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Remy Franck
Pizzicato, September 2012

Was für ein Prachtwerk! Dass Tchaikovskys 1. Symphonie keine Jugendsünde ist und viel zu wenig gespielt wird, war gewusst. Doch wenn die Dirigenten sie nicht vordergründig effekthascherisch, sondern so authentisch gestalten würden wie Dmitrij Kitajenko, wäre sie vielleicht besser bekannt. Kitajenko investiert viel in das Werk, um seinen tief russischen Charakter, seine Melancholie, seine Farben optimal erklingen zu lassen. Er wird dabei von einem hundertprozentig disponierten Gürzenich- Orchester denkbar gut unterstützt. Das Mysterium Russland kommt in dieser Musik vollends zum Ausdruck.

Matte, höchstens mal satinierte Farben, ein untergründiges Grollen, leidenschaftliche Steigerungen charakterisieren den ersten Satz, wo Kitajenko genau den romantisch- schicksalhaften Geist trifft, der diese Symphonie auf ein Niveau mit den bekannten Schwestern 4, 5 und 6 hebt. Scherzo und Finale erlangen dieselbe Größe und Wirkung.

Zentralstück aber ist der zweite Satz, den ich mir nach dem ersten Durchlauf gleich zwei weitere Male angehört habe, anhören musste. Welche Ausdruckskraft wird doch da im gleich zu Beginn geschaffen, noch ehe die Oboe ihren melancholischen Gesang anstimmt. Ergreifender kann man das nicht gestalten. Wer dabei noch keine Gänsehaut hat, bekommt sie beim Höhepunkt des Adagios, bei der Wiederaufnahme des zweiten Themas, die Kitajenko mit einer fast unheimlichen Ruhe ansteuert. Wenn dann aber die Hörner dieses Thema anstimmen und die Streicher sich in erregtem Glanz wie ein hell aufloderndes Feuer mit einer glühenden Intensität darunter mischen, dann ist man als Hörer völlig geschafft und glücklich, mit den Musikern den Satz ruhig, aber auch viele Fragen aufwerfend ausklingen zu lassen. Das sind drei Minuten allerbesten Tchaikovskys. Und wenn sie die einmal unter Kitajenkos Leitung gehört haben, bekommen sie ob des Showcharakters, den andere Dirigenten, von Karajan bis Jurowski, diesem Passus verleihen, einen Lachkrampf. Kitajenko hält die Musik vor dem Horneinsatz nicht so auffällig an wie seine Kollegen, nimmt keinen dramatischen Anlauf (ppp, p und mf verlangt der Komponist), um das Hornthema zum Fortissimo-Showstück zu degradieren (es ist nur ff notiert), sondern lässt es aus allem, was vorherging, herauswachsen. Das sind drei Minuten, die mustergültig zeigen, welch großer, wunderbarer Interpret und Dirigent Dimitrij Kitajenko ist.

Drei kurze Auszüge aus der Bühnenmusik ‘Schneeflöckchen’ beenden die Wintertraum-CD mit entrückten und auch brillanten Klängen. Der Schnee ist ohnehin im Adagio-Feuer längst geschmolzen. © 2012 Pizzicato






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10:13:36 AM, 24 April 2014
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