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8.223221 - STRAUSS II, J.: Edition - Vol. 21
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Die Johann Strauß-Edition

Johann Strauß II, der berühmteste und bis in unsere Zeit hinein erfolgreichste Komponist der wienerischen Musik des 19. Jahrhundens, die zum Vorbild der Unterhaltungsmusik in der gesamten, von der europäischen Kultur geprägten, Welt geworden ist, wurde am 25. Oktober 1825 in Wien geboren. Er ist von der Tradition ausgegangen, die sein, ebenfalls berühmter, Vater, Johann Strauß I. (1804-1849), im Wettstreit mit Joseph Lanner (1801-1843) geschaffen hatte, konnte aber im Zusammenwirken mit seinen Brüdern Joseph (1827-1870) und Eduard (1835-1916) eine deran künstlerische Weiterentwicklung und Vollendung der übernommenen Form des "klassischen Walzers" erreichen, daß seine Werke nicht nur in den Tanzsälen willkommen waren, sondern auch in den Konzenprogrammen einen festen Platz erhielten. Mehr als ein halbes Jahrhundert lang hat Johann Strauß II. nicht nur seine Heimatstadt Wien, die Reichshaupt- und Residenzstadt der Habsburgermonarchie im Zentrum Europas, sondern eben die ganze Welt mit seinen kunstvoll gestalteten, klangvollen Walzern, Polkatänzen, Quadrillen und Märschenfasziniert. Ab dem Jahre 1871 wendete der dreimal verheiratete "Walzer-König" Johann Strauß II. sein Interesse der Komposition von Operetten und sogar einer komischen Oper zu und vollendete neben seinen mehr als 500 Instrumental-Kompositionen auch sechzehn Bühnenwerke, darunter die "Operette der Operetten", die "Fledermaus". Die Instrumental-Kompositionen erreichten im populärsten aller Walzer, "An der schönen blauen Donau" (1867), ihren Höhepunkt. Johann Strauß II. ist nach einem Leben voller Triumphe und Ehrungen am 3. Juni 1899 in Wien gestorben.

Die Marco-Polo Edition ist ein Meilenstein in der Chronik der Strauß-Aufnahmen: sie bietet zum allerersten Male die vollständige Produktion aller Orchesterkompositionen von Johann Strauß. Die Arbeiten des "Wiener Walzer-Königs" sind trotz ihrer hohen Qualität und ihrer kulturhistorischen Bedeutung bisher noch niemals systematisch und komplett, unter Verwendung des noch vorhandenen Archiv-Materials in der ganzen Welt, aufgenommen und veröffentlicht worden. In dieser Produktion werden alle Werke so vollständig, wie dies nur möglich war, in der Original-Instrumentierung gespielt, also so, wie es sich Johann Strauß II., der ja auch ein Meister der Orchestrierung gewesen ist, ausgedacht und seinen Verlegern übergeben hat. Jede Aufnahme ist "echter Johann Strauß".

Johanniskäferln, Walzer (im Ländlerstil), op. 82
Am 28. Juli 1850 veranstaltete Johann Strauß "zu seinem Benefice" im Casino Zögernitz in Oberdöbling (dem einzigen Alt-Wiener Etablissement, das – allerdings in veränderter Form – heute noch besteht) ein großes Wiener Volksfest mit glänzendem Balle, imposanter Illumination und Feuerwerk. Wie er es von seinem Vater gelernt hatte, gab der 25jährige "Schani" diesem Fest auch einen auftrumpfenden Titel: "Prunkszene aus der Residenz". Der junge Strauß leitete an diesem Tage die von seinem Vater übernommene Kapelle sowohl nachmittags bei der "Conversation" als auch abends beim Ball. Im Garten spielte außerdem die ungarische Nationalmusik des Zigeuners Johann Kalozdy. Für den Ball versprach Strauß als Attraktion "neue Walzer: Johannis-Käferln". Im "Fremden-Blatt" wurde vermerkt: "neue Ländler von Strauß unter dem Titel 'Johannis-Käferln"'. BeideAngaben waren richtig, denn die Partie "Johannis-Käferln" ist ein typischer Walzer im Ländlerstil, wie Strauß-Vater seine Widmungen für die Ballfeste im Umland von Wien gern genannt hatte. Es ist durchaus möglich, daß die Gäste dieses Festes auch echte "Johannis-Käferln" zu sehen bekamen, denn so nennt man in Wien die Glühwürmchen, und diese sind in freundlichen Sommernächten gerade im Raum Döbling – Grinzing – Kahlenberg sehr oft und zahlreich zu sehen. Leider spielte an diesem 28. Juli das Wetter nicht mit: es regnete ziemlich stark, und so konnte wohl die vorgesehene Umrahmung mit Illumination und Feuerwerk nicht ausgeführt werden. (Das Fest wurde daher in vollem Umfang am 4. August wiederholt.) Aber der neue Walzer wurde beim Ball in Zögernitz' Casino vorgeführt und der Referent des "Wanderer" vermerkte am 30. Juli: "Strauß entwickelte in den 'Johannis-Käferln' wieder sein schönes und reiches Kompositionstalent, das ihn in seines Vaters Fußstapfen treten läßt." Strauß-Sohn, der sich damals nach allgemeiner Ansicht noch nicht aus dem Schatten seines im Herbst 1849 verstorbenen Vaters hatte lösen können, hat sich bei dieser Komposition viel Mühe gegeben: das zeigt die zarte Introduktion, in der das flimmernde Glitzern der Glühwürmchen angedeutet wird, ebenso wie die sorgfältige Gestaltung des ersten Walzermotivs, bei dessen Wiederholung eine einprägsame Gegenstimme vorgeführt wird. Man kann die Begeisterung verstehen, die gerade diese Komposition bei den Zeitgenossen ausgelöst hat. Strauß selbst hat das Werk übrigens ebenfalls nicht vergessen und es bei verschiedenen Gelegenheiten dem Publikum wieder in Erinnerung gerufen. Das war eine Auszeichnung, die keiner anderen Komposition aus dieser Epoche seines Schaffens zuteil geworden ist. Die "Johannis-Käferln" gehören auch in unseren Tagen zu den bekanntesten Stücken des Walzerkönigs.

Sans-Souci-Polka, op. 178
Der Traum vom sorglosen, "paradiesischen" Leben ist in der Geschichte der Menschheit, vor allem bei den kultivierten Völkern Europas und Asiens, immer wieder geträumt worden: der Preußenkönig Friedrich, der allerdings den Großteil der Mühsal und Plage die sein Leben begleitet haben, seinem eigenen, ruhelosen Ehrgeiz zuzuschreiben hatte, schuf sich ein Refugium, das er als "Sans-Souci" bezeichnete, in seiner Residenz in Potsdam; die Wiener waren da weit bescheidener, und nannten einen Vergnügungsort in der Hinterbrühl bei Mödling ebenfalls "Sans-Souci" (vgl. auch die "Sans-Souci-Quadrille", op. 63, von Johann Strauß aus dem Jahre 1849). Der Zeichner des Titelblattes der Erstausgabe der "Sans-Souci-Polka" dachte, als er einen Jüngling in einer idyllischen Landschaft "auf der Wiese liegen und mit der Seele baumeln" ließ, an Schloß Laxenburg im Süden Wiens: das Traumbild dieses jungen Mannes erinnert nämlich ganz unverkennbar an den Turm der Franzensburg auf dem Arreal von Laxenburg, die allerdings den Mitgliedern des Kaiserhauses, die darin im Frühling und im Sommer wohnten, ganz und gar nicht "paradiesisch" vorgekommen ist. Das haben die Gedichte der jungen Kaiserin Elisabeth (Sisi) bewiesen, aber auch Prinzessin Stephanie von Belgien war von dem düsteren Bau bedrückt, den sie nach ihrer Heirat mitdem Kronprinzen Rudolf kennenlernte.

Es ist bezeichnend, daß Johann Strauß gerade dann den Begriff "Sans-Souci" in den Titel seiner Kompositionen aufnahm, wenn er sich – um es modern auszudrücken – im Streß befand. Im für ihn besonders schwierigen Jahr 1849 ist, wie bereits erwähnt, die "Sans-Souci-Quadrille" entstanden, und im kurzen Fasching 1856, als Strauß zwischen seiner Erholungsreise nach Gastein im Sommer 1855 und dem Aufbruch zu seinem ersten Gastspiel in Rußland u. a. die "Sans-Souci-Polka" schrieb, kam er – wie er in einem Brief selbst formuliert hat, "kaum zu Atem". Umso schwungvoller aber fiel die Polka aus, die er bei seinem Benefizball im Etablissement Schwender in der Vorstadt Rudolfsheim, vor der Mariahilfer Linie, am 21. Januar 1856 zum ersten Male aufspielte. Echt "straußisch" vorgetragen, ist diese Polka durchaus imstande, die Last des Alltags zu überwinden und die Tänzer (wie die Zuhörer) zu beflügeln. Diese Tugend hat der Polka auch zu einem weiteren Triumph verholfen: als Strauß im Frühling 1856 zum ersten Male in Pawlowsk bei St. Petersburg gastierte, war es gerade die "Sans-Souci-Polka", die neben dem Walzer "Juristenball-Tänze", op 177, das Publikum zu Begeisterungsstürmen mitriß; sie zählte daher zu den Favorit-Piecen dieser Saison. Sie wurde vom Publikum insgesamt 99 Mal zur Wiederholung verlangt und von Strauß bereitwillig aufgespielt.

Orpheus-Quadrille, op. 236
Ab der im Jahre 1855 erfolgten Eröffnung der "Bouffes parisiennes" eroberten die unterschiedlichen Bouffonerien und Singspieledes Wahlparisers Jacques Offenbach das Publikum der französischen Metropole. Etwa drei Jahre später begann der Siegeszug der schließlich unter dem Sammeltitel "Operette" bekannten Bühnenwerke Offenbachs durch Europa. Die am 10. Oktober 1857 uraufgeführte Operette "Le Mariage aux lanternes" erreichte etwa drei Jahre später die Reichshaupt- und Residenzstadt der Donaumonarchie: der Schauspieler Carl Treumann hatte aus Paris das Textbuch und aus Berlin den Klavierauszug des Werkes nach Wien gebracht und veranlaßte seinen Direktor, den Schauspieler und Theaterdichter Johann Nestroy, das Stück unter dem Titel "Hochzeit bei Laternenschein" auf die Bühne des Carltheaters zu bringen. Das Werk wurde für Wiener Verhältnisse umgearbeitet: dabei sorgte der Hauskapellmeister des Carltheaters, Carl Binder, für die Instrumentation und ein neues Arrangement des Klavierauszugs. Das war zwar auch damals schon verboten, aber zwischen Paris und Wien gab es politische Spannungen, die schließlich zum Feldzug in Oberitalien im Jahre 1859 führten, und Offenbach sah daher keine Möglichkeit, das widerrechtliche Vorgehen des Duos Nestroy-Treumann zu unterbinden. In der Folge gelangten noch einige weitere Stücke Offenbachs in der Übersetzung Carl Treumanns und der musikalischen Fassung Carl Binders auf die Bühne des Carltheaters. Ihr Erfolg beim Publikum leitete auch in Wien die "Ärader Operetten" ein. Am 21. Oktober 1858 bot Jacques Offenbach dem Pariser Publikum sein erstes, abendfüllendes Bühnenwerk, die Opéra buffon "Orphée aux Enfers". Diesmal dauerte es nur bis zum 17. März 1860, bis auch die Wiener diese fröhliche, mythologische Travestie kennenlernten. Direktor Johann Nestroy hatte selbst den Text der Librettisten Crémieux und Halévy übersetzt und mit seinen Einfällen angereichert. Die Paraderolle des Jupiter hatte er für sich selbst umgeschrieben. Bei der Musik wurde allerdings (zum letzten Male übrigens) das bereits bewährte Verfahren beibehalten: Kapellmeister Carl Binder arrangierte die Musik Offenbachs nach seinen Vorstellungen neu. Vor allem ersetzte Binder das kurze Vorspiel Jacques Offenbachs durch eine grandiose Ouvertüre, in der Binder die Motive Offenbachs so geschickt einsetzte, daß eine der besten Operettenouvertüren der gesamten Literatur entstand. Leider wird heute bei der Aufführung dieser Ouvertüre nur allzuoft vergessen, daß dieses Werk eben nicht von Offenbach, sondern von Carl Binder stammt.

Aber natürlich entschied auch in Wien die Musik Jacques Offenbachs den triumphalen Erfolg der Erstaufführung von "Orpheus in der Unterwelt" am 17. März 1860. Johann Strauß war im Carltheater anwesend und verfaßte sofort nach der Aufführung seine "Orpheus-Quadrille", und zwar, wie ausdrücklich angemerkt wurde, "nach Memoiren", also nach seiner Erinnerung. Nun – Strauß hat sehr gut aufgapaßt und ganz souverän die effektvollsten Motive der Musik in der Quadrille zusammengefaßt. Den Höhepunkt bildete natürlich der "Galop infernal", also der berühmte "Höllen-Cancan". Die Uraufführung der Quadrille wurde für das Volksgarten-Konzert am 15. April 1860 angekündigt, sie dürfte allerdings drei Tage später im Etablissement "Zum großen Zeisig" stattgefunden haben, denn erst am 20. April bestätigte die "Theaterzeitung", daß diese Quadrille "mit donnerndem Applaus aufgenommen" worden sei.

Cycloiden, Walzer, op. 207
Der Titel, den der 32jährige Johann Strauß über die Noten seines Opus 207 geschrieben hat, ist ein deutlicher Beweis dafür, daß vor allem in den fünfziger Jahren des vorigen Jahrhunderts die Ballveranstalter bestimmen konnten, wie das Werk "getauft" werden sollte, das ihnen pflichtgemäß vom konzertierenden Musikdirektor gewidmet werden mußte. Der Walzer, op. 207, war für den Ball der Hörer der Technik an der Hochschule zu Wien bestimmt, der am 10. Februar 1858 im Sofiensaal stattfand. Daher wählten die Techniker als Titel einen Begriff, der wohl nur einem kleinen Kreis von Mathematikern und Technikern vertraut war: "Cycloiden". Musikfreunde mußten wohl im Lexikon nachschlagen, um zu erfahren, was unter "Cycloiden" zu verstehen sei: dort konnten sie die Erklärung finden, Cycloide, auch "Radlinie", heiße eine der merkwürdigen, krummen Linien in der Geometrie wie in der Mechanik.

Wenn ihnen diese Angabe zur Erklärung noch nicht genügte, konnten sie auch noch dem Lexikon entnehmen, daß es noch etliche unterschiedliche Cycloide gebe. Nun kann man annehmen, daß Strauß sich für alle diese Weisheiten nicht sonderlich interessiert habe: er legte einfach mit einem schwungvollen Walzer los, in dessen Verlauf er allerdings ebenfalls Probleme zu lösen suchte, nicht Probleme der Geometrie oder der Mechanik, sondern der musikalischen Entwicklung im Spannungsfeld zwischen dem traditionellen, wienerischen Walzer und der damals neuen Musik im Sinne der Kompositionen von Franz Liszt, Giacomo Meyerbeer und Richard Wagner. Diese musikalischen Probleme und ihre Lösungen sind es, die gerade den Walzer "Cycloiden" so interessant und reizvoll erscheinen lassen.

Der Zeichner des Titelblattes wußte mit dem Namen "Cycloiden" offenbar auch nicht allzuviel anzufangen: er wies also einfach auf den technischen Fortschritt hin und postierte ein Dampfschiff neben einem Leuchtturm und einer Weltkugel, bzw. eine Dampfmaschine neben einem Fabrikschornstein. Für die Studenten zeichnete er Eichenlaub und blühende Myrthenzweige, also Symbole für studentisches Wesen und für – Aphrodite, die Göttin der Schönheit und der Liebe! Und gerade dieses Symbol paßte weit besser zu den Strauß-Melodien als die rätselhaften Linien der "Cycloiden".

Patronessen-Polka (francaise), op. 286
Ein Jahr der (persönlichen) Zwietracht war zu Ende gegangen, als die Ballsaison 1864 begann: die Brüder Strauß hatten sich von ihrem langjährigen Verleger Carl Haslinger getrennt und dieser hatte ihnen mit dem jungen Kapellmeister Michi Ziehrer (der sich seinem Protektor Haslinger zuliebe Carl Michael Ziehrer nannte) einen Konkurrenten im Walzergeschäft erstehen lassen. Ein Jahrder (politischen) Zwietracht hatte soeben begonnen, das sehr rasch den Krieg um Schleswig-Holstein mit sich bringen sollte. Trotzdem entstanden gerade in dieser Zeit mehrere der wertvollsten, anmutigsten und reizvollsten Kompositionen der Brüder Strauß. Obwohl sich Johann Strauß seit seiner Ernennung zum Hofball-Musikdirektor (1863) von der Leitung der Strauß-Kapelle zurückzuziehen begonnen hatte und nur noch bei den Nobelbällen selbst an der Spitze des Orchesters erschien, komponierte er im Fasching 1864 noch eifrig mit: in einem weiteren Zerwürfnis, das allerdings nur von lokaler Bedeutung war, ließ er sich sogar dazu herbei, beiden Kontrahenten in diesem rasch wieder beigelegten Streit mit Widmungen gefällig zu sein. Das Lager der Juristen in der Kaiserstadt war im Fasching 1864 in zwei Gruppen gespalten und jeder der beiden Organisationen organisierte ein eigenes Ballfest. Mit dem Herzen scheint Strauß jenem Komitee näher gewesen zu sein, das den zweiten Juristenball des Jahres 1864 organisiert hatte, der am 2. Februar im Sofiensaal abgehalten wurde. Denn während er für den traditionellen Ball "nur" eine Schnellpolka bereit stellte ("Juristenball-Polka" schnell, op. 280), schrieb er für die Komiteedamen die ungemein graziöse, elegante "Patronessen-Polka". Strauß mag dieses Werk ursprünglich für den Konzertgebrauch entworfen haben und erst dann, als die Spaltung im Lager der Juristen aktuell geworden war, für den zweiten Juristenball verwendet haben, denn ausgerechnet bei der Partitur dieses Werkes findet sich im Finale zusätzlich ein "Schluß bei Ball". Das anmutige Werk gefiel begreiflicherweise auch dem Kapellmeister Adolf Müller jun. und fiel ihm sofort ein, als er die Musik zur Operette "Wiener Blut" arrangierte (Duett: "Ich kann mich nicht beklagen, er ist ein Cavalier", Finale erster Akt). Es gehörte aber auch zu den Lieblingsstücken des Dirigenten Clemens Krauss, der es beim Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker im extrem schwierigen Jahr 1945 aufs Programm gesetzt hat.

Geschichten aus dem Wienerwald, Walzer, op. 325
Der Walzer "Geschichten aus dem Wienerwald" von Johann Strauß wird in der Regel so gründlich, ja auf geradezu lächerliche Weise, mißgedeutet, daß man ein klein wenig weiter ausholen muß, um die Dinge wieder ins Lot zu bringen.

Das möglicherweise publikumswirksamste, gewiß aber dümmste Klischee hatte die Filmindustrie anzubieten: der junge Schani promeniert mit der blutjungen Jetty über die Höhen des Kahlengebirges und die Vöglein zwitschern ihm die Walzerweisen zu! Nun – Johann Strauß war immerhin bereits 43 Jahre alt, als er den Walzer "Geschichten aus dem Wienerwald" zum ersten Male aufspielte. Seine Gattin Jetty hätte (sie hat sich gehütet!) ihren 50. Geburtstag feiern können. Und im Wienerwald ist Johann Strauß mit Sicherheit niemals spazieren gegangen; er war der Stadt-Mensch par excellence, der sich am wohlsten in den eigenen vier Wänden fühlte (siehe sein zum Café Strauß ausgestaltetes Spielzimmer in seinem Palais in der Igelgasse). Und wenn Strauß wirklich einmal gezwungen war, auf der Strecke der Kaiserin Elisabeth-Westbahn den Wienerwald in Richtung St. Pölten – Linz zu durchfahren, dann fürchtete er sich vor der Steigung, den" Abgründen" und den Tunnels so sehr, daß er die Vorhänge im Kupee zuzog. Ja er soll sich gelegentlich sogar auf den Boden des Waggons gesetzt haben.

Dem Walzer "Geschichten aus dem Wienerwald" liegt genauso wie dem "Dorfschwalben"-Walzer von Joseph Strauß ein literarisches Programm zugrunde. Er ist überdies ein beglückender Ausdruck der Heimatliebe, die in Johann Strauß heftig aufgeflammt war, als die Donaumonarchie Österreich im Jahre 1866 im Kampf gegen Preußen ihren Rang als Großmacht verloren hatte. Der Walzer "An der schönen blauen Donau" kann als erste Reaktion auf die Ereignisse auf den böhmischen Schlachtfeldern gelten, der Walzer "Geschichten aus dem Wienerwald" bietet dazu eine Erweiterung und Ergänzung.

Sagt man statt "Geschichten": "Melodien", dann ist der Inhalt dieses Walzers
auch schon erklärt: die Menschen aus den kleinen Siedlungen rings um die Metropole Wien werden durch das Zitieren ihrer Musik beschworen. Johann Strauß hatte Zither-Spieler wiederholt bei seinen Konzerten in Wien und in Pawlowsk bei St. Petersburg in Rußland als Solisten verwendet; nun holte er einen dieser volkstümlichen Musiker in die Mitte seines großen Orchesters. Während der Introduktion sollte die Zither auf die enge Bindung der wienerischen Musik mit den Tanzweisen und Liedern aus Niederösterreich, und damit wieder aus dem Lande ob der Enns und aus der Steiermark verweisen. Im Ausklang der weitangelegten Tondichtung "Geschichten aus dem Wienerwald" griff Strauß noch einmal auf diesen Hinweis zurück, um ihn gleichsam zu unterstreichen. Und der herrliche Geigenwalzer, den er aus den heimischen Nationaltänzen heraus entwickelte, gleitet immer wieder in die Sphäre des Ländlers, des Walzers im Ländlerstil, zurück, wie sein Vater ihn draußen in Ungers Casino vor der Hernalserlinie aufgespielt hatte und wie er selbst es von ihm übernommen hatte.

Die "Geschichten aus dem Wienerwald" waren kein Tanzwalzer: sie erklangen zum ersten Male bei einem Konzert im Wiener Volksgarten am 19. Juni 1868 und wurden einige Tage später bei einer großangelegten Liedertafel des Wiener Männergesangvereins im Konzertteil dieser Veranstaltung in der "Neuen Welt" in Hietzing wiederholt. Beide Male griff Johann Strauß selbst zur Geige, um das Werk dem Publikum vorzustellen. Beim Konzert im Volksgarten fand der Walzer seinen Platz zum Beispiel neben der damals neuen Musik aus Richard Wagners "Meistersinger", die 1868 weder in der Hofoper noch im Musikverein, sondern eben nur in den Strauß-Konzerten zu hören war. Man muß sich daran erinnern, um jenem gefährlichen Strauß-Klischee zu entrinnen, das so verbreitet war und noch ist, daß es den Blick aufdie Bedeutung des Künstlers Strauß manchmal verstellt. Von Richard Wagner her gesehen, ergeben sich auch die richtigen Dimensionen für die "Geschichten aus dem Wienerwald": der große, weitausgreifende Konzertwalzer bietet die Apotheose der Nationalmusik aus dem Wiener Umland in der österreichischen Musikgeschichte. Dies – und die Fülle begnadeter Einfälle, die sich hier aneinanderreihen – machen den besonderen Rang der Komposition im Werksverzeichnis der Brüder Strauß aus.

Auf dem Titelblatt der Erstausgabe des Walzers "Geschichten aus dem Wienerwald" findet sich die Widmung: "Seiner Durchlaucht Herrn Fürsten Constantin zu Hohenlohe-Schillingsfürst". Das Werk war also dem damaligen Obersthofmeister am Wiener Kaiserhof zugeeignet, der im Palais Augarten auf der Donauinsel residierte. Es wäre denkbar, daß Strauß seinen Walzer in einer Voraufführung den Gästen des Fürsten und seiner kunstsinnigen Gattin zu Gehör gebracht hat, denn die Fürstin Hohenlohe, die Tochter der langjährigen Geliebten des Klaviervirtuosen und Komponisten Franz Liszt, also eine geborene Prinzessin Sayn-Wittgenstein, hat in einem Schreiben an Strauß hervorghoben, daß "die Aufführung Ihres schönen Walzers" ihr eine so große Freude verschafft habe, daß sie dem Komponisten ein Andenken überreichen ließ. Aber die Fürstin kann den Walzer selbstverständlich auch bei der Uraufführung im k. k. Volksgarten gehört haben, der ja zum Hofarreal gehörte und daher ebenfalls der Aufsicht ihres Gatten unterstand. Der Walzer "Geschichten aus dem Wienerwald", der sogleich als eines der Meisterwerke des Komponisten erkannt und anerkannt worden ist, wurde später in vielen Bearbeitungen publiziert; u.a. wurde der Part der Zither nach der Gepflogenheit der wienerischen Volksmusik von zwei Geigen übernommen und in dieser Form aufgeführt. Zitate des Walzers finden sich u. a. in der Musik der Operette "Wiener Blut".

Tändelei, Polka Mazur, op. 310
Das Jahr 1866 stand völlig im Zeichen des deutsch-deutschen Krieges, genauer gesagt, des Feldzugs der Armeen des Königreichs Preußen gegen die Nordarmee der Habsburger-Monarchie Österreich. Zur Vorbereitung dieser Auseinandersetzung hatte sich Preußen mit dem Königreich Italien verbündet, das sich von einem Sieg die völlige Vertreibung der Österreicher von italienischem Boden, in erster Linie aber die Preisgabe Venetiens (mit der Hauptstadt Venedig) versprach. Die Donaumonarchie hätte den Krieg gern vermieden; während des Faschings versuchte man noch, die Sorgen über die künftige Entwicklung zu bannen; die Brüder Strauß boten ihr ganzes Können auf und präsentierten dem Publikum nicht weniger als 23 neue Kompositionen. Aber auch diese Fülle mitreißender Tanzweisen konnte die Bevölkerung der Donaumonarchie und ihrer Metropole Wien nicht darüber hinwegtäuschen, daß eine wichtige Entscheidung in naher Zukunft bevorstand. Am 14. Mai erfolgte der Ausmarsch der Truppen aus den Raum Wien, am 17. Juni erließ Kaiser Franz Joseph das Manifest, das den Beginn des Krieges anzeigte. Schon am 3. Juli 1866 war alles entschieden: die Truppen Preußens hatten der österreichischen Nordarmee in der Schlacht von Königgrätz (Sadowa) eine vernichtende Niederlage zugefügt. Franz Joseph sah sich gezwungen, Frieden zu schließen und dabei Venetien abzutreten, obwohl die österreichische Südarmee die italienischen Truppen in die Flucht geschlagen hatte und in der Seeschlacht vor Lissa auch die Flotte des Königreichs Italien besiegt worden war. Die Niederlage bei Königgrätz bedeutete schließlich den "Anfang vom Ende" der Donaumonarchie Österreich. Das wußte auch Johann Strauß. Unter dem Eindruck dieser Ereignisse wurde aus dem Kosmopoliten Strauß ein Patriot, dem das Schicksal seiner Heimat persönliches Leid bereitete. Strauß wandte sich vom politischen Geschehen bewußt ab und schrieb eine Reihe von Kompositionen, die in keinerlei Verbindung dazu standen. In diesem für Österreich tragischen Sommer 1866 waren alle drei Strauß-Brüder in Wien und erschienen abwechselnd an der Spitze der Strauß-Kapelle. Im August 1866 arrangierten sie ein patriotisches Fest im Wiener Volksgarten, und zwar für den 17. August, den Vorabend des Geburtstages Franz Josephs. Durch die Ungunst der Witterung mußte dieses Fest auf den 21. August verschoben werden. An diesem Abend erschien Johann Strauß mit einer Widmung vor dem Publikum: es war eine zeitlose Polka Mazur mit dem als Flucht aus der Gegenwart zu deutenden Titel "Tändelei". Gewichtlos "tändeln" die Motive vorbei, ganz so, als habe sich in diesem Sommer nichts Wichtiges ereignet, als sei nichts Anderes aktuell als eben eine – ablenkendei – Tändelei...

Rotunde-Quadrille, op. 360
Der sensationelle Erfolg der Weltausstellung, die im Jahre 1867 in Paris veranstaltet wurde (vgl. "Figaro-Polka", op. 320), erweckte den Ehrgeiz der Wirtschaftstreibenden in der Donaumonarchie, auch in Wien eine solche Leistungsschau abzuhalten. Im Jahre 1873 war es dann so weit: im Prater war ein kühner Rundbau (er war technisch sehr anspruchsvoll und wurde denn auch nicht rechtzeitig fertig) errichtet worden, die "Rotunde"; sie war umgeben von zahlreichen Pavillons, in denen Gäste aus ganz Europa ihre Waren und Kunstgegenstände anbieten konnten, und natürlich auch von einer "Muschel" für die Musik. Zum großen Ärger seines Bruders Eduard war Johann Strauß aufgefordert worden, für die musikalischen Darbietungen eine "Weltausstellungskapelle" zu verpflichten und an der Spitze dieses Orchesters, abwechselnd mit dem ständigen Dirigenten, jeweils einige seiner Kompositionen vorzuführen. Engagiert wurde die Kapelle Julius Langenbachs aus Elberfeld.

Nun – so erfolgreich die Pariser Weltausstellung gewesen war, so gnadenlos vom Pech verfolgt wurde die Ausstellung im Wiener Prater. Daß die Rotunde, die nach den Plänen des englischen Ingenieurs John Scott Russell von einer Duisburger Firma errichtet wurde (das Gebäude hatte einen Durchmesser von 108 Meter und eine ca. 84 Meter hohe Kuppel), nicht rechtzeitig vollendet werden konnte, war noch das kleinste Übel. Aber kurz vor der feierlichen Eröffnung der Monsterschau begann es in Wien in Strömen zu regnen: die ungünstige Witterung hielt viele Wochen hindurch an, der ganze Prater verwandelte sich in ein Sumpfgelände, die erwarteten Gäste blieben aus und es war sehr bald abzusehen, daß sich zuletzt ein finanzielles Debakel ergeben mußte. Dazu kam, daß am 9. Mai 1873, dem "schwarzen Freitag" – die Ausstellung war erst einige Tage eröffnet – die Börse "krachte" und erstaunlich breite Kreise der Bevölkerung, vom Dienstmädchen bis hinauf zu Mitgliedern des Kaiserhauses, die sich in Spekulationsgeschäfte eingelassen hatten, verloren ihr Vermögen. Im Juli brach dann auch noch die Cholera aus ... Johann Strauß hat sich unter diesen Umständen nur ungern und selten dazu bereit gefunden, als Dirigent der "Weltausstellungskapelle" aufzutreten. Auch seine Widmung an den Organisator der Weltausstellung, Wilhelm Frh. von Schwarz-Senborn, fiel vergleichsweise bescheiden aus: Strauß arrangierte aus etlichen Motiven der Operette "Carneval in Rom" die ohnedies fällige Quadrille, gab ihr den Namen "Rotunde-Quadrille" und spielte sie irgendwann, an einem nicht allzu verregneten Abend im Frühjahr 1873 im Wiener Prater zum ersten Male auf. Als das Werk im Juli im Druck erschien, war übrigens Frh. von Schwarz-Senborn nicht mehr Generaldirektor der Weltausstellung. Der Bau der Rotunde beherbergte die "Wiener Messen" bis zum Jahre 1937: dann brannte das Gebäude eines Nachts ab. Dabei gab es keine (weiteren) Opfer.

Figaro-Polka, op. 320
Für den Sommer 1867 war die Durchführung einer Weltausstellung in Paris geplant. Es war die vierte, derartige Veranstaltung (Vorgänger: London 1851 und 1862, Paris 1855) und man versprach sich von dieser Industrieschau angesichts des rasanten, technischen Fortschritts der "Gründerzeit" sensationelle Ergebnisse. In Wien trug sich Johann Strauß mit der Absicht, am Rande der Weltausstellung Konzerte zu veranstalten, um sich dem internationalen Publikum vorzustellen. Der Plan konkretisierte sich, als Comte Charles Xavier Eustache d'Osmond im Fasching 1866 in Wien erschien und bei dieser Gelegenheit seine Vermittlungsdienste in Paris anbot. In der Karwoche 1866 reisten Johann und Joseph Strauß selbst in die französische Metropole, um die Lage zu erkunden. Dabei fiel die Entscheidung, die Strauß-Kapelle in Wien zu belassen und für die Expedition nach Paris die Zusammenarbeit mit einem anderen Orchester zu vereinbaren. Es fand sich schließlich die tüchtige Kapelle des Musikdirektors Benjamin Bilse (1816-1902) und Bilse war bereit, gemeinsam mit Strauß das Wagnis der Konzerte vor dem Publikum der Weltausstellung zu unternehmen.

Obwohl Johann Strauß von der Gattin des österreichischen Botschafters in Paris, von Pauline Fürstin Metternich, bei einem großen Ball im Gesandtschaftsgebäude "ganz Paris" präsentiert wurde, ließ der Besuch der ersten Konzerteder Kapelle Bilse unter der gemeinsamen Leitung Strauß/Bilse zu wünschen übrig. Aber Strauß gewann einen wertvollen Helfer, den Chefredakteur der Pariser Zeitung "Le Figaro", Monsieur Hypolite Auguste Delaunay de Villemessant (1810-1879). In einer Serie von Artikeln und Notizen wies in der Folge "Le Figaro" auf die Konzerte der Kapelle und vor allem auf die Leistungen des Dirigenten und Komponisten Johann Strauß hin. Das Publikum strömte in die Konzerte, war von Strauß und seinen Werken begeistert: am Ende stand ein grandioser Triumph des Wiener Walzerkönigs in Paris. Johann Strauß bedankte sich bei Monsieur Villemessant mit der Komposition einer sehr aparten Polka française, die den Titel "Figaro-Polka" erhielt und die dem Herrn Chefredakteur auch gewidmet wurde. Zum ersten Male wurde ein Klavierauszug des Werkes im "Paris Magazine" am 28. Juli 1867 veröffentlicht. Zwei Tage später veröffentlichte auch "Le Figaro" die Polka und gleichzeitig erfolgte die Uraufführung beim Konzert im "Cercle International". In Wien wurde die Polka zusammen mit der Polka Mazur "Stadt und Land", op. 322 (Vol. 18), erst am 19. Januar 1868 vorgeführt, und zwar vom Komponisten selbst, der an diesem Abend die Serie der Promenade-Konzerte in den Blumensälen der Gartenbaugesellschaft einleitete.

Ottinger-Reiter-Marsch, op. 83
Am 6. Oktober 1850 war im Wiener "Fremden-Blatt" folgende Anzeige zu lesen:
"K. K. Volksgarten. Heute Sonntag letztes großes Promenadefest im Freien zum Benefize Johann Strauß unter Mitwirkung einer Militärkapelle. Hiebei neu, zum 1. Male: 'Ottinger Reiter-Marsch' von Johann Strauß, der von beiden Musikkapellen im Vereine ausgeführt werden wird."

Nun hat Johann Strauß in jener Zeit, in der die Reichshaupt- und Residenzstadt Wien unter dem Belagerungszustand lag (Herbst 1848 bis Herbst 1853) einige Militärmärsche komponiert, weil dies für jeden Musikdirektor in der Monarchie damals einfach unvermeidlich war. Aber dieser Marsch mußte jene Anhänger des jungen Strauß empören, die im Revolutionsjahr 1848 ebenso wie Strauß selbst, keineswegs auf der Seite der kaiserlichen Truppen zu finden gewesen waren: allein schon der Name Ottinger im Titel des Werkes mußte unweigerlich befremden. Denn der General der Kavallerie, Franz Frh. von Ottinger, war in den Jahren 1848 und 1849 mit seiner Truppe besonders erfolgreich, aber auch mit unerbitterlicher Härte gegen die "aufständischen" Ungarn (die sich als Freiheitskämpfer fühlten!) vorgegangen. Er hatte maßgeblich an der Wiedergewinnung Pest-Ofens mitgewirkt und anschließend die flüchtende Honved-Armee bis weit in den Süden Ungarns hinein verfolgt. General Ottinger war dafür vom Kaiser Franz Joseph mit dem höchsten Orden der Monarchie, mit dem Maria-Theresia-Orden, ausgezeichnet worden. Aber gerade deshalb war er weiten Kreisen des liberalen..Wiener Bürgertüms zumindest unheimlich, ja er war bei gar nicht wenigen Österreichern ausgesprochen verhaßt. Johann Strauß sah sich deshalb veranlaßt, in die oben genannte Anzeige eine Bemerkung einzufügen: "Die Composition und Benennung des Marsches ist vom löblichen Offizierscorps des Kürrassier-Regiments Graf Wallmoden veranlaßt worden." Strauß wollte damit signalisieren, daß es sich bei dieser Komposition um ein Auftragswerk handle und daß er sich dieser "Veranlassung" durch die Offiziere eines Regiments, das zum Corps des Generals Ottinger gehört hatte, nicht entziehen konnte. Der Regimentsinhaber Ludwig Graf Wallmoden-Gimborn gehörte überdies zu den einflußreichsten Kommandeuren der k. k. Armee. Franz Freiherr von Ottinger (1792-1869) wurde schließlich zum Feldmarschall befördert und übernahm die Patronanz über das Husaren-Regiment Nr. 1 ("Kaiser Franz Joseph"); und so wurde der "Ottinger-Reiter-Marsch" schließlich zu einem musikalischen Wahrzeichen dieses Regiments. In den Programmen der Strauß-Kapelle war er allerdings in späteren Jahren nicht mehr zu entdecken. Erhalten blieben von diesem Werk offenbar nur der Klavierauszug und die Partitur für "Türkische Musik", also für Bläserbesetzung. Diese liegt der Aufnahme zugrunde.


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