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8.660118-19 - RAMEAU: Castor et Pollux
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Jean-Philippe Rameau (1683-1764)

 

Mit dem spontanen Erfolg seiner ersten Oper, Hippolyte et Aricie, gelangte der fünfzigjährige Rameau 1733 über Nacht zu Ruhm. Mit einem Schlag hatte er die mit den Werken Lullys ein halbes Jahrhundert zuvor begonnene französische Operntradition revolutioniert. Rameaus Musik, gewagt und unorthodox, zwang den Zuschauer, sich mit den auf der Bühne dargestellten Schicksalen zu identifizieren. Hatte sich Lullys Musik vorwiegend an den Intellekt gewandt, so sprach Rameau die menschlichen Affekte an.

Rameaus Ästhetik kam einer Sensation gleich und spaltete das Publikum in zwei Lager, Lullisten und Rameauneurs, wobei die Bezeichnung für letztere Gruppe durchaus ein Wortspiel (frz. ramoneur = Schornsteinfeger) gewesen sein mag. Die Debatte dauerte an, bis sie 1752 von einer anderen verdrängt wurde, dem berühmten. guerre des bouffons (Buffonistenstreit). Derartig heftig geführte Auseinandersetzungen über künstlerische Fragen erscheinen uns heute fremd. Zurückblickend können wir uns vielleicht noch am ehesten mit dem tumultartigen Skandal identifizieren, den Strawinsky mit der Pariser Uraufführung seines Sacre du printemps auslöste.

Rameaus Karriere vor 1733, also vor der Uraufführung von Hippolyte et Aricie, hatte sich in einem verhältnismäßig bescheidenen Rahmen abgespielt und keinerlei Schatten auf seinen plötzlich aufblitzenden Theatergenius vorausgeworfen. Er wurde 1683 in Dijon als siebtes Kind des Organisten Jean Rameau geboren. Mit achtzehn Jahren entschloss er sich, Musiker zu werden und ging nach Italien, wo er jedoch nur vier Monate verweilte. Nach seiner Rückkehr war er ca. zwanzig Jahre lang an verschiedenen Orten Frankreichs als Organist tätig; zunächst 1702 in Avignon, im selben Jahr noch in Clermont-Ferrand, ab 1706 in Paris und ab 1709 in Dijon, wo er die Stelle seines Vaters an der Kirche Notre-Dame übernahm. 1713 führte ihn sein Weg nach Lyon und von dort erneut nach Clermont-Ferrand. Bevor er sich 1723 endgültig in Paris niederließ, hatte er außer einigen Motetten für die Kirchen, an denen er beschäftigt war, einigen weltlichen Kantaten und den Pièces de Clavecin von 1706 nur wenig komponiert.

Während dieser Jahre hatte Rameau jedoch eine neue, systematische Musiktheorie entwickelt. Sein Traité de l’Harmonie (1722) und die theoretische Auseinandersetzung mit dem Komponisten Montéclair begründeten seinen Ruf und öffneten ihm die Türen zur Pariser Gesellschaft. Von besonderer Bedeutung wurde seine Beziehung zu A. Le Riche de La Pouplinière, einem der wohlhabendsten Männer Frankreichs, der sich mit Schriftstellern und Musikern umgab. In seinem Haus lernte Rameau mehrere seiner späteren Mitarbeiter kennen, darunter auch den Dichter Pierre-Joseph Bernard, den Librettisten der Oper Castor et Pollux. La Pouplinière unterhielt ein kleines Privatorchester und veranstaltete großartige Hauskonzerte, bei denen Rameau seinen neuen musikalischen Stil in der Praxis erproben konnte. Als Folge dieser Experimente entstanden z.B. Bühnenmusiken zu mindestens drei Schauspielen, deren Material leider verschollen ist.

Rameaus Musiktheorien liefern den Schlüssel zu seinem neuen Stil. In seinen (zumeist akustisch-harmonischen) Abhandlungen versuchte er eine exakte Korrelation zwischen den Naturgesetzen der Akustik und den von der Musik erzeugten Affekten zu definieren – eine physiologische Hypothese für die Psychologie der Musik. Experimente mit den mathematischen Resultaten der Schwingung verschieden langer Saiten hatten gezeigt, dass der sog. Fundamentalton (der Grundton einer schwingenden Saite) zweite und dritte Obertöne erzeugt, die einen Durdreiklang bilden. Auf dieser Basis weiterbauend wandte sich Rameau physikalischen Ableitungen zu und untersuchte die verschiedenen resultierenden Kombinationen und Akkordumkehrungen. Weniger erfolgreich war er mit der Formulierung mathematischer Erklärungen für den Molldreiklang, was jedoch kaum relevant erscheint angesichts der allgemein formulierten Theorie. Mit seinem Prinzip der Umkehrung konnte er ganze Akkordgruppen mit gleichem harmonischem Wert auf denselben Grundton beziehen und so den Fundamentalbass als regelndes Prinzip der Komposition überhaupt erkennen. Demnach begann er Musik in einem Sinne zu verstehen, in dem die Harmonie wichtiger ist als die Melodie. Noch in Lullys Generation war die Harmonie lediglich eine Konsequenz der Melodie gewesen. Rameaus Betonung der Harmonie fand ihren Niederschlag in seiner reichen Instrumentierung und der Manipulation des Rezitativstils im Sinne harmonischer oder humanist-ischer Ideale anstelle der rein deklamatorischen Funktion bei Lully.

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Castor et Pollux
(Uraufführung 1737, revidierte Fassung 1754)

Das Thema der Oper, die Liebe und Treue zweier Brüder, war ungewöhnlich in einer von Lully geprägten Zeit, in der das Publikum an einfachere, um romantische Liebe kreisende Themen gewöhnt war. Bei dieser, seiner zweiten tragédie en musique, ging Rameau so kompromisslos zu Werke wie zuvor. 1737 wurde die Oper einundzwanzigmal aufgeführt. Innerhalb der nächsten siebzehn Jahre brachte der Komponist achtzehn weitere Bühnenwerke zur Aufführung, mehr als eine Oper pro Jahr, darunter Dardanus, Platée, Zaís, Pygmalion und Zoroastre. 1754 hatte der sog. Buffonistenstreit (die nach dem Pariser Gastspiel einer italienischen Buffa-Operntruppe entbrannte Auseinandersetzung zwischen Verfechtern der höfischen französischen Oper und Anhängern der bürgerlich-volkstümlichen Opera buffa) seinen Höhepunkt erreicht, und man zählte auf Rameau, der inzwischen als der bedeutendste Vertreter des französischen Nationalstils galt, um die Vorrangstellung der dramatischen französischen Oper gegenüber den Italienern zu behaupten. Komponist und Librettist entschieden sich für eine eingreifende Revision von Castor und Pollux, und diese Neufassung gestaltete sich zu einem derartigen Erfolg, dass die Buffonisten aus Paris vertrieben wurden.

Für die hier eingespielte Neufassung von 1754 wurde die Handlung geändert. In der Fassung von 1737 verlieben sich Castor und Pollux in dieselbe Frau (Télaíre) und kommt es zu Spannungen zwischen romantischer und brüderlicher Liebe. Für die revidierte Fassung wurde der ursprüngliche Prolog, der nichts mit der eigentlichen Handlung zu tun hat, gestrichen und ein neuer 1. Akt geschrieben, in dem Castor und Télaíre sich ineinander verlieben, Télaíre aber bereits Pollux’ Verlobte ist. Als Pollux die Gefühle seines Bruders für Télaíre erkennt, verzichtet er großmütig auf sie. Sein Rivale Lyncaeus dringt in die Hochzeitsfeier ein, um Télaíre zu entführen. Im anschließenden Kampf wird Castor getötet.

Im 2. Akt trauern die Spartaner an Castors Grab: ‚Que tout gémisse’. Die bewegende Klage ist eines der bekanntesten Stücke der Oper und erklang auch bei Rameaus Begräbnis im Jahre 1764. Télaíres Klagegesang ‚Tristes apprêts’ ist vielleicht nicht nur das berühmteste Stück des Werks, sondern der französischen Barockoper überhaupt. Phébé, die ebenfalls Castor liebt und die Kraft besitzt, „die Hölle heraufzubeschwören“, teilt Télaíre mit, dass sie Castor aus dem Hades zurückholen kann, wenn Télaíre auf ihre Liebe zu Castor verzichtet. Pollux besiegt Lyncaeus im Kampf und verspricht, seinen Vater Jupiter anzurufen, um Castor ins Leben zurückzuführen.

Der 3. Akt beginnt mit einem außergewöhnlich komplexen Prolog voller Disharmonien. Es folgt eine Arie, in der Pollux seine brüderliche Liebe erklärt. Im Mittelpunkt des Aktes steht die Begegnung zwischen Pollux und seinem Vater Jupiter. Von ihm erfährt Pollux, dass er Castor nur befreien kann, wenn er an seiner Stelle in den Hades geht. Pollux willigt ein, doch um ihn von seinem Vorhaben abzubringen, lässt Jupiter Hébe, die Göttin der ewigen Jugend, samt ihrem Gefolge erscheinen, um Pollux die himmlischen Freuden vorzuführen, auf die er verzichten muss, wenn er sich für Castor opfert. Doch Pollux bleibt festentschlossen.

Im 4. Akt ruft Phébé an den Pforten des Hades Geister und magische Kräfte herbei. Mit Mercures Hilfe betritt Pollux die Unterwelt. Die zweite Szene spielt in den elysäischen Feldern. Castor beklagt den Verlust seiner Geliebten Télaíre. Selige Geister fordern ihn auf, ihres Glückes teilhaftig zu werden. Am Ende des Akts steht die ergreifende Wiederbegegnung der Brüder. Castor willigt ein, für einen Tag zu Télaíre zurückzukehren, aber nur um ihr mitzuteilen, dass er Pollux’ Opfer nicht annehmen kann.

Im 5. Akt sind die Liebhaber vereint, aber Castor bedeutet Télaíre, dass er sie für immer verlassen muss. Télaíre bezichtigt die Götter der Grausamkeit. Castor verweilt zu lange; es entsteht ein Erdbeben. Die Götter erbarmen sich: Jupiter erscheint, um Castor und Pollux in den Olymp aufzunehmen und Télaíre zu gestatten, bei den Brüdern zu bleiben. Das einzige Opfer ist Phébe, sie nimmt sich das Leben: „Liebe war ihr einziges Vergehen“.

 

Anmerkungen zur Einspielung

Die hier verwendete Aufführungsedition wurde vom Dirigenten erstellt. Sie basiert auf einer Kopie der Fassung von 1754, die sich in der Musikabteilung der Universität Toronto befindet. Dabei wurden Teile ergänzt und einige Revisionen vorgenommen (so ist etwa die in der Partitur fehlende große Chaconne am Schluss der Oper hier enthalten). Der Einspielung voraus gingen konzertante Aufführungen in Toronto. Bei der Aufnahme wurde versucht, ein Gefühl dieser Live-Atmosphäre zu vermitteln. Der Damen- und Herrenchor ist getrennt an beiden Seiten des Orchesters postiert, wie es in der französischen Oper des achtzehnten Jahrhunderts üblich war. Bei allem Reichtum der Instrumentierung ist übrigens das Schlagzeug nicht ausdrücklich erwähnt; auch das entspricht dem Brauch der Zeit. Der entsprechende Part wurde – mit besonderem Effekt im tonnerre, der Donnerszene – vom Dirigenten ergänzt.

Kevin Mallon
Deutsche Fassung: Bernd Delfs

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Die Handlung

CD 1

[1] Nach der Ouvertüre hebt sich der Vorhang über dem königlichen Palast, in dem Hochzeitsvorbereitungen stattfinden. [2] Phébé und ihre Vertraute unterhalten sich über die bevorstehende Heirat von Télaíre und Pollux. Phébé liebt Pollux’ Bruder Castor, der jedoch ebenfalls in Télaíre verliebt ist. Phébé bedauert, dass die Götter ihr und Télaíre unterschiedliche Gaben verliehen haben; sie selbst besitzt die Kraft, die Geister des Hades zu beschwören, während Télaíre alle mit ihrer Schönheit bezaubert. Die Vertraute sieht in der Heirat von Pollux und Télaíre eine gerechte Lösung, doch Télaíre fürchtet, dass Pollux sich von Castors Tränen erweichen lässt und ihm zuliebe auf Télaíre verzichtet. Doch Phébé verfolgt eine andere Absicht: sie will Lyncaeus überreden, Télaíre zu entführen. Als diese erscheint, entfernen sich Phébé und Cleone. [3] Télaíre beklagt ihr Los. [4] Castor tritt auf, um Abschied von ihr zu nehmen. Er hat dem Bruder seine Liebe zu ihr gestanden und muss sie nun verlassen. Pollux tritt hinzu und erklärt sich bereit, Télaíre Castor zur Frau zu geben.

[5] Die Spartaner lobpreisen ihren König und führen einen Tanz [6] zur Feier seines Sieges über die Liebe auf. [7] Castor freut sich über sein Glück, während die Gäste eine Gavotte [8] und ein Tambourin [9] tanzen. [10] Die Feststimmung wird jäh von einem Spartaner beendet, der zu den Waffen ruft: In ihrer Eifersucht hat Phébé Lyncaeus zum Palast geführt, um Télaíre zu entführen. Aus dem Kampfgemenge erklingt ein Schrei, der Castors Tod verkündet. Die untröstliche Télaíre verlangt von Pollux, den Tod seines Bruders zu rächen.

[11] Die Szene des zweiten Aktes ist der königliche Friedhof, auf dem ein Mausoleum für Castor errichtet wurde, dessen Tod vom Volk beweint wird. [12] In tiefer Trauer tritt Télaíre auf und beklagt ihren Verlust. [13] Da erscheint Phébé, die ihr mitteilt, dass sie bereit ist, Castor aus dem Hades zu befreien, wenn Télaíre auf ihn verzichtet. Télaíre ist dazu bereit. Aus der Ferne erklingt Triumphgeschrei zum Zeichen von Pollux’ Sieg über Lyncaeus. [14] Der Kriegsherr erscheint mit seinen Soldaten und verkündet den Tod seines Gegners. [15] Pollux bleibt allein mit Télaíre zurück. Sie entdeckt ihm Phébés Plan, er aber will seinen Vater Jupiter um Hilfe für Castor anrufen. Télaíre begrüßt seinen Entschluss, der Castor zurückbringen wird und ihr selbst das Leben rettet. Pollux ruft zu einer Feier auf. [16] Die Gräber verschwinden und die Szene verwandelt sich in eine schöne Gegend [17], in der Festtänze aufgeführt werden.

Der dritte Akt spielt in der Vorhalle des Jupiter-Tempels. Pollux bringt ein Opfer dar und beschwört die göttliche Freundschaft. [19] Die Türen des Tempels öffnen sich. Der Hohepriester kündigt Jupiters Erscheinen an und befiehlt der versammelten Menge, vor dem mächtigen Gott zu zittern. [20] Jupiter tritt mit großer Prachtentfaltung auf. Pollux beklagt seine eigene Unsterblichkeit, falls Castor in der Unterwelt bleiben sollte. Jupiter erklärt, dass der Hades seine eigenen Gesetze hat, die er nicht brechen kann, doch Pollux will Pluto widerstehen und Cerberus in Ketten legen, um seinen Bruder wiederzusehen. Jupiter bedeutet ihm, dass er Castor nur ins Leben zurückholen kann, wenn Pollux an seiner Stelle in den Hades geht. Pollux willigt ein, doch Jupiter versucht ihn von seinem Entschluss abzubringen, indem er Hébé die Himmlischen Freuden beschwören lässt, auf die er verzichten muss, wenn er sich für Castor opfert.

CD 2

[1] Hébé führt die mit Girlanden geschmückten Himmlischen Freuden tanzend zu Pollux. [2] Er jedoch sieht das Glück nur dort, wo die Liebe regiert. [3] Die Himmlischen Freuden tanzen eine Sarabande; ein Mädchen aus Hébés Gefolge besingt die Wonnen ihres Daseins. [4] Pollux wäre ihrem Schmeicheln nicht abhold, würde ihn der Schmerz über den Verlust des Bruders nicht überwältigen. [5] Die Himmlischen Freuden setzen ihren Tanz fort, aber Pollux’ Entschluss steht fest.

[6] Die Szene des vierten Akts ist der von Ungeheuern und Dämonen bewachte Eingang zur Unterwelt. Flammen züngeln aus der Höhle empor. Phébé erscheint und befiehlt den Geistern, einen der Schatten aus dem Totenreich zurückzuholen. Die Szene wird durch das Erscheinen von Mercure und Pollux unterbrochen. [7] Mercure bedeutet Phébé, dass ihr Vorhaben vergeblich ist und allein Pollux erfolgreich sein kann. Pollux ist entschlossen, in den Hades hinabzusteigen, um Castor zu retten. Gemeinsam bereiten sie sich auf den Abstieg vor. Dabei treffen sie auf die Ungeheuer, die den Eingang bewachen. [8] Phébé und ihre Vertraute versuchen die Dämonen zurückzuhalten, die gemeinsam mit den Furien Pollux Furcht und Schrecken einjagen sollen. Pollux kämpft mit ihnen, während Mercure sie mit seinem Caduceus zu beruhigen versucht. Sie steigen in die Höhle hinab. [9] Phébé hofft nun, dass Castors Rückkehr verhindert werden kann, wenn er zu Télaíre zurückkehrt.

[10] Die Szene verwandelt sich in die Elysäischen Felder. Man sieht den Fluss Lethe und in der Ferne die Seligen Geister. Castor ist von dem Ort bezaubert, aber er sehnt sich noch immer nach Télaíre. [11] Die Seligen Geister nähern sich tanzend und [12] begrüßen Castor, dann setzen sie ihren Tanz [13] fort. Die Brüder begegnen sich [14]; Pollux bedeutet Castor, dass sie nicht zusammen bleiben können, da er seine Stelle in der Unterwelt einnehmen muss; widersetzt er sich, muss auch Télaíre sterben. Um Télaíre wiederzusehen, will Castor für einen Tag ins Leben zurückkehren. Merkur führt ihn auf einer Wolke fort, während Pollux mit den Seligen Geistern verschwindet.

[15] Die Szene des fünften Akts ist eine liebliche Landschaft in Sparta. Télaíre heißt Castor willkommen, doch er gesteht ihr, dass er wieder in den Hades zurückkehren muss. [16] Castor schickt das Volk, das zu seiner Begrüßung erschienen ist, fort. [17] Télaíre erfährt von ihm, dass er wieder sterben muss, um seinen Bruder zu befreien. Sie hofft auf das Mitleid der Götter. [18] Man hört Donnergeräusch. Castor glaubt, dass er zu lange geweilt hat, während Télaíre vor Schreck ohnmächtig wird. [19] Jupiter steigt auf seinem Adler herab, erlöst Castor von seinem Schwur und verleiht ihm Unsterblichkeit. Da erscheint auch Pollux, der berichtet, dass allein Phébé aus Strafe für ihre Liebe im Hades bleiben muss. [20] Der Himmel öffnet sich und enthüllt einen Teil des Tierkreises. Die Sonne beginnt ihren Lauf und der den Dioskuren Castor und Pollux zugewiesene Ort wird sichtbar. Die über die Gestirne wachenden Geister erscheinen, und im Hintergrund erkennt man den Palast des Olymp, in den Jupiter die Brüder aufnimmt. [21] Zu den Klängen einer Chaconne nehmen die Geister ihre Plätze ein, Castor und Pollux ihre Zwillings-positionen im Tierkreis. [22] Alle preisen die süßen Bande der Liebe.

Keith Anderson
Deutsche Fassung: Bernd Delfs


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