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8.557922 - RUTTER: Mass of the Children / Shadows / Wedding Canticle
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John Rutter (geb. 1945)
Mass of the Children • Shadows • Wedding Canticle

 

Mass of the Children entstand Ende 2002 und wurde im Februar 2003 in der Carnegie Hall in New York uraufgeführt. Der Same für dieses Werk wurde vielleicht durch die inspirierende Erfahrung gelegt, die ich 1963 als Mitglied des Knabenchores bei der ersten Einspielung von Brittens War Requiem machte. Die Verbindung von Kinder- und Erwachsenenstimmen bewirkt einen einzigartigen Effekt, und ich wollte ein Werk schreiben, das sie in einem freundvolleren Kontext als einem Requiem zusammenbringt. Ich hatte noch nie eine Messe geschrieben – sie schien mir nun die perfekte Möglichkeit zu geben, Texte und Musik aus den unterschiedlichen Perspektiven von Kindern und Erwachsenen zu verweben. Der lateinische Text der Missa brevis liefert den Rahmen, doch fügte ich eine Anzahl englischer Texte hinzu, die von den Kindern oder von Solisten gesungen werden. Für den Beginn des Werkes wählte ich Bischof Thomas Kens Morgenhymnus für die Schüler des Winchester College, Awake, my soul, während die Kinder am Ende als Kontrapunkt zum lateinischen Dona nobis pacem der Erwachsenen den Abendhymnus Glory to thee auf die mit ihm verbundene liebliche Melodie, Tallis’ Kanon, singen. So reflektiert die Messe gleichsam die Ereignisse und Stimmungen eines ganzen Tages – vom Erwachen bis zum Einschlafen. Die instrumentale Begleitung der Messe existiert in zwei Varianten, einer für Orchester und einer für Kammerensemble mit Orgel, welch letztere hier aufgenommen wurde.

Shadows (Schatten), geschrieben 1979, ist bisher mein einziger Liederzyklus – ein Auftragswerk des Bariton- und Gitarren-Duos Christopher Keyte and John Mills. Das Thema der acht ausgewählten Gedichte aus dem 16. und 17. Jahrhundert ist der vergängliche, traumhafte Charakter des Lebens und unsere Wahrnehmung dessen. Dieser nicht unbedingt melancholische Gegenstand inspirierte in jener Zeit einige besonders denkwürdige englische Dichtungen. Mit dieser Musik erwies ich dem illustren Vorgänger der Gitarre, der Laute, und der Tradition des englischen Lautenliedes meine Referenz.

Wedding Canticle (Hochzeitslob), die Vertonung eines der Psalmen, die im anglikanischen Traugottesdienst verwendet werden, war im Jahr 2004 ein Geschenk für Tim Brown zur Feier seines fünfundzwanzigjährigen Direktorats der Musik am Clare College. Die Textauswahl hat er selbst vorgenommen; die ungewöhnliche Begleitung durch Flöte und Gitarre kam zum einen wegen des leichten, anmutigen Klangs, der mir vorschwebte, zustande, zum anderen, weil in jenem Jahr unter den Studenten ein herausragender Flötist und Gitarrist zur Verfügung standen. Der Gitarrist Stewart French spielt auch in dieser Aufname.

John Rutter
Deutsche Fassung: Thomas Theise


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