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Album Reviews



 
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Marion Beyer
www.klassik.com, April 2013

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert:
Booklet:

Aufgrund der spürbaren musikalischen Begeisterung der beiden Interpreten für die Flötenarrangements und dem sehr erfahrenem Zusammenspiel überzeugt die vorliegende Einspielung.

Die Idee der Flötenarrangements von Mozarts Violinsonaten ist nicht neu. Im Jahr 2009 erschien beim Label Animato bereits eine CD der japanischen Flötistin Shigeko Fukui-Fauser und der Pianistin Yoshiko Murozuka mit insgesamt drei solcher Sonaten-Bearbeitungen. Auf vorliegender CD finden sich vier Sonaten in der Bearbeitung des französischen Flötisten Patrick Gallois, davon zwei (KV 376 und 377), die zuvor von Fukui-Fauser für die Flöte arrangiert worden waren.

Das klangliche Ergebnis überrascht zugegebenermaßen doch in nicht geringem Maß. So eignet sich die melodische Konzeption der ursprünglichen Violinsonaten hörbar recht gut für das hohe Blasinstrument. Lediglich an wenigen Stellen ernüchtert die Flötenstimme und wirkt aufgrund von bläsertechnisch untypischer Gestaltung schwerfällig. Als Beispiel sei hier das ‘Adagio’ der Klaviersonate mit Begleitung der Violine (hier freilich der Flöte) KV 570 genannt. Die weiträumigen Intervallsprünge wirken für die Flöte stellenweise recht dumpf und leider auch ein wenig angestrengt. Weil Gallois auf einer modernen Flöte spielt, hat er selbstverständlich kein Problem mit der Tonart (B-Dur) der Sonate; auf einer klassischen Flöte allerdings würden viele der so hellen, freundlichen melodischen Phrasen recht dunkel wirken und damit wohl auch noch weniger dem intendierten Klang Mozarts gerecht werden können. Im nachfolgenden ‘Allegretto’ kann Gallois zwar bestens mit seiner hervorragende Artikulationstechnik beeindrucken, allerdings sind die vielen Tonrepetitionen und die gestoßenen Sechzehntelketten doch allzu ungewöhnlich für die Flöte.

Weitaus überzeugender ist die Interpretation der Violinsonate KV 377. Die beeindruckend voluminöse Tiefe in Gallois’ Flötenspiel kommt im zweiten Satz ‘Tema con variazioni’ hervorragend zur Geltung, und auch das extrovertierte, kraftvolle, aber stets kontrollierte Klavierspiel der Pianistin Maria Prinz fasziniert in dieser Sonate. Die beiden Musiker bezeugen ohne Einschränkung ihr außerordentlich aufeinander abgestimmtes Zusammenspiel. Besonders ergreifend sind die musikalische Ruhe in diesem Satz und das beachtenswert gesangliche Klavierspiel. Manchmal wirkt der Flötenklang leicht übersteuert, sodass die Intonation dann leider hin und wieder außer Bahn zu geraten droht, sich aber meist schnell wieder fängt.

Insgesamt überzeugen bei der vorliegenden Einspielung vor allem das perfekte Zusammenspiel der beiden Musiker und die differenzierte Interpretation, bei der die Spielfreude von Gallois und Prinz deutlich spürbar ist. Nicht immer können die Violinsonaten und die Klaviersonate in Begleitung der Violine aus konzeptioneller Sicht auch als Flötenarrangements überzeugen, weil viele spieltechnische Anforderungen an die Flöte allzu offen gelegt werden. Trotzdem ist die Leistung der Interpreten, insbesondere die große Ausdruckspalette Gallois’, hoch einzuschätzen. © www.klassik.com



ouverture - Das Klassik-Blog, February 2013

Schaut man in sein Werkverzeich- nis, dann hat Wolfgang Amadeus Mozart (1756 bis 1791) die Flöte nur sehr gelegentlich mit Kompositionen bedacht—was Flötisten bedauern. Denn seine beiden Flötenkonzerte, das Konzert für Flöte und Harfe, das Flötenquartett KV 285 sowie das berühmte Andante KV 315 sind durchaus gelungen, wenn man bedenkt, dass Mozart über die Flöte schrieb, sie sei “ein instrument, das ich nicht leiden kan’.

Sucht man weiter nach Flötenmusik des Komponisten, so finden sich noch einige Sonaten, die er als Achtjähriger in London geschrieben hat. Sie waren für Violine oder Flöte und ein Tasteninstrument bestimmt, und Königin Charlotte gewidmet. Patrick Gallois, ein Schüler von Jean-Pierre Rampal und derzeit einer der besten Virtuosen auf diesem Instrument, hat aus den Sonaten für Klavier, zumeist in Begleitung einer Violine, die Mozart nach seiner Salzburger Kündigung geschaffen hat, vier ausgewählt, und für Flöte und Klavier bearbeitet.

Damit ist ihm ein großer Wurf gelungen, denn sie klingen nun, als wären sie tatsächlich für Flöte entstanden—und stellen eine enorme Bereicherung des schmalen Repertoires dar. Gallois hat die vier Werke gemeinsam mit der Pianistin Maria Prinz bei Naxos eingespielt. Es ist eine gelungene CD, klangschön, elegant und virtuos. Schön wäre es, wenn er nun auch noch die Noten publizieren würde. © ouverture - Das Klassik-Blog



Rainer Aschemeier
The Listener, February 2013

Eine der bei Weitem schönsten CDs des laufenden Monats ist kürzlich bei Naxos erschienen. Sie beinhaltet vier der reifen, späten und kunstvollen Violinsonaten Wolfgang Amadeus Mozarts in Arrangements für Flöte und Klavier.

Diese CD ist so toll und von geradezu unwiderstehlichem Zauber, dass man sich sehr wundert, warum die Macher dieser CD sich ständig selbst dafür entschuldigen, dass sie diese wunderhübsche Veröffentlichung auf den Markt gebracht haben. Das beginnt schon bei dem kurzen Infotext auf der CD-Rückseite und setzt sich im Booklettext weiter fort: Stets ist mehr oder weniger entschuldigend die Rede davon, dass Mozart frühere Violinsonaten auch alternativ für Flöte und Klavier angelegt habe, selbst ein Cello habe er selbst in einer späten Auflage seiner frühesten Violinsonaten zugelassen, sodass das hier unternommene Unterfangen—nämlich auch die späten und reifen Meistersonaten in Fassungen für Flöte und Klavier vorzulegen—gewissermaßen schon irgendwie in Ordnung gehe.

Warum nur drucksen die Macher dieser CD hier so herum? Höchstwahrscheinlich deshalb, weil immer noch das alte Vorurteil herumgeistert, Wolfgang Amadeus Mozart habe eine Art persönliche Abneigung gegen den Klang der Flöte gehabt. Dem Meister selbst wäre es demnach kaum eingefallen, seine späten Violinsonaten—die übrigens zu Mozarts Lebzeiten zu dessen größten kommerziellen Erfolgen gehörten und wegen der großen Publikumsnachfrage europaweit in mehreren Auflagen bis weit nach Mozarts Tod immer wieder nachgedruckt werden mussten—ausgerechnet einem Flötisten in die Hände zu geben. Dieses Vorurteil—eifrig geschürt vor allem durch die wohl einflussreichste und lange Zeit als quasi unantastbar gegoltene Mozart-Monographie des 20. Jahrhunderts aus der Feder des Musikwissenschaftlers und Mozartforschers Alfred Einstein—hält sich ja bis heute, obwohl es von der Forschung längst widerlegt werden konnte.

Aus diesem Grund sollte man hier also nicht die Nase rümpfen. Außerdem war hier einer am Werk, der zu der Créme-de-la-créme der Flötenvirtuosen unserer Tage zu zählen ist, nämlich Patrick Gallois.

Er, der seine Aufnahmen zwar ungewöhnlich aber nicht unsympathisch etwa im Verhältnis 50:50 bei Naxos und Deutsche Grammophon veröffentlichen lässt, ist bereits seit vielen Jahren der für meine Begriffe klangschönste Flötist überhaupt.

Mit welch musikalischem Gespür, welch dynamischem Geschick, welch samtweichem Ton Gallois diese Musik hier in Fassungen interpretiert, die er selbst von Mozarts originalem Violinpart ausgehend für Querflöte übertragen hat, ist einfach nur noch zum Dahinschmelzen.

Seine Klavierpartnerin Maria Prinz, eine Schülerin von Jörg Demus, die als Konzertsolistin bereits unter Riccardo Muti, Neville Marriner und Seiji Ozawa reüssierte, bildet demgegenüber einen fast schon „kernig“ zu nennenden Gegenpart, wobei sich gerade aus dieser Kombination unterschiedlicher Temperamente und Klangvorstellungen ein weiterer großer Reiz dieser tollen CD ergibt.

Ein sehr ansprechender, warm aufgezeichneter Aufnahmeklang rundet die Einspielung ab, an der es nichts, aber auch gar nichts zu mäkeln gibt. Ganz im Gegenteil: Ich persönlich gebe gerne zu, dass ich manche der hier vorliegenden Violinsonaten, die ich größtenteils bereits seit Jahren, zum Teil seit Jahrzehnten kenne, jetzt noch einmal ganz anders zu schätzen weiß. Und ich bekenne auch gerne, dass ich einige der hier zu hörenden Versionen für Flöte und Klavier den Originalen auf lange Sicht vielleicht sogar dauerhaft vorziehen werde.

Wer zum Schluss doch noch einen Kritikpunkt hören möchte, kann diesen wohl am Ehesten in der Aufnahme der Sonate KV 570 finden, die—zumindest aus Mozarts Hand—eine reine Klaviersonate ist. Schon die Fassung für Violine und Klavier aus Mozarts Zeiten ist wohl von fremder Hand transkribiert worden. Diese Transkription nun noch einmal für Flöte und Klavier zu transkribieren, mag dem einen oder anderen vielleicht etwas zu viel der Veränderung am Original sein. Ich persönlich finde aber auch das nicht so schlimm: Das Ergebnis ist einfach so entwaffnend hübsch geraten, dass man gar nicht anders kann, als gerne zuzuhören. © The Listener






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6:46:46 AM, 2 October 2014
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