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8.660372-73 - GENERALI, P.: Adelina [Melodramma sentimentale] (Bijelić, Nani, Muñoz, Virtuosi Brunensis, Rigon)
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Pietro Generali (1773–1832)
Adelina

 

Die Macht der Natur

Am 15. September 1810 wurde die Herbstsaison des kleinen venezianischen Theaters von San Moisè mit zwei Farse (kleine, einaktige Opern) eröffnet, beide auf Texte des Librettisten Gaetano Rossi: Amore ed interesse und Adelina; dazwischen gab es das Ballett La costanza premiata. Amore ed interesse, mit der Musik von Orgitano, wurde als „farsa giocosa“ (komische Farsa) bezeichnet, Adelina hingegen als „melodramma sentimentale“ (sentimentales Melodrama). Vertont von Pietro Generali war Adelina der größte Erfolg jener Spielzeit, in der bekanntlich am 3. November mit gutem Erfolg auch Rossinis Debüt mit La cambiale di matrimonio stattfand, ebenfalls auf einen Text von Rossi.

Die Interpreten der beiden Opern waren dieselben, die für die ganze Spielzeit engagiert waren: die Primadonna Rosa Morandi (Adelina), der Tenor Tommaso Ricci (Erneville), die Bässe Luigi Raffanelli (Varner) und Nicola de Grecis (Simone) sowie die beiden Nebendarsteller Domenico Remolini (Firmino) und Clementina Lanari (Carlotta).

Während Rossini ein richtiger Anfänger war, bildete Adelina keineswegs den ersten Erfolg Generalis (1773–1832). Gebürtig im Piemont hatte er in Rom und Neapel studiert und im Karneval 1800 in Rom debütiert. Bekannt wurde er aber in Venedig, mit zwei Farse: im Frühjahr 1804 mit Pamela nubile von Rossi am Teatro San Benedetto und Ende Dezember 1808 am San Moisè mit Le lagrime d’una vedova von Foppa.

Wie diese letztere gehört Adelina zur Unterkategorie der „sentimentalen“ oder „gefühlsbetonten“ Oper. Sie handelt von einem verführten und verlassenen Mädchen, das von seinem Vater verstoßen wird, als es ihm seinen Fehltritt gesteht. Die Handlung nimmt aber einen glücklichen Ausgang: Sie endet nämlich mit einer Wiedergutmachungsheirat und der väterlichen Vergebung, die beide dank der guten Dienste eines gütigen Lehrers zustande kommen.

Adelina ist eine Farsa, aber es gibt wenig zu lachen. Es geht um eine Kindesmutter, die von ihrem Verführer sitzen gelassen wurde, um die Aussetzung eines Neugeborenen, um eine Tochter, die von ihrem Vater verstoßen und verflucht wird, um ungeheuerliche Gedanken an Suizid, Kindestötung und Ehrenmord. Kurzum, der Stoff könnte zu einer ernsten Oper wenn nicht sogar zu einer richtigen Tragödie passen.

Rossi lehnte sich an Lisbeth an, ein „drame lyrique“ (lyrisches Drama) in drei Akten von Edmond de Favières (1755–1837), „in Prosa vermischt mit Musik“ (der von Grétry)—also eine Opéra-comique, die ab dem 10. Januar 1797 im Théâtre Favart in Paris aufgeführt wurde. Der Text ist durchdrungen von den Idealen à la Rousseau (Verehrung der Natur, Tugendhaftigkeit einer kleinen bäuerlich-alpinen Gemeinschaft, Macht der Gefühle) und gewürzt mit Huldigungen an einige Ideen der französischen Revolution. Aber Favières steht auch in anderer Hinsicht in der Schuld Rousseaus: Sein Modell scheint nämlich Le Devin du village (1752) zu sein, ein Intermède mit Text und Musik des Genfer Philosophen. Während hier die Liebesverstrickungen der Schäfer Colin und Colette dank dem sympathischen Schwindler (dem Wahrsager des Titels), der den viel besseren Durchblick hat als die einfachen Landleute, zu einem guten Ende geführt werden, bringt Favières vor allem eine entschieden realistischere und drastischere Handlung auf die Bühne. Er stellt ferner explizit einen Philosophen ins Zentrum, der seine Morallektionen erteilt. Außerdem ist diese Person—im Musiktheater fast einzigartig—ein Zeitgenosse, der wirklich existiert und weniger als ein Jahrzehnt zuvor noch gelebt hat. Es handelt sich nämlich um den Zürcher Schriftsteller und Maler Salomon Gessner (1730–1788), von dem ausdrücklich die Dichtung Der Tod Abels (1758) erwähnt und an einer Stelle zitiert wird, ebenso wie seine noch berühmteren Idyllen (1756–72), die den alten Mythos einer arkadischen Natur in aktualisierter, sentimentalerer Form wieder aufleben ließen. Da auch auf den erfolgreichen amerikanischen Unabhängigkeitskrieg (1776–81) Bezug genommen wird, können wir die Geschichte von Lisbeth präzise zwischen 1781 und 1788 ansiedeln, genau genommen sogar in das Jahr 1781 oder 1782, gibt es doch eine Anspielung auf eine militärische Begebenheit aus dem Jahre 1781.

Die ganze Handlung von Lisbeth enthält Aspekte, die selbst für das französische Theater wirklich einzigartig waren, erst recht aber für das italienische Theater, das viel konformistischer und konventioneller war. Mit beachtlichem Mut behielt Rossi die Handlung, die Themen und das allgemeine Umfeld seiner Vorlage—Datierung inbegriffen—bei, als er sie für den italienischen Gebrauch und dessen Schemata anpasste. Zwar bleibt bei ihm unklar, weshalb Firmino und Erneville „gerade aus Amerika kommen“ (Adelina, Szene 8, CD 1 [10]). Dafür werden aber sowohl Gessner wie auch eines seiner Hauptwerke explizit erwähnt, und wahrscheinlich sind seine Idyllen gemeint, die von 1773 bis 1809 mehr als zwanzig Mal auf Italienisch erschienen. Diese beiden Umstände zeigen an, dass sich die Handlung in der Gegenwart abspielt. Als Person wird Gessner jedoch durch die traditionellere Figur des Lehrers—Simone—ersetzt, angelegt als Bufforolle für einen Bassbuffo, wie sie im italienischen Musiktheater heimisch war. Simone hat viele Gemeinsamkeiten mit Don Gregorio Cordebono, dem Protagonisten der Komödie von Giovanni Giraud, L’aio nell’imbarazzo (Rom, Teatro Valle, Herbst 1807). Darin tut ein gutherziger Erzieher (der erwähnte Cordebono) alles, damit sich ein bärbeißiger Vater mit seinem Sohn versöhnt, der ein Mädchen geschwängert hat. Die letzte Aufführung von Adelina 1810 im San Moisè fand am 1. Dezember statt; keinen Monat später, am 26. Dezember, wurde die Karnevalssaison 1810–11 ausgerechnet mit der musikalischen Umsetzung von Girauds Komödie, der Farsa L’aio nell’imbarazzo von Camagna mit der Musik von Emanuele Guarnaccia, eröffnet, deren Handlung von Adelina teilweise vorweggenommen wurde.

Anders als Don Gregorio ist Simone ein zweifellos gutherziger, aber doch sehr bäurischer Dorfschullehrer: ausgehungert, schmarotzerhaft, einfältig (so sehr, dass er glaubt, die junge Frau sei in ihn verliebt, ähnlich wie Germano in der späteren Scala di seta), mit einer Neigung zu deftigen Anspielungen und von oberflächlicher Bildung. Er spricht Latein wie jeder Pedant in einer Komödie, allerdings voller Ungereimtheiten. Er ist also Garant des komischen Gegengewichts zur Dramatik der Handlung, wie es das gemischte „halbernste“ (oder eben „sentimentale“) Genre verlangt.

Um der Geschichte dramatische Spannung zu verleihen, fügte Rossi das Missverständnis von Adelinas Verrat ein, den Erneville irrtümlicherweise vermutet (Nr. 5). Es fehlt bei Favières und entwickelt sich in einem Duett, das Tonfall und Modus der Opera seria aufweist: Einleitung durch ein begleitetes Rezitativ (wie auch die entscheidende Nr. 7), Einsatz „colla parte“, Gegenüberstellung in Parallelstrophen, Kantabile zu zweit voller Gestik.

Eine wichtige Rolle nimmt in der ganzen Geschichte auch die Umgebung ein, in der sich die Handlung abspielt—eine idyllische Alpenlandschaft—, wie man sofort zu Beginn der genauen und malerischen Szenenbeschreibung entnehmen kann—eine richtiggehende Hommage an die Schönheit der Natur:

Das Bühnenbild zeigt eine entzückende Ansicht der Schweiz. Sehr hohe Felsen in der Ferne, geteilt von Wasserfällen, die sich in den Zürichsee ergießen, dessen Ufer überall von Bäumen gesäumt ist. Zwei dieser Felsen sind durch eine rustikale Holzbrücke verbunden, unter der ein Bächlein fließt. Zwischen den Felsen erkennt man liebliche Felder und Hügel, auf denen schöne neue Landhäuser verstreut liegen.

Die erste Szene selbst stellt ein Naturphänomen dar (den Sonnenaufgang), und an die „Natur“ sind die Verse gerichtet, die Simone in der Haltung eines „besessenen Dichters mit affektierter Begeisterung“ improvisiert (Szene 1, CD 1 [2]):

Ecco il sol che spunta fuori,
e dà vita all‘erbe, e fi ori.
Scioglie il canto l‘augeletto…
Va scherzando il zefi retto…“

Da ist die Sonne, die erwacht
und Gras und Blumen lebendig macht.
Die Vögelchen singen…
Die Lüftchen schwingen…“

Kurz darauf tritt Varner mit einem „Nationallied“, d.h. einer typischen Volksmelodie auf, worin er sein Ideal, „die Menschheit zu erheben“, kundtut (Szene 2, CD 1 [2]): „All’ombra, amici, all’ombra“, mit einer absichtlich asymmetrischen Melodie, wie es für ein Stück angemessen schien, das eigentümlich klingen sollte (dieses Mal eine Idee von Rossi selbst). Außerdem verstärkt Generali die „Volkstümlichkeit“, indem er das „Lied“ strophisch anlegt, obwohl es von Rossi nicht so gedacht war.

Bei ihrem ersten Auftritt wird Adelina vom „süßen Klang“ einer „Hirtenmusik“ gerührt (Szene 5, CD 1 [5]). Dessen Einleitung ist nicht die übliche abstrakte Instrumentaleinleitung, sondern vielmehr eine realistische Bühnenmusik, die aus den Hirtenweisen gebildet wird. Während sie ihnen lauscht, vollzieht Adelina eine Reihe von stummen Bühnenhandlungen, wie in einer Pantomime: eine Szene wie in einem mélodrame, die die Affi nität von Adelina zu einem Eckpfeiler des larmoyanten Theaters wie Nina ou La folle par amour von Dalayrac (1786; ins Italienische übersetzt von Giuseppe Carpani, Monza 1788; neu vertont von Paisiello 1789, überarbeitet 1790 und 1792) noch verstärkt.

Die Natur ist also Landschaft, aber ihr gehört uneingeschränkt auch die hervorbrechende Welt der Gefühle an, und mit ihr sind auch Begriffe wie Volk oder Volkstum verknüpft. Die angeborene—natürliche—Kraft der Gefühle spielt darin die Hauptrolle. Und tatsächlich gibt Varner nach („Machen wir der Menschlichkeit Platz“ (Szene 14, CD 2 [9]), wenn er sich der Kraft der Gemütsbewegungen, der Macht einer nicht den Konventionen unterstellten Natur beugt: „Oh Natur, ja, ich spüre dich: wie mächtig du bist!“ (Szene 15, CD 2 [9]).

Das Ganze könnte nicht typischer sein für eine kulturelle Haltung, die an der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert aktuell war (die Manifestierung des Erhabenen) und die Generali hervorzuheben verstand. Einmal mehr zeigte sich die Welt der Farsa äußerst aufgeschlossen gegenüber der Tagesaktualität.

Paolo Fabbri
Übersetzung aus dem Italienischen von Reto Müller

Die Handlung

CD 1

[1] Ouvertüre

Einakter

Sonnenaufgang am Zürichsee

[2] Der Dorfschullehrer Don Simone versucht, die Natur dichterisch zu besingen. Doch es will ihm nicht gelingen und so denkt er im Weggehen lieber ans Essen. Varner, Don Simones reicher Nachbar, kommt von der morgendlichen Jagd zurück und lässt das Frühstück auftischen, wozu er philanthropisch Freunde und Gehilfen einlädt. [3] Der zurückkommende Simone, begeistert von der gedeckten Tafel, wird ebenfalls eingeladen. Carlotta, die jüngere Tochter Varners, bringt frisch gepflückte Blumen; sie ist spät dran, weil sie auf ihre Schwester Adelina gewartet hat. Ausgelassen frönen sie dem Essen und Trinken. [4] Varner schickt Carlotta das Berghäuschen zu reinigen, weil er dessen Käufer erwartet. Er ist über Adelina verärgert, die immer noch nicht erschienen ist; sechs Monate sei sie schon bei ihrem Onkel und hätte ihn wohl schon fast vergessen. Don Simone lobt seine ehemalige Schülerin und ist überzeugt, dass bei ihrer Rückkehr unter allgemeiner Freude ein Bankett gegeben wird. [5] Auf der Holzbrücke über dem Bach, der sich in den Zürichsee ergießt, erscheint Adelina mit einem kleinen Bündel auf dem Rücken. Bekümmert und mit gemischten Gefühlen vernimmt sie den süßen Klang der heimatlichen Hirtenmusik. [6] Sie ist aufgewühlt und ratlos; sie hat einen Fehler begangen, doch der Himmel weiß, für wen sie Segen erfleht. [7] Simone kommt aus dem Haus und erkennt, dass Adelina geweint hat. Sie will ihm ihr Herz anvertrauen und bittet ihn, wenn sie gegangen ist, einen Brief zu lesen, den sie einer Freundin diktiert hat. Der naive Simone erwartet eine Liebeserklärung. Stattdessen liest er erstaunt und besorgt von den Wechselfällen des Mädchens, just als Varner dazukommt und freudig berichtet, dass man ihm Adelinas Ankunft gemeldet habe. Simone dämpft seine Freude und übergibt ihm den Brief, den „eine Unglückliche an das Mitleid“ gerichtet habe; Adelina beobachtet die Szene voller Kummer. [8] Varner liest von einem Mädchen, das sich heimlich verlobte und trotz des Heiratsversprechens schwanger verlassen wurde und nun mit einer kleinen Kreatur auf die väterliche Verzeihung hofft; ansonsten will sie ihrem Leben ein Ende setzen. Varner ist betroffen und entsetzt, Adelina fleht Gott um sein Mitleid an, Simone appelliert an sein Herz. [9] Adelina hofft auf die Wirkung ihres Schreibens, Varner versetzt sich in die Lage des armen Vaters, und Simone zählt darauf, dass die Vaterliebe obsiegt; er glaubt, es sei der richtige Augenblick und ruft Adelina herbei. Rasend vor Wut erkennt Varner in der Sünderin seine Tochter. Im Affekt greift er sogar zum Gewehr, doch Simone kann das Schlimmste verhindern und auch die väterliche Verfluchung gerade noch unterbinden. Varner verbannt Adelina aus seinem Haus und verweigert ihr trotz der Fürsprache Simones die erflehte Verzeihung. Aufgewühlt stürzt er davon, während Simone das Mädchen in sein Haus bringt. [10] Firmino stellt sich Carlotta vor: Er und Erneville, sein junger Herr, eben aus Amerika zurück, möchten den Schlüssel für das Häuschen abholen, das sie gekauft haben. Firmino will gerne in Gesellschaft der kleinen Schweizerin im Haus warten, bis Varner zurückkommt.

CD 2

[1] Erneville kommt träumerisch herbei; die liebliche Landschaft erinnert ihn an schöne Momente. Nur der Gedanke an einen Verrat vermag ihn kurz zu beunruhigen, doch sagt ihm sein Herz neues Glück voraus. [2] Firmino und Carlotta teilen ihm mit, dass sie noch auf den Schlüssel von Varner warten. Erneville vernimmt

betroffen diesen Namen, als Varner auch schon daherkommt. Er starrt ihn an und fragt, ob er der Vater Adelinas sei, woraus dieser schließt, dass seine Schande bereits die Runde gemacht habe. Seinen wirren Worten entnimmt Erneville entsetzt, dass sich Adelina verführen ließ. Adelina, die sich aus Simones Haus traute, trifft auf Erneville, doch statt einer freudigen Umarmung stößt sie auf dessen Abweisung [3] Er wirft ihr Verrat vor und bereut seine Liebe, während sie ihre Treue zu ihm bekräftigt. Beide fühlen sich immer noch zueinander hingezogen, und es gelingt Adelina, Erneville klarzumachen, dass er selbst der angeprangerte Verführer ist. Voller Glücksgefühle gehen sie Arm in Arm in Simones Haus. [4] Varner will, sobald seine Schwester aus Zofi ngen herbeigerufen wurde, sein Dorf verlassen, um seine Schande zu verbergen. Simone will ihn davon überzeugen, dass sich alles heilen lässt, und appelliert an Varners Menschlichkeit. Er verteidigt Adelina. [5] Schuld an allem sei Amor, der kein harmloses Kind mit einer Augenbinde sei, sondern seit Abrahams Zeiten ein erfahrener Verführer, der in den jungen Mädchen das Verlangen weckt. 6 Ein Bauer bringt ein Körbchen mit dem kleinen Mädchen Adelinas, das er in seiner Obhut hatte; Erneville ist voller Freude über den gemeinsamen Sprössling. Simone kommt hinzu und entwirft einen Plan, um Varner zu besänftigen. Dazu muss ihm Adelina ihr Kind überlassen. [7] Schweren Herzens übergibt sie das Baby an Don Simone. Gerührt sieht sie, wie es Erneville die Ärmchen entgegenstreckt, und hofft, dass dieser Anblick auch ihren Vater berühren wird. Sie stellt sich einen Moment vor, dass er hartherzig bleiben könnte. [8] Doch sie vertraut darauf, dass der Himmel mit der Verzeihung ihres Vaters den Weg für das Glück der Familie frei macht. [9] Simone gibt vor, im Wald einen ausgesetzten Säugling gefunden zu haben. Varner ist bereit, das Kind zu hüten, während Simone die Behörde verständigen soll. Während Varner das Kindchen betrachtet, erinnert er sich an Amor und dass seine Adelina ihre Tochter aus Verzweiflung gerade jetzt ebenso aussetzen könnte. [10] Ergriffen gibt er das Kind in die Obhut von Carlotta, der es als Lehre für die Wechselfälle der Liebe dienen soll. Simone kehrt zurück und sagt, dass er unverhofft auf den Vater des Kindes gestoßen sei; überraschend stellt sich der reiche Käufer des Berghäuschens als dieser heraus. [11] Erneville gibt sich verzweifelt, dass seine Braut von einem stolzen Vater verbannt worden sei und sich nun vielleicht etwas antue. Er nennt ihren Namen, und als sich Varner Vorwürfe macht, tritt Adelina hervor und wirft sich ihm zu Füßen. Alle Anwesenden tun es ihr gleich und flehen Varner an, auch Simone, der sich als Fürsprecher der jungen Leute zu erkennen gibt. Schließlich gibt Varner beim Anblick des Kindleins gerührt nach und umarmt alle als Zeichen seiner Verzeihung; Adelina soll eine gute Mutter und Gattin sein. Alle sehen glücklichen Tagen entgegen.

Reto Müller


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