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8.570761 - HAYDN, J.: Symphonies, Vol. 33 (Nos. 25, 42, 65)
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Joseph Haydn (1732-1809)
Symphonien Nr. 25, 42 und 65

 

Joseph Haydn wurde 1732 in dem burgenländischen Dorf Rohrau als Sohn eines Stellmachers geboren. Er erhielt seine musikalische Ausbildung in der Chorschule des Wiener Stephansdoms und verdiente sich anschließend seinen Lebensunterhalt mit Violinund Klavierstunden bzw. als Geiger oder Klavierspieler. Der bereits bestehende Kontakt zu dem alten Komponisten Porpora kam ihm insofern zugute, als dieser ihn schließlich zu seinem Assistenten machte, bevor Haydn 1758 dann seine erste Stelle als Kapellmeister des böhmischen Grafen von Morzin antreten konnte, aus dessen Familie bereits ein Gönner von Antonio Vivaldi gekommen war. 1761 folgte die Anstellung als Vizekapellmeister bei einem der reichsten Männer des Kaiserreiches, Fürst Paul Anton Esterházy, dem nach seinem Tod im Jahre 1762 sein Bruder Fürst Nikolaus folgte. Wiederum vier Jahre später starb der alte, penetrante Kapellmeister Gregor Joseph Werner, der an der Berufsauffassung seines jungen, ungeliebten Stellvertreters immer wieder etwas auszusetzen gehabt hatte. Joseph Haydn übernahm das Amt seines Vorgängers und bekleidete dieses zumindest nominell bis zum Ende seines Lebens.

Als unter Fürst Nikolaus das grandiose Schloss Eszterháza in der ungarischen Puszta vollendet worden war, übernahm Joseph Haydn die Leitung einer noch größeren Einrichtung. Jetzt war er auch für die musikalischen Aktivitäten des Schlosses verantwortlich, und dazu gehörten die Bereitstellung und Leitung der Instrumentalmusik, die Oberaufsicht über die Oper und die Schauspielmusik sowie die geistliche Komposition. Seinem Dienstherrn schrieb er überdies eine Fülle verschiedenster Kammermusiken, in denen vor allem das Leibinstrument des Fürsten, das Baryton, eine wichtige Rolle spielte – ein Streichinstrument zwischen Cello und Gambe mit zusätzlichen Sympathiesaiten, die nicht nur einfach mitschwangen, sondern auch einzeln angezupft werden konnten.

Nach dem Tode des Fürsten Nikolaus im Jahre 1790 konnte Haydn eine Einladung aus London annehmen und für die von dem Geiger und Impresario Salomon organisierte Konzertsaison etliches an Musik liefern. Nach einem zweiten erfolgreichen Aufenthalt in London (1794/95) wandte er sich wieder seinen Pflichten bei den Esterházys zu, deren neues Familienoberhaupt sich zumeist auf dem Anwesen in Eisenstadt aufhielt, wo Haydns eigentliche Laufbahn begonnen hatte. Einen großen Teil des Jahres verbrachte man allerdings in Wien, wo Haydn im Jahre 1809 schließlich auch starb, indessen die Truppen des französischen Kaisers Napoleon erneut heranmarschierten.

Haydn erlebte jenen Teil des 18. Jahrhunderts, in dem sich die Instrumentalmusik von den älteren Vorbildern eines Bach oder Händel zu der klassischen Sonate hin entwickelte, deren dreiteiliger Hauptsatz nebst zwei oder drei weiteren Sätzen jetzt die Basis vieler Instrumentalwerke bildete. Die Symphonie wurde dabei ganz ohne Frage die bedeutendste Gattung der Orchestermusik, und sie verdankt einen Teil ihrer Entstehung, wenn nicht gar ihre Vaterschaft, dem Wirken von Joseph Haydn, der sich kurz vor 1759 erstmals auf diesem Gebiet versuchte und seine letzte Londoner Symphonie in der letzten Dekade des 18. Jahrhunderts komponierte.

Über die Entstehungszeit der kurzen Symphonie Nr. 25 C-dur gibt es verschiedene Ansichten. Einige Autoren nehmen an, Haydn habe sie bereits vor seiner Zeit bei den Esterházys komponiert, andere glauben, sie stamme aus den frühen Jahren seines dortigen Wirkens. In jedem Fall entstand sie vor der Fertigstellung des neuen Palastes von Eszterháza. Die Partitur besteht aus den üblichen zwei Oboen, zwei Hörnern und Streichern, wobei das Fagott die Bass- Stimme der tiefen Streicher und des Continuo- Cembalos verdoppelt. Die Symphonie beginnt mit einer Adagio-Einleitung, die zu einem sonatenförmigen Allegro führt, in dem eine falsche Reprise so tut, als solle das erste Thema kurz nach dem Beginn der Durchführung wiederholt werden. Der zweite Satz ist ein Menuett in derselben Tonart C-dur, dessen Trio die von Pizzikato-Streichern begleiteten Oboen und Hörner zu ihrem gebührenden Recht kommen lässt. Das Finale ist ein Presto, in dem die wichtigsten Aspekte der Sonatenform erscheinen und das thematische Hauptelement sogleich am Anfang erklingt. Eben dieses Motiv wird einer kurzen kontrapunktischen Untersuchung unterzogen, wenn es die tiefen Streicher in einer Kombination von Durchführung und Reprise kanonisch imitieren.

Die Symphonie Nr. 42 D-dur aus dem Jahre 1771 ist genauso instrumentiert. Das Hauptthema des Kopfsatzes (Moderato e maestoso) wird von den lebhaften acciaccature des ersten Taktes gekennzeichnet; der Nebengedanke erklingt zunächst in der ersten Violine und wird dann von den Streichern beantwortet, und zwar mit einer Figur, die am Ende der (zweimal gespielten) Exposition aufgegriffen wird. Acciaccature sind dann auch am Anfang der Durchführung zu hören, in der wiederum eine falsche Reprise den Eindruck erweckt, man sei bereits bei der Wiederholung des ersten Themas angekommen, das dann aber doch bis zum gehörigen Punkt auf sich warten lässt. Der Anfang des Andantino e cantabile in A-dur ist ganz den sordinierten Streichern vorbehalten; erst später kommen die Bläser zum Einsatz, um eine größere Rolle zu spielen. Nach dem frohsinnigen Menuett, das ein Trio für Streicher umrahmt, geht die Symphonie mit einem Rondo zu Ende, das als Scherzando e presto bezeichnet ist; die zweite Episode stellt die Oboen und Hörner deutlich in den Vordergrund. Nachdem das Hauptthema in veränderter Form wiederholt wurde, schließt sich eine weitere Episode an (in d-moll). Das erste Thema tritt wiederum in Erscheinung, und ein charakteristischer Schlussteil beendet das Werk.

Man hat vermutet, dass die Symphonie Nr. 65 A-dur (ähnlich vielleicht wie die Symphonie Nr. 25) zunächst als Einleitung oder Schauspielmusik zu einem der vielen dramatischen Werke gedacht war, die man auf Eszterháza spielte. Sie wird auf die Jahre 1771-1773 datiert, wenngleich gelegentlich auch eine frühere Entstehungszeit genannt wird und andere Autoren lediglich ausschließen, dass sie nach 1778 geschrieben wurde. Auch dieses Stück verlangt die gewohnten Instrumente. Der lebhafte erste Satz beginnt mit drei Akkorden – einem Appell, an den sich das erste Thema und ein Übergang zum Nebengedanken anschließen. Vor der Reprise steht ein sehr kurzer Mittelteil. Das Ddur- Andante unterbricht den Weg des Hauptthemas zunächst mit einem Einwurf der Oboen und Hörner und dann durch eine merkwürdige Folge von Tonwiederholungen, die eine außermusikalische Bedeutung haben könnten. Das Menuetto umrahmt ein Trio in a-moll für Streicher, das durch die acciaccature der ersten Violine markiert ist, worauf die Hörner in der abschließenden Presto-Jagd ihre gehörige Rolle zu spielen haben.

Keith Anderson
Deutsche Fassung: Cris Posslac


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