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8.557902 - MORENO-TORROBA: Guitar Music, Vol. 1
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Federico Moreno Torroba (1891–1982)
Castillos de España • Puertas de Madrid • Preludio • Vieja Leyenda • Jaranera

 

Federico Moreno Torroba wurde am 3. März 1891 in Madrid geboren. Schon in frühen Jahren erhielt er musikalische Unterweisungen von seinem Vater, dem bekannten Organisten José Moreno Ballesteros. Danach war er Kompositionsschüler des großen katalanischen Musikwissenschaftlers Felipe Pedrell (1841-1922) und des Komponisten Conrado del Campo (1878-1953). Als Moreno Torroba 1918 am Konservatorium seine Tondichtung La ajorca de oro (Der goldene Armreif) uraufführen ließ, lernte er den großen Gitarristen Andrés Segovia kennen, der in seiner Autobiographie schrieb: „Es gab dann ein,erstes Mal' auf dem Gebiet der Gitarre – erstmals schrieb ein Komponist, der kein Gitarrist war, ein Gitarrenstück. Es war Federico Moreno Torroba, dessen musikalisches Poem soeben vom Nationalen Symphonieorchester unter der Leitung von Maestro Arbós uraufgeführt worden war. Señor Francés, der erste Geiger des Orchesters, hatte mich mit Moreno Torroba bekannt gemacht. Es dauerte nicht lange, bis wir Freunde wurden und er meinen Vorschlag aufgriff: Ob er nicht etwas für Gitarre schreiben wolle? Nach einigen Wochen kam er mit einem kleinen, aber wirklich schönen Tanz in E-dur. Zwar hatte er nur geringe Kenntnisse von der komplexen Gitarrentechnik; doch durch puren Instinkt traf er sie genau, und zu meiner Freude blieb das Stück im Repertoire.“

Der Komponist schrieb während seines gesamten Lebens Musik für Gitarre. Am Ende belief sich dieser Bereich seines Schaffens auf rund achtzig Stücke. Darunter sind Tänze, impressionistische Stücke, Sonaten, Sonatinen und Suiten sowie Konzerte und Kompositionen für vier Gitarren. Durch die enge Beziehung zu Segovia etablierte sich Moreno Torroba im Laufe der Jahre weltweit als einer der bedeutendsten Komponisten, die zu der bemerkenswerten Renaissance der klassischen Gitarre im 20. Jahrhundert beitrugen. Seine Gitarrenmusik gehört zu den populärsten Elementen des modernen Repertoires, seit Segovia am 20. Mai 1927 den ersten Satz ( Allegretto ) der Sonatina eingespielt hat.

Moreno Torroba war jedoch nicht allein ein produktiver Gitarrenkomponist, sondern auch einer der Wortführer bei der späten Blüte der zarzuela, jener Form der leichten spanischen Oper, die sich durch eine Mischung aus gesungenem und gesprochenem Dialekt auszeichnet. Während der dreißiger und vierziger Jahre unternahm Moreno Torroba mit verschiedenen Bühnentruppen weite Reisen, die auch in die USA und nach Lateinamerika führten. Seine erste zarzuela schrieb er bereits 1912. Die Begeisterung für das Genre wurde endgültig befestigt, als ihm 1925 mit La mesonera de Tordesillas (Die Wirtin von Tordesillas) ein großer Erfolg gelang, an den sich zahlreiche weitere Triumphe anschlossen. Dazu gehörten La marchenera (Das Mädchen aus Marchena) von 1928, Luisa Fernanda aus dem Jahre 1932 – und als der Komponist 1966 mit Ella einen Schlusspunkt setzte, hatte er insgesamt rund achtzig Opern geschaffen.

Auch nach dem Ende des Spanischen Bürgerkriegs im Jahre 1939 war Moreno Torroba eine dominante Gestalt im spanischen Musikleben. 1946 gründete er eine neue zarzuela- Truppe, und wieder unternahm er weite Reisen. 1957 schrieb er mit María Manuela die beliebteste spanische Oper des Jahrzehnts. In den Nachkriegsjahren entstanden neun Ballette, eine Reihe von Chor- und Orchesterwerken, ein Klavierkonzert, vieles an Klaviermusik und Liedern, mancherlei Einzelstücke und zahlreiche Gitarrenstücke – und diese wundersame Schaffenskraft hielt an, bis er im Alter von 91 Jahren starb.

In seinem musikalischen Vokabular ist Moreno Torroba den avantgardistischen Experimenten des 20. Jahrhunderts aus dem Wege gegangen. Er bevorzugte statt dessen lyrische Melodik und tonale Harmonien. Seine kompositorische Philosophie wird oft als castizo bezeichnet, womit man eine Mischung meint, in der sich folkloristische, auf den iberischen Traditionen beruhende Elemente mit konventionellen Formen sowie bildhaften oder impressionistischen Mitteln mischen, um Tanzgattungen, bestimmte Orte oder Stimmungen zu feiern. Seine Gitarrenmusik zeigt einen besonderen Reichtum an Farben, Melodien und lebendigen Rhythmen, die den Hörer in eine zutiefst spanische Darstellung dichterischer und romantischer Sensibilitäten befördern.

Die Sammlung bildhafter Stücke, die unter dem Titel Castillos de España (Spanische Schlösser) herauskam, ist eine Hommage an die vielen alten Befestigungsanlagen des Landes und beschwört die Atmosphäre der Romanzen und Geheimnisse vergangener Zeiten. Die Bauwerke, die Moreno Torroba ausgewählt hat, existieren in der Wirklichkeit und mehr noch im Reich der Fantasie und der Legenden. Von den insgesamt vierzehn deskriptiven Stücken entstanden als erste die Titel Turégano, Torija, Manzanares el Real, Montemayor, Alcañiz, Sigüenza, Alba de Tormes und Alcázar de Segovia (Copyright 1970). Andrés Segovia hat sie 1969 aufgenommen. Acht Jahre zuvor entstand allerdings schon eine Aufnahme von Montemayor, das zunächst Romance de los Pinos hieß und später in die Castillos de España übernommen wurde. Der spätere Teil der Sammlung – Olite, Zafra, Redaba, Javier, Simancas und Calatrava (Copyright 1978) – zeigt deutliche stilistische Unterschiede: Die Texturen sind komplexer, das tremolo kommt zum Einsatz, und der Umfang der Stücke hat sich ein wenig vergrößert.

Turégano, etwa dreißig Kilometer von der Stadt Segovia gelegen, war einst der befestigte Bischofssitz der dortigen Diözese. Der Komponist schrieb dazu eine seiner vergnüglichsten melodischen Erfindungen, die er als Serranilla untertitelte – eine dichterische Form des 15. Jahrhunderts, deren Hauptthema wie in einem Rondo mehrfach wiederholt wird und mit lyrischen Episoden kontrastiert. Manzanares el Real befindet sich einige Meilen nördlich von Madrid und wurde im 15. Jahrhundert von dem Höfling und Poeten Iñigo López de Mendoza, Marquis de Santillana, errichtet. Nach einer kurzen akkordischen Einleitung erklingt ein graziöses Thema, das an den Trab eines ritterlichen Rosses gemahnt. Das massive Schloss Alcañiz überblickt von einem Hügel einen Fluss bei Teruel: Mit einem Tanz im Dreiachteltakt verleiht Moreno Torroba dem entsprechenden Satz eine Stimmung altehrwürdiger Lebendigkeit. In Sigüenza, nordöstlich von Madrid, finden wir das Grab des Don Martín Vásquez de Arce, jenes „El Doncel“ (Der Junker), der 1486 in der Schlacht um Granada getötet wurde. Die Komposition mit dem Untertitel La Infanta Duerme (Die schlafende Prinzessin) ist ein zartes, von eleganten Harmonien getragenes Wiegenlied, das als Andantino vorgetragen werden soll. Der berühmte, 1469 gegründete Herzogssitz Alba de Tormes bei Salamanca ist die Begräbnisstätte der Heiligen Teresa de Avila: Moreno Torroba schrieb dazu ein freundliches Interludium, in dem Diskant-Akkorde auf eine Basslinie antworten und also ein Dialog entsteht, der sich wie in einer ungeformten Improvisation auf delikate Weise von der Grundtonart entfernt und wieder dorthin zurückkehrt. Das im 13. Jahrhundert erbaute Schloss Torija in der Provinz Guadalajara wurde 1811 von Juan Martín el Empecinado zerstört, später aber wieder aufgebaut – und so entsteht eine nostalgische Elegie, die der glanzvollen Vergangenheit ihren Respekt erweist. Südlich von Córdoba liegt Montemayor, das über die weiten Ebenen hinschaut, auf denen sich einstmals die Armeen von Julius Caesar und Pompejus in der Schlacht von Munda gegenüberstanden. In einem seiner bemerkenswertesten Tongedichte verleiht Moreno Torroba hier seiner Trauer über die ruhmreiche Historie Ausdruck. Olite, südlich von Pamplona, war die Residenz der Könige von Navarre. Carlos III. ließ das Palastschloss 1407 mit gewaltigen Zinnen und hohen Türmen aufführen, von denen jeder einzelne seinen eigenen Charakter hat. Es gab hängende Gärten an den Bögen der Terrassen, und im Innern befand sich eine „Leonora“ (oder Löwengrube), eine Art von mittelalterlichem Zoo mit einem ausgedehnten Gewölbesystem. Der Komponist bietet mit seinem energievollen Tanz im Zweivierteltakt zunächst ein Vivace in A-dur, das zu einem Lento in F-dur übergeht und dann zum Hauptthema zurückkehrt. Zafra liegt in der Provinz Estremadura, und das Alcázar (= Burg, Festung), das diese Stadt beherrscht, wurde 1437 von Lorenzo Suárez de Figueroa wieder aufgebaut. Moreno Torroba benutzte in seinem entsprechenden Satz die gitarristische Technik des Tremolo, die es dem Spieler erlaubt, eine scheinbar ununterbrochene Melodielinie zu gestalten. Diesen Tremoli stehen hier Arpeggien, Tonleiterfiguren, eine langsame akkordische Episode, pizzicato- Effekte und ein Finale in raschen Sechzehnteln kontrastierend gegenüber. Redaba stellt eine andere Art von Geheimnis dar – da es diesen Ort offenbar nicht gibt. Vielleicht meinte Torroba Sádaba, ein Schloss aus dem 13. Jahrhundert, das rund 160 km südlich von Saragossa – nicht weit von Olite und Javier – auf einem Hügel liegt und schon von weitem zu sehen ist. Überdies könnte die alte Stadt Ribadavia gemeint sein, die im 11. Jahrhundert der Sitz des galizischen Königs García war. Erstmals erklingt hier ein walzerartiger Tanz mit punktierten Rhythmen, der sich von D-dur nach g-moll bewegt und verschiedene (in der Gitarrenmusik ungewöhnliche) B-Tonarten streift, bevor es zur Reprise des Hauptthemas kommt. Simancas nahe dem altkastilischen Valladolid ist eine weitere Befestigung mit maurischer Vergangenheit. Hier wurde 939 eine große Schlacht gegen den Kalifen Abd al-Rahman geschlagen. Das Schloss, das heute dort steht, ist ein Bauwerk der spanischen Admiralität aus dem späten 15. Jahrhundert und wurde nach der Rückeroberung Granadas von Ferdinand und Isabella erworben. Wieder hören wir die magischen Wirkungen des tremolo, das fast durchweg angewandt wird – wenn man von einigen wenigen kontrastierenden Augenblicken und der lebhaften Coda absieht. Das Alcázar de Segovia liegt mehr als eintausend Meter über dem Meeresspiegel. Nachdem die ursprüngliche Befestigung durch einen Brand zerstört worden war, entstand ein völlig neues Gebäude an derselben Stelle. Die Musik beginnt mit rhythmischen Akkorden und lyrischen Melodie-fragmenten, worauf sich ein Mittelteil in Moll anschließt, in dem ein Bassthema von raschen Sechzehnteln durchsetzt ist. Nachdem das Stück mit spannenden Tonwiederholungsfiguren und Akkordbegleitungen in zwei andere Tonarten moduliert hat, findet es in strahlendem Glanz zum ersten Thema zurück. Javier besitzt eine Feste aus dem 11. Jahrhundert, die von hohen Mauern umgeben ist und deren Türme mit Schießscharten versehen sind. Die Wohngemächer wurden im 16. Jahrhundert durch einen Palast und einen Turm erweitert, und in der Nähe befindet sich auch eine maurische Befestigungsanlage. Hier wurde im Jahre 1506 der heilige Franz Xaver geboren, der Schutzpatron von Navarra, der später als Missionar im Fernen Osten wirkte. Das als Evocación untertitelte Stück beginnt mit volltönenden Akkorden, die eine kunstvolle Melodie tragen, worauf ein zunächst einstimmiges Thema anhebt, das allmählich harmonisch angereichert wird. Den Beschluss der Sammlung bildet Calatrava in der Provinz Ciudad Real, eine maurische Befestigung, die 1147 durch Alfonso VII. von Kastilien genommen wurde. Die Mauren nannten den Bau ursprünglich Calat-rabat (Schloss in der Ebene). Mit rhythmischen Akkorden, virtuosen Skalenläufen, lyrischen Melodiefragmenten und dem hartnäckigen Stampfen des Volkstanzes bietet Moreno Torroba in diesem lebendigen Finale eine brillante Synthese verschiedener Idiome und Stile, denen man in den vorherigen Stücken begegnen konnte. Was hier an Schlössern und Burgen beschrieben wurde, könnte in seiner impressionistischen Vielfalt verwirren, doch handelt es sich bei diesen Stücken ja um subjektive Poesie, in der die Fantasie sich beliebig zwischen Stimmungen, Melodien und nostalgischen Vergnügungen hin- und herbewegen kann. Moreno Torroba hat keine Reihenfolge angegeben, in der die Stücke aufgeführt werden sollen, und es handelt sich auch nicht um eine organisch eingerichtete Suite im üblichen Sinne. Vielmehr erinnert die lyrische Qualität der kompositorischen Inspiration an romantische Epochen, und die ausgewählten Bilder fügen sich zu einer unterhaltsamen Mischung aus Farben und Atmosphären.

Die Puertas de Madrid (Tore von Madrid) liefern ein weiteres Beispiel für das Interesse des Komponisten, Bilder aneinanderzureihen. Dieses Mal handelt es sich dabei um bekannte Wahrzeichen seiner Heimatstadt. Madrid war einst von Mauern umgeben, und man konnte durch verschiedene Tore in die Stadt gelangen. Im Laufe der Jahrhunderte verloren viele dieser Tore ihren eigentlichen Zweck, da die Mauern abgerissen wurden. Es entstanden jedoch etliche Bögen, die an die ältere Vergangenheit der Stadt erinnern sollten; andere Tore blieben erhalten oder wurden restauriert. Die puertas sind durch einen zentralen Hauptbogen charakterisiert, zu dessen Seiten kleinere Bögen stehen; das Ganze wird überragt von einem Triumphbogen, der mit Statuen und Inschriften verziert ist. Puerta de Alcalá liegt an der Plaza de la Independencia, nicht weit von dem berühmten Retiro-Park im Zentrum der Stadt entfernt. Das ursprüngliche Tor wurde 1599 gebaut, um Margarita von Österreich, die Gemahlin Philipps III., in Madrid willkommen zu heißen. Dieses Bauwerk wurde 1764 abgerissen, und Carlos III. beauftragte den bedeutenden italienischen Architekten Sabatini mit der Errichtung eines neuen Bogens, der seinem eigenen Geschmack entsprach. Die puerta ist mit Granit aus der Region Colmenar bei Madrid gebaut, besteht aus fünf Bögen und ist eines der beliebtesten Monumente der Stadt. Moreno Torrobas komponierte für seinen Tribut ein langsames, eindringliches Themas ( largo ) und schuf eine dreiteilige Form, die durch einen leuchtenden Tonartenwechsel und einen etwas rascheren Mittelteil gekennzeichnet ist. Aus elegantem weißen Stein besteht die Puerta del Ángel, die zwei Kilometer westlich vom Zentrum der Stadt, in der Nähe des Casa de Campo- Sees und der Kirche San Cristina, zu finden ist. Dieses Bauwerk wird durch einen lebendigen Tanz mit vertrackten Skalenläufen und lyrischer Tanzhaftigkeit dargestellt. Die Puerta Cerrada (Verschlossene Tor) trennte einst die prunkvolleren Häuser der Reichen von denen der Landleute und Bauern. Eines der ursprünglichen Tore wurde 1569 zerstört, und was man heute sieht, hat vermutlich nicht viel mit der alten Version zu tun. Moreno Torroba schrieb dazu einen Tanz im Dreiviertel-Takt, der – vielleicht zur Darstellung der unterschiedlichen Stimmungen beiderseits des Tores – von a-moll nach A-dur und d-moll fortschreitet, ehe er zu dem modifizierten ersten Thema mit einer animierten Coda zurückkommt. Die Puerta de Hierro (Eisentor) liegt im Nordwesten, nahe dem Palast El Pardo (einst die Grenze des königlichen Wildgeheges), und wurde 1735 in weißem Stein und Granit aus Colmenar vollendet. Durch die innerstädtische Entwicklung liegt das Tor heute auf einer Rasenfläche und wird zu beiden Seiten von Autostraßen flankiert. Die Musik ist ein hektisches Allegro vivace, ein Tanz mit volksmusikalischen Elementen, die offensichtlich an den populären Gitarrenstil Andalusiens erinnern. Puerta de San Vicente liegt im Westen des königlichen Palastes. Sie wurde 1726 vom Marquis de Vadillo mit drei Bögen wieder aufgebaut und im späteren 18. Jahrhundert auf Veranlassung Carlos' III. durch einen Entwurf Sabatinis ersetzt. 1880 wurde auch dieser abgerissen, dann aber 1995 rekonstruiert. Der Komponist verfasste dazu ein graziöses Stück mit raschen Sechzehnteln und lebhaften Akkordpassagen, die die hektische Betriebsamkeit der Stadt und die Fröhlichkeit vergangener Fiestas beschreiben. Durch die Puerta de Toledo (Toledo-Tor) gelangte man früher in den Süden und nach Andalusien. Das heutige Tor wurde von 1817 bis 1827 erbaut und trägt eine dankbare Widmung an Fernando VII., den Vater der Nation, der das Land von den Franzosen befreite. Heute ist es der Mittelpunkt eines öffentlichen, begrünten Platzes. Moreno Torroba erzeugt die Atmosphäre eines altspanischen Tanzes und beteiligt sich an den früheren Festlichkeiten, die hier gefeiert wurden. Die Puerta de Moros (Tor der Mauren) liegt in der Nähe des Stadtteils Morería, von dem der Name sich herleiten mag. Die Bildfolge endet mit einer nachdenklichen Komposition voll evokativer Melodien und subtiler Harmonien.

Das 1928 veröffentlichte Preludio ist dreiteilig. Den Anfang bildet ein lebhafter, kapriziöser Walzer im Dreiachtel-Takt, der einem lyrischen Mittelteil voraufgeht. Es ist dies eines der schönsten Beispiele für Moreno Torrobas idiomatischen Gitarrenstil.

Die 1970 erschienene Vieja Leyenda (Alte Legende) schrieb der Komponist mit beinahe achtzig Jahren. Das dreiteilige Andantino beginnt nachdenklich und führt zu einem etwas schnelleren Mittelteil, in dem ein zweites Thema eingeführt wird, das an spanische Volkslieder erinnert.

Jaranera (In fröhlicher Stimmung) mit dem Copyright 1970 ist ein Miniaturrondo, dessen erste acht Takte im Wechsel mit kontrastierenden Episoden insgesamt dreimal wiederkehren. Das Allegro moderato bringt einen lärmenden Tanzrhythmus im Sechsachtel-Takt mit wiederholten Sechzehntelfiguren, die an den funkelnden dritten Satz aus der berühmten Sonatina (1924) des Komponisten erinnern.

Graham Wade

Deutsche Fassung: Cris Posslac

 

 


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