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Miquel Cabruja
www.klassik.com, March 2010

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Einsame Neonröhren erhellen die finstere Nacht. Bei schwerem Seegang gleiten die Möbel auf Deck einem unsichtbaren Abgrund entgegen…Das suggestiv von der Kamera in Bewegung gesetzte Vorspiel dieses Tristans weckt große Erwartungen. Doch die kann Christoph Marthaler nicht erfüllen: Statt den Konflikten der Figuren auf den Grund zu gehen und die mythische Weite der dramatischen Handlung in Bilder zu bannen, gerät seine Inszenierung zu einem leibfeindlichen Manifest spießbürgerlicher Triebsublimierung.

Marthalers Charaktere wirken über lange Strecken seltsam unbeteiligt und erwachen nur aus ihrem Stupor, um sich in verzweifelter Raserei am Mobiliar zu vergreifen. Überhaupt widmet diese Inszenierung den Requisiten so viel Aufmerksamkeit, dass Personenführung und logische Durchdringung der Handlung ins Hintertreffen geraten. Stehen die unterschiedlichen Epochen, in denen die drei Akte spielen, für die Unendlichkeit menschlichen Verlangens? Wenn dem so ist, wird dies im Liebesduett schamhaft versteckt. Der Moment, in dem sich Isolde ihrer Handschuhe entledigt, ist auch schon die sinnlichste Szene des gesamten Regiekonzepts. Nicht umsonst ziert dieses Bild den Titel der DVD-Ausgabe.

Präziser Dramatiker

Als wolle Marthaler den Graben verdeutlichen, der zwischen ihm und Wagners Stoff liegt, spielt der dritte Akt in einem Gegenwartsmuseum, das so aussieht, wie eine von Chipperfield renovierte Bauruine. Nachdem Tristan auf dem Fußboden krepiert ist, legt sich Isolde in sein Hightech-Bett und zieht sich die Decke über den Kopf. Den anderen Figuren ist’s offensichtlich peinlich: sie schauen betreten weg.

Vier Jahre nach der Premiere wurde Marthalers Produktion mit veränderter Besetzung aufgezeichnet. Am Pult erweist sich Peter Schneider als präziser Dramatiker und setzt einen fesselnden Gegenakzent zum Klein-Klein auf der Bühne. Robert Dean Smith verfügt als hochemotionaler Tristan im kräftezehrenden dritten Akt noch über Reserven und ist so textverständlich, wie man es in den letzten Jahrzehnten selten gehört hat.

Dieses Niveau kann Iréne Theorin als Isolde nicht halten. Schon in der ersten Szene klingt sie verbraucht und entwickelt im Höhenregister unangenehme Schärfen. Wie sie hat auch Michelle Breedt (Brangäne) Schwierigkeiten mit dem Regiekonzept und bleibt in den ‚Habet Acht!‘-Rufen blass. Auch die weiteren Sänger zeigen, wie schwierig es inzwischen selbst in Bayreuth ist, Wagner adäquat zu besetzen. Wer einen aktuellen Tristan auf DVD sucht, bei dem Musik und Inszenierung stimmen, der greife zu Patrice Chéraus Scala-Produktion mit Waltraud Meier und Ian Storey.



M. Wilks
Das Opernglas (Germany), March 2010

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Markus Thiel
merkur-online.de, February 2010

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8:11:42 AM, 2 September 2014
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