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Album Reviews



 
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Reinmar Emans
Fono Forum, February 2013

Um von der schieren Menge nicht erschlagen zu werden, nimmt Marc Lewon sehr geschickt Gruppierungen nach Themen und/oder Kirchentonarten vor, die er als „Suiten“ bezeichnet. So werden vor allem die kurzen Lieder, die bereits nach nicht einmal einer Minute zu Ende sind, sinnvoll in einen größeren musikalischen Rahmen eingebunden. Als Leiter des Ensemble Dulce Melos verfügt Lewon zudem über eine bestens auf diese Art Musik eingespielte Gruppe höchst musikalischer und gestalterisch versierter Musiker, die zwischen fixierten Noten und improvisatorischen Zutaten bruchlos switchen können. Das ist schlicht und kunstvoll zugleich. Sie bieten damit einen teilweise kompakten, stets aber den jeweiligen Liedern angemessenen Background für die dank großer Natürlichkeit für sich einnehmenden Sänger Sabine Lutzenberger und Martin Hummel. Das instrumentale Timbre von Dulcimer und Hackbrett, das wieder einmal von Margit Übellacker sehr überzeugend als „authentische“ Klangfarbe eingesetzt wird, übt einen zusätzlichen Reiz aus. Wer glaubt, Musik des 15. Jahrhunderts könnte ihn gefühlsmäßig nicht wirklich packen, der sollte hier mal Probe hören. Am besten liest er dazu die knappen, aber sehr informativen Ausführungen von Lewons Doktorvater Reinhard Strohm, einem der Spezialisten für dieses Liederbuch. © Fono Forum



www.spielleut.de, January 2013

Ich muss gestehen, bisher habe ich das “Glogauer Liederbuch” immer mit dem allseits bekannten, oft nur mehr schlecht als recht gegrölten Sauflied “All voll!” in Verbindung gebracht. Entsprechend verwirrt war ich, als das renommierte Ensemble Dulce Melos in hochkarätiger Besetzung mit Sabine Lutzenberger und Marc Lewon eine CD mit dem Repertoire dieses Liederbuches herausbrachte. Ach, wenn nur alle meine Vorurteile so überzeugend ausgeräumt würden!

Das Liederbuch, entstanden vermutlich um das Jahr 1480 herum, enthält sowohl geistliches und weltliches Repertoire—und ist voll auf dem Stand der musikalischen Schaffenskunst Italiens oder Frankreich seiner Zeit. Obgleich man annimmt, dass das Repertoire für den häuslichen Gebrauch gedacht war, führt dieser Gedanke leicht in die Irre, wenn man dabei an “Volksmusik” im heutigen Sinne denkt. Die Stücke sind meist 3stimmig und zum Teil recht komplex und erfordern sehr sauberes Zusammenspiel—was, nebenbei bemerkt—das Ensemble Dulce Melos meisterlich beherrscht. “Zielgruppe” des Liederbuches dürfte also das gehobene, gebildete Bürgertum gewesen sein, welches sich zu Andacht oder Unterhaltung zusammengefunden hat.

Die Einspielung selbst präsentiert sich zunächst mit der schier erschlagenden Menge von 42 Titeln—welche aber sinnvoll zu 20 “Suiten” zusammengefasst wurden.

Das Eingangs erwähnte “All voll” ist denn auch tatsächlich vertreten—hier in der kompletten 3stimmigen Fassung blitzsauber von Martin Hummel und Sabine Lutzenberger gesungen. Durch das vorangehende Stück—“Es solt ein man kein möle fahrn”, in dem eine (Ehe)Frau ihren Liebhaber warnt, das ihr Ehemann doch zu Hause ist—und sie ihn somit nicht empfangen kann—bekommt das Lied eine neue und lustige Interpretation. Neben ähnlich lustigen, satirischen Liedern wie zB. “Auf, rief ein hubsches freuelein” oder “ Zenner, greiner, wie gefällt dir das”, gibt es auf der CD auch einige herzzereißend schöne Liebeslieder, wie “O wie gern” oder das bekannte “Elslein, liebstes Elselein mein”. Eine ganze Reihe expliziter Instrumentalstücke runden die Kollektion angenehm ab. Der Charakter das “Hausmusik” wird dadurch unterstützt, das alle Aufnahmen natürlich mit zeitgenössischen Instrumenten eingespielt wurden und weitestgehend spärliche Arrangements die intime Note solcher musikalischen Zusammenkünfte vermitteln. © www.spielleut.de



Goldberg Stiftung, January 2013

Das Glogauer Liederbuch ist eine umfangreiche Quelle, die erste in Stimmbüchern überlieferte Sammlung von weltlichen und geistlichen Liedsätzen. Die Aufnahme bietet einen reichhaltigen Überblick, gute Aufnahmetechnik, der Gesang ist manchmal etwas “dick”, aber entspricht damit vielleicht am ehesten der Tatsache, dass diese Sammlung für Laien bestimmt war. Feine instrumentale Wiedergaben. © Goldberg Stiftung



Dr. Lothar Jahn
Minnesang.com

[…] Marc Lewon hat für das Ensemble Dulce Melos bei seiner CD-Einspielung deshalb musikalisch Zusammengehöriges zu kleinen Suiten zusammengefasst. Die ausgedehnteste davon beschäftigt sich mit dem offenbar höchst populären Stück „O rosa bella“, ursprünglich eine italienische Ballade von Leonardo Giustiniani in der Vertonung von John Bedyngham (ca. 1440). Die schöne Rose wird gleich in acht Varianten aufgeblättert, neben den Glogauer Versionen bringt die Suite auch Varianten aus dem Buxheimer Orgelbuch, dem „Chansonnier Cordiforme“ und dem „Trent Codex 89“. Lewon, der auch an der Laute zu hören ist, gelingt eine ebenso klangfarbenreiche wie kunstvolle Umsetzung der Liedersammlung, wozu auch die hervorragenden Vokalsolisten Sabine Lutzenberger und Martin Hummel und der Viola-Maestro Uri Smilansky beitragen. Die schöne Einspielung ist sehr weit vom Liebhabermusizieren entfernt, dem das Buch ursprünglich einmal diente. Schade ist nur, dass in der CD-Laufzeit nur ein kleiner repräsentativer Querschnitt des Liederbuches präsentiert werden kann – dieser macht neugierig auf mehr! © 2013 Minnesang.com






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9:40:47 AM, 16 September 2014
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