About this Recording
8.557566 - PAVLOVA, A.: Symphonies Nos. 2 and 4 (Moscow Radio Tchaikovsky Symphony, Fedoseyev)
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Alla Pawlowa (geb. 1952)
Symphonien Nr. 2 & 4

Die Komponistin und Musikwissenschaftlerin Alla Pawlowa erwarb 1983 an der Moskauer Gnessin- Musikschule ihren Magistergrad. Anschließend lebte sie bis 1986 in der bulgarischen Hauptstadt Sofia, wo sie für den bulgarischen Komponistenverband und die bulgarische Nationaloper arbeitete. Von 1986 bis 1990 arbeitete sie in Moskau für den Vorstand der russischen Musikgesellschaft. Seit 1990 lebt sie in New York (sie ist Mitglied der dortigen Komponistinnengesellschaft). Ihr Schaffen umfasst bislang vier Symphonien sowie weitere Orchester-, Instrumental- und Vokalwerke, die in den USA, in Europa und Kanada aufgeführt wurden. Besonders interessieren sie die Bereiche Film, Theater und Tanz sowie Musik für Kinder.

Die Symphonie Nr. 2 für das neue Jahrtausend komponierte Alla Pawlowa 1997/98. Die erste Aufnahme des Werkes entstand 1999 in Moskau mit dem Internationalen Symphonieorchester ‘Globalis’ unter Konstantin Krimets und wurde ein Jahr später von Albany Records in den USA veröffentlicht.

Über diese Symphonie schreibt Alla Pawlowa: `Es war dies mein erstes Werk für großes Orchester, und nach der Aufnahme hatte ich den Eindruck, ich sollte einige Änderungen an dem musikalischen Material vornehmen. Die vorliegende Revision der zweiten Symphonie entstand im August und September 2002. Sie entspricht in Konzeption, Struktur und Hauptthemen genau der ersten Fassung. Einige Änderungen betrafen die Musik und die Orchestrierung, und ich glaube, dass die neue Fassung kraftvoller und ausdrucksstärker geworden ist.

Gedanklich handelt die Symphonie vom Menschen und seinem Verhältnis zum Universum an der Schwelle zum neuen Jahrtausend. Im ersten Satz und dem Finale wird die Subjektivität ausgedrückt, mit der der Mensch das Universum wahrnimmt, und deshalb spielen in diesen Sätzen Violinsoli eine wichtige Rolle. Die Sätze zwei und drei zeichnen das Universum und seine Mächte des Lichts und der Dunkelheit, die immer in Opposition zueinander stehen und einander doch auch ergänzen. Der zweite Satz ist ein ‘Teufelstanz’, der dritte repräsentiert Licht und Liebe.

Es ergab sich, dass ich die beiden letzten Partiturseiten des dritten Satzes am 11. September 2002 umschrieb, genau ein Jahr nach der Tragödie des 9/11. Ich weiß noch, dass ich damals an einem der stürmischsten Tage arbeitete, an die ich mich erinnern kann. Der Wind war so stark, dass die Bäume geschüttelt wurden und sich wie Grashalme bogen, und es war gewissermaßen, als habe man in diesem Wind die Seelen der Opfer schreien und stöhnen hören, die mit uns zu reden versuchten und ihre Geschichten erzählten. So wurde der Schluss des dritten Satzes tragischer als ich erwartet hatte und als er in der ersten Fassung gewesen war. Im Innersten spricht die Symphonie als Ganzes von der Notwendigkeit des menschlichen Strebens nach Licht und Liebe B wie tragisch die Realität auch sein mag. Mit großer Liebe und Dankbarkeit widme ich diese Symphonie meinem Ehemann Arkady.

Zu ihrer vierten Symphonie schrieb Alla Pawlowa: ‘Das Werk ist ein einziger ausgedehnter Satz, in dem etliche verschiedene Themen entwickelt werden und miteinander agieren. Einige Skizzen des Hauptthemas entstanden im Februar 2002. Von März bis Juni des Jahres war ich mit einer weiteren Version der dritten Symphonie beschäftigt, deren Instrumentation ich geringfügig veränderte (die Gitarre wurde entfernt). Es ist eine klassischere Fassung, die mir besser gefällt als die frühere, die Naxos produziert hat. Doch selbst bei der Arbeit an der zweiten Symphonie dachte ich an die vierte Symphonie, die in meinem Kopf bereits entstand. Ende Juni begann ich mit der Arbeit an der Partitur, die ich ohne Skizzen nach drei Wochen abschloss.

Das Werk entstand aufgrund einer sehr eigenen Inspiration. Ganz grundsätzlich kann ich sagen, dass sich ihr Konzept sehr dem geistigen Inhalt des Gemäldes Pfad nach Shambala von Nicholas Roerich nähert. Ich sehe in dieser Symphonie meinen persönlichen Pfad nach Shambala.’

Alla Pavlova
Deutche Fassung: Cris Posslac


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