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Gerhard Persche
Fono Forum, February 2008

Regisseur Peter Konwitschny hat in der Wiener Staatsoper die (sonst kaum gespielte) Ballettmusik zu „Don Carlos“ unter dem Titel „Ebolis Traum“ zu einer köstlichen Sitcom verfremdet. Dem Komponisten, der mit seinen Opern ja weniger den kulinarischen Genuss denn (politische) Reaktionen provozieren wollte, hätte es vermutlich gefallen, ebenso wie die ganze Inszenierung in Johannes Leiackers weißer Bühnenbox mit den niederen Türen, durch die alle in gebückter Haltung müssen — eine wunderbare Metapher für die Knechtung des Menschen durch die Macht. Konwitschnys Interpretation bietet eine Vielfalt der Mittel und Stile inklusive eines als Fernsehevent aufgezogenen, in den Zuschauerraum und die Foyers verlängerten, Darstellungs- und Rezeptionsebene mischenden Autodafe-Bilds, das freilich zu echter Wirkung erst in der TV-Übertragung und nun auf dieser DVD kommt. Wie diese denn auch die Genauigkeit der Personenregie Konwitschnys erhellt (wobei Bildregisseur Anton Reizenstein die unvermeidliche, aber für Sänger nicht immer vorteilhafte Großaufnahme nicht übertreibt). Kompetenter Gesang und engagierte Darstellung konzentrieren sich in stimmigen Charakterbildern.

Im Zentrum steht Bertrand de Billy. Der Dirigent hat für Wien erstmals jene Version durchgesetzt, die schon 1867, vor der Pariser Uraufführung, eingestrichen worden war. Trotz der „Tristan“-Dimensionen wirkt das Ganze nie lang, weil de Billy— wie schon anlässlich der bei Orfeo erschienenen CD festgestellt wurde — seine philologische Mission mit einer hinreißend klaren, nervigen, schlanken Lesart der Partitur verbindet.





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