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NHB10192 - MEYER, C.F.: Schuss von der Kanzel (Der) (leicht gekurzt)
German 

Der Schuß von der Kanzel

Schon während der Arbeit am „Jürg Jenatsch“ hatte Meyer mit Johann Rudolf Wertmüller, einer der Hauptfiguren im „Schuß von der Kanzel“, zu tun, damals war dieser ein zwanzigjähriger Leutnant. Nach Veröffentlichung des „Jenatsch“ wandte sich Meyer erneut dieser Figur zu, doch diesmal war Wertmüller ein sechzigjähriger General, der „wie eine Art Rübezahl auf seinem Landsitz sein Wesen treibt“. Der knurrige alte Haudegen und Freigeist macht sich nun einen Spaß mit seinem geistlichen Vetter, den ganz unpassend die Jagdleidenschaft ergriffen hat. Nicht nur diese beiden Figuren bringt Meyer zum Leben, auch der schüchterne Kandidat und seine tüchtige und kluge Braut stehen dem Leser plastisch vor Augen. Die Handlung läuft entschieden auf den Schuß, den „Falken“ nach der Theorie Paul Heyses, zu. Meyers Kunstverstand meidet alles Rhetorische oder Dekorative. Es ist daher nicht verwunderlich, daß diese Novelle sehr beliebt wurde. Sie erschien im „Zürcher Taschenbuch auf das Jahr 1878“, dessen Herausgeber Meyer „um etwas Amüsantes, das zugleich in der Heimat spiele“, gebeten hatte.


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