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NHB10502 - ARNDT, E.M. / STORM, T.: Katzen - Phantastische Geschichten
German 

Man kann Katzen nicht gleichgültig gegenüberstehen. Für die einen sind sie sanfte Haustiere, für die anderen bedrohlich undomestizierte Wesen. Schmusekätzchen und Raubtier heißt die Alternative, und für beide Wesenzüge bietet die Katze Anhaltspunkte. Ihr warmes Schnurren und vertrautes Anschmiegen vertiefen beim Menschen den Eindruck, daß eigentlich diese Wesen doch sehr umgänglich sind—bis sie die Krallen zeigen. Dann zeigt sich plötzlich die zweite Seite der Katzen: ihre bedrohliche und unkalkulierbare. Und es sind nicht nur die Krallen, die ins Spiel kommen, es sind ebenso die grün funkelnden Augen, der Buckel, der Schwanz… und heißt es nicht im Volksmund, schwarze Katzen brächten Unglück?! Katzen sind also für den Menschen zumindest geheimnisvolle Tiere, unter deren zärtlicher Oberfläche verborgene Abgründe lauern. Und so sind Katzen auch schon immer wahrgenommen worden—als schillernde Wesen. Da man sie nicht einordnen kann, sie allen Versuchen der Erziehung trotzen, sie innerlich immer ein unabhängiges Leben zu führen scheinen, war es wohl unvermeidlich, daß die Menschen ihnen geheimnisvolle Kräfte, übermenschliche Züge verliehen. Das Unerklärliche zieht an!

Als doppelgesichtige Wesen werden Katzen auch in der Literatur behandelt. Es sind kluge und treue Tiere, in denen sich die guten Seiten des menschlichen Charakters spiegeln. Das Märchen „Der gestiefelte Kater“ führt ein solches kluges und menschenfreundliches Tier vor. Auch Gottfried Kellers „Spiegel, das Kätzchen“ (auf CD: Naxos NHB20012/4) ist ein schlaues, hilfsbereites Wesen, in dem sich aber auch schon die andere Seite andeutet: die Verbindung zum Reich der Dunkelheit, zu Hexen und Zauberern.

Die dunkle Seite der Katzen, das, was im Bereich des Instinkts beheimatet und damit den Menschen nicht zugänglich sein kann, ist ebenso Gegenstand literarischer Schilderung—zum Beispiel in den beiden Geschichten dieser CD.


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