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8.559224 - FUCHS, K.: American Place (An) / Eventide / Out of the Dark
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KENNETH FUCHS (geb. 1956)
An American Place • Eventide • Out of the Dark

Kenneth Fuchs hat für Orchester, Band, Chor, Jazz- Ensemble und verschiedene Kammerbesetzungen komponiert. Mit dem Bühnenschriftsteller Lanford Wilson hat er drei von der Circle Repertory Company in New York City aufgeführte Kammermusicals geschaffen. Fuchs war von 1998 bis Juni 2005 Direktor der School of Music an der Universität von Oklahoma. Der Research Council der Universität und ihr Präsident David L. Boren trugen maßgeblich zur Finanzierung dieser Aufnahme bei. Fuchs ist heute Leiter der Musikabteilung und Professor für Komposition an der Universität von Connecticut. Den Doktortitel für Musik im Bereich Komposition errang er an der Juilliard School, wo er unter anderen bei Milton Babbitt, David Diamond und Vincent Persichetti studierte. Die vorliegende Aufnahme repräsentiert den Höhepunkt von achtzehn Jahren Komposition und Zusammenarbeit zwischen Fuchs, Falletta und Stacy, die 1985 begann, als sie Kollegen an der Juilliard School in New York City waren.

An American Place, ein 19-minütiges Werk für großes Orchester in einem Satz, repräsentiert den reifen Orchesterstil von Kenneth Fuchs im großen Maßstab. „Die Partitur“, so sagt er, „reflektiert die Palette musikalischer Klänge, die sich in den Vereinigten Staaten in den letzten hundert Jahren entwickelt haben, einschließlich populärer und klassischer Elemente, und will den Reichtum der von amerikanischen Sinfonikern hervorgebrachten Musik verdeutlichen, die vor mir kamen und von denen ich fortwährend Inspiration beziehe. Der erste Abschnitt enthält viele Stimmungen, Farben und Tempi. Ihm folgt ein schnelles Finale scherzando, das den unbekümmerten Optimismus des amerikanischen Geistes darstellt. Die wichtigsten Elemente der gesamten Komposition – die Intervalle der kleinen Sekunde, großen und kleinen Terz, Quinte und kleinen Septime – erwachsen am Anfang aus einer leisen orchestralen Textur.“ Die Uraufführung gab das Virginia Symphony Orchestra unter JoAnn Falletta im März 2005.

Eventide – Konzert für Englischhorn, Harfe, Schlagzeug und Streichorchester ist das vierte Werk, das Fuchs speziell für Thomas Stacy komponiert hat. Das 21- minütige Werk in einem Satz bezieht seinen schöpferischen Impuls neben anderen aus den Spiritual- Melodien Mary Had a Baby und Swing Low, Sweet Chariot. Die Musik erwächst aus einer leichten Streichertextur mit Englischhorn, das einen gewundenen Melodiefaden webt. Die Gestalt einer originalen Spiritual- Melodie materialisiert sich aus dieser Textur, worauf das Werk die Form einer einsätzigen Folge von Fantasie- Variationen auf der Basis des für Sprituals typischen einfachen Drei-klangsintervalls annimmt.

Out of the Dark – Suite für Kammerorchester nach drei Gemälden von Helen Frankenthaler entstand 1984 als 15-minütiges Werk in drei Sätzen für Bläser- und Streichquartett mit Waldhorn. JoAnn Falletta dirigierte die Uraufführung im Januar 1985 an der Juilliard School. Sie regte eine Fassung für Kammerorchester an und leitete im November 1986 deren Uraufführung mit dem Denver Chamber Orchestra. In Out of the Dark verdichtet sich gewissermaßen Fuchs’ Haltung zur Zwölftontechnik, verknüpft mit diatonischen, mini-malistischen und seriellen Elementen. Es ist das erste Beispiel für sein fortgesetztes Interesse, durch Klang und musikalische Form die Beziehungen zwischen der Musik und Malerei, Kollage und Dichtung darzustellen. Als Fuchs in New York lebte, verliebte er sich in die Werke der abstrakten Expressionistin Helen Frankenthaler. „Ihre großen ... leuchtend farbigen Leinwände“, so sagt er, „verkörperten für mich den wahren Geist des Vorhabens. Das Werk ist von drei großen Gemälden inspiriert: Heart of November, Out of the Dark and Summer Banner [auf dem Cover dieses Booklets abgebildet]. Diese Leinwände und ihre Titel lassen mich an eine Entwicklung von der Anspannung zur Lösung denken, und genau dieses Konzept habe ich in der Musik auszudrücken versucht.“

Kenneth Fuchs
Deutsche Fassung: Thomas Theise


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