About this Recording
NHB10152 - HEBEL, J.P.: Kannitverstan und andere Geschichten aus dem Rheinischen Hausfreund
German 

Kannitverstan

Von den drei Werken Hebels haben die „Alemannischen Gedichte“ nicht die Verbreitung gefunden, die ihnen zusteht; sicher liegt das an der Mundart, in der sie verfasst sind; alle Versuche, sie ins Hochdeutsche zu übersetzen, nehmen den Gedichten das Wesentliche, ihre Sprache. „Unsere Sprache verträgt durchaus nichts, was nicht in ihr selber erzeugt und gebohren ist, sonst sieht‘s aus wie eine fremde Seele in einem andern Körper“ so Hebel. Dagegen sind viele der im „Schatzkästlein des Rheinischen Hausfreunds“ gesammelten Erzählungen jedem Deutschen bekannt geworden. Obwohl nur wenige dieser Geschichten auf eigener Erfindung Hebels beruhen, ist doch die Gestaltung sein Werk. Das Besondere dieser Gestaltung liegt in der schlichten und verständlichen Sprache und der unangestrengten kunstvollen Form. Eine weitere Besonderheit zeigt sich in der Beziehung des Verfassers zum Leser: er spricht ihn an, erklärt, kommentiert, belehrt, nicht im Ton eines strengen Moralisten, sondern eines Freundes, der um die Schwächen der Menschen weiß und im Sinne christlicher Humanität dort, wo er es für angebracht hält, Rat erteilt. Das dritte Werk Hebels, die „Biblischen Geschichten“, ist im Bewusstsein der Deutschen—unverdient—nicht mehr gegenwärtig.


Close the window