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8.574103 - CIMAROSA, D.: Overtures, Vol. 7 (Czech Chamber Philharmonic, Pardubice, Halász)
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Domenico Cimarosa (1749–1801)
Ouvertüren • Folge 7

 

Domenico Cimarosa wurde am 17. Dezember 1749 in Aversa geboren und starb am 11. Januar 1801 in Venedig. Er war einer der letzten großen Vertreter der sogenannten Neapolitanischen Schule und einer der bekanntesten, meistgespielten Opernkomponisten, bevor Rossini die Szene betrat. Seine Werke waren außergewöhnlich erfolgreich: Sie wurden in allen europäischen Theatern inszeniert und nachgespielt. Nachdem Cimarosa zunächst die führenden Häuser des Königreiches Neapel erobert hatte, verbreitete sich sein Ruhm rasch auch in die Mitte und den Norden der Halbinsel (wobei vor allem die Stadt Venedig zu nennen ist). Die italienischen Erfolge führten dazu, dass ihn die Zarin Katharina II. als ihren maestro di cappella und Musiklehrer nach St. Petersburg berief, wo er von 1787 bis 1791 tätig war. Danach erhielt er von Kaiser Leopold II. den Auftrag über mindestens drei Opern für das Wiener Burgtheater, darunter sein wohl bekanntestes Werk, Il matrimonio segreto.

Judith

Aufgrund des enormen Erfolges, den Cimarosa mit seinen Opern Giannina e Bernardone und Il convito an den venezianischen Theatern hatte feiern können, wurde er 1782 als Nachfolger von Pasquale Anfossi zum maestro di musica des dortigen Conservatorio dell’Ospedaletto ernannt. Für die Mädchen dieses Instituts schrieb er kurze Zeit später die Oratorien Absalom und Judith, von denen das zweitgenannte im Folgejahr ohne Cimarosas direkte Mitwirkung unter verschiedenen Titeln und mit Einlagestücken anderer Komponisten in Rom, Berlin, Neapel und Florenz aufgeführt wurde. Ein Exemplar des Librettos, das zur Uraufführung des Absalom gedruckt wurde, ist erhalten; ein solches fehlt indes für Judith, weshalb man nicht weiß, wer die ersten Sänger(innen) gewesen sind.

Il convito (zweite Fassung)

Il convito (»Das Bankett«), ein zweiaktiges dramma giocoso mit dem Libretto von Filippo Livigni, wurde in den letzten Dezembertagen des Jahres 1781 am Teatro San Samuele zu Venedig uraufgeführt. Die Oper war von Anfang an beim Publikum derart beliebt, dass sie schon wenige Monate später auch am Teatro alla Pergola von Florenz produziert wurde (Andrea Campigli, dem Impresario des Hauses, lag viel daran, seinen Besuchern die jüngsten Erfolgsstücke anderer italienischer Bühnen zu präsentieren). Für die Florentiner Fassung des Convito wurden kleine Änderungen am Libretto und an der Musik vorgenommen. Die meisten musikalischen Revisionen dürften von Cimarosa selbst stammen, der nach dem Erfolg des Werkes in Florenz offiziell eingeladen wurde, für die Pergola eine brandneue Oper zu schreiben – La vanità delusa.

Amor rende sagace

Am 1. April 1793 wurde am Wiener Burgtheater das einaktige dramma giocoso namens Amor rende sagace (»Liebe führt zu Weisheit«) mit dem Libretto von Giovanni Bertati uraufgeführt. Cimarosa hatte die Musik nach dem immensen Erfolg seines Matrimonio segreto geschrieben, der im Vorjahr an derselben Stätte herausgekommen war. Amor rende sagace entsprach dem Geschmack des Wiener Publikums weniger – zumindest, wenn man der Rezension in der Österreichischen Monatsschrift vom April 1783 Glauben schenken darf. Vielleicht hat Cimarosa aus Enttäuschung und Sorge, die Musik des Werkes könne in Vergessenheit geraten, das Libretto 1794 von Giuseppe Palomba bearbeiten lassen. So entstanden Le astuzie femminili, in die viel Musik aus Amor rende sagace übernommen wurde.

San Filippo Neri che risuscita Paolo Massimi

Die Väter des römischen Oratorianerordens San Filippo Neri beauftragten den Librettisten Giovanni Battista Rasi und Domenico Cimarosa mit dem Oratorium San Filippo Neri che risuscita Paolo Massimi (»Der heilige Filippo Neri erweckt Paolo Massimi von den Toten«). Von der Premiere des Werkes, die 1797 im Oratorio zu Rom stattfand, ist uns leider kein Bericht erhalten; und aus den wenigen erhaltenen Exemplaren des gedruckten Textbuches erfahren wir lediglich, dass das Werk in den Jahren 1802 und 1819 an demselben Orte wieder aufgeführt wurde. Rasi hat sein Libretto weitestgehend der bereits vorhandenen Musik aus Cimarosas Oper La Penelope angepasst. Für San Filippo Neri wurden nur die einleitende Sinfonia sowie zwei Arien neu komponiert.

Il trionfo della fede

Il trionfo della fede (»Der Triumph des Glaubens«) ist ein Auftragswerk aus dem Jahre 1794 zu einem Libretto von Clemente Filomarino. Das Werk bildete den dramatischen Teil der Veranstaltungen am Sedile di Porto, die am Tage des Blutwunders des heiligen Gennaro (Januarius) stattfanden: In einer feierlichen Prozession wurde (und wird) die Reliquie umhergetragen, die angeblich das Blut des neapolitanischen Schutzheiligen enthält. Im nächsten Jahr schrieb Cimarosa für denselben Anlass die Kantate Il Martirio.

Il capriccio drammatico

Das einaktige Lustspiel Il capriccio drammatico (»Die dramatische Caprice«) basiert auf einem Libretto von Lorenzo Da Ponte (und nicht, wie es andernorts fälschlicherweise heißt, von Giovanni Bertati). Die Oper kam 1794 am Londoner Haymarket Theatre heraus. Tatsächlich war es keine neue Oper; vielmehr hatte der Textdichter sein Libretto dem sehr berühmten Impresario in angustie angepasst, den Cimarosa schon 1786 am Teatro Nuovo zu Neapel vorgestellt hatte. Da Ponte erweiterte jetzt Giuseppe Maria Diodatis Originaltext des Impresario um zwei neue Charaktere; außerdem verwandelte er die Figur der Doralba in eine Dorinda.

Il martirio

Dieses Werk schrieb Cimarosa für die San Gennaro- Prozession des Jahres 1795 am Sedile di Portanova zu Neapel. Die autographe Partitur des Martirio (»Martyrium«) ist zwar verschollen, doch habe ich in der Staatsbibliothek von Montecassino unter der Signatur 1-A- 12 die Abschrift entdeckt, auf die sich die kritische Edition der in diesem Album enthaltenen Ouvertüre stützt.

Absalom

Das Oratorium Absalom entstand, wie bereits erwähnt, im Jahre 1782 für die Mädchen des venezianischen Ospedaletto, das Cimarosa kurz zuvor als Nachfolger Anfossis zu seinem maestro di musica bestellt hatte. Die teilweise autographe Partitur wird in der Bibliothek des Konservatoriums San Pietro a Majella unter der Nummer 13.3.13 aufbewahrt und enthält die komplette Musik des Oratoriums.

Il matrimonio per sussurro

In den frühen Tagen seiner Karriere schrieb Cimarosa viele Einlagestücke und -arien, wenn in Neapel die Werke anderer Komponisten nachgespielt wurden. Dabei richtete er sich stets nach dem Geschmack und den Ansprüchen der Ausführenden. Dank einer glücklichen Fügung besitzt die Bibliothek von San Pietro a Majella die autographen Partituren der Stücke, die Cimarosa 1777 für Il matrimonio per sussurro, ossia Il cicisbeo discacciato (»Die Ehe durch Lärm oder Der vertriebene Galan«) geschrieben hat. Die komische Oper selbst stammte von dem neapolitanischen Komponisten Gaetano Monti und wurde in dem bewussten Jahr am Teatro Nuovo seiner Heimatstadt uraufgeführt.

Il padre alla moda

Für dasselbe Theater komponierte Cimarosa die zweiaktige commedia per musica namens I traci amanti, die 1793 ebendort ihre Premiere erlebte. Zwei Jahre später wurde das Werk am Teatro Nuovo zu Padua unter dem Titel Il padre alla moda (»Der modische Vater«) inszeniert. Cimarosa schrieb zu diesem Anlass eine neue Ouvertüre sowie je eine neue Arie für die Figuren des Mustanzir und der Lenina.

Simone Perugini
Deutsche Fassung: Cris Posslac


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