (1858 bis 1931) wurde sowohl von Fritz Kreisler als auch von Efrem Zimbalist verehrt. Er war, wie Efrem Zimbalist, der Sohn eines Dirigenten, und musizierte ebenfalls schon in jungen Jahren im Orchester seines Vaters. Seine Ausbildung erhielt er zuächst am Königlichen Konservatorium in Lüttich, und später dann als Student bei Henryk Wieniawski in Brüssel und bei Henry Vieuxtemps in Paris. Er war Virtuose und Kompo- nist; außerdem Geigenlehrer und Ratgeber der belgischen Königin. 1937 rief sie einen internationalen Musikwettbewerb aus; er trägt heute den Namen Concours Musical Reine Elisabeth und genießt weltweit ein hohes Renommée.

Für Königin Elisabeth komponierte Ysaÿe Harmonies du soir op. 31, ursprünglich ebenfalls ein Streichquartett. Es ist kaum zu glauben, aber dieses atmosphärisch dichte Stück erklingt auf dieser CD, ebenso wie jenes von Zimbalist, in Weltersteinspielung. Das Fine Arts Quartet musiziert dabei gemeinsam mit dem Philharmonic Orchestra of Europe unter Otis Klöber; es fügt sich dezent in den Orchesterklang ein. © 2016 ouverture - Das Klassik-Blog




Alain Steffen
Pizzicato, April 2012

Kaum bekannt und doch unwahrscheinlich intensiv: Die beiden Streichquartette von Fritz Kreisler und Efrem Zimbalist sind wirkliche Perlen. Beide haben eine sehr individuelle Sprache, wobei Kreisler sicherlich der Virtuosere, Zimbalist der Ausgefeiltere ist, vielleicht auch, weil wir hier die revidierte Version von 1959 des 28 Jahre früher entstandenen Werkes hören. Nichtsdestoweniger besitzen bei Quartette ihren Reiz und dürfen als wichtige Vertreter dieser Gattung für das frühe 20. Jahrhundert angesehen werden.

Eugène Ysaÿes ‘Harmonies du soir’ für Streichquartett und Orchester ist ein mehr als interessanter Bonus.

Das ‘Fine Arts Quartet’ interpretiert die drei Werke mit viel Engagement und einem sehr klaren, feinen Klang. Kreislers Virtuosität wird etwas relativiert, stattdessen suchen und finden die Musiker in diesem Stück eine ganz besondere Tiefe und Intensität. Auch Zimbalists Quartett wird mit viel Feingefühl und Sinn für Atem und Architektur gespielt. Bei Ysaÿe fügt sich das Quartett nahtlos in das ‘Philharmonic Orchestra of Europe’ ein, das von Otis Klöber dirigiert wird. Dieses homogene Miteinander lässt uns hier ein sicherlich verkanntes Werk entdecken. Zu erwähnen bleibt noch, dass ‘Harmonies du soir’ wie auch die revidierte Fassung von Zimbalists Quartett hier als Weltersteinspielungen zu hören sind. © 2012 Pizzicato





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