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NHB10522 - HEYSE, P.: Arrabiata (L') (Die Widerspenstige)
German 

L’Arrabbiata

1854 hatten zwei in Berlin existierende literarische Vereinigungen, der „Tunnel über der Spree“—zu dessen Mitgliedern u.a. Fontane, Kugler, Menzel zählten—und der „Rütli“, gemeinsam ein Jahrbuch mit Namen „Argo“ veröffentlicht, in dem auch Heyses Novelle „L’Arrabbiata“ zuerst erschien. Lauretta, durch böse Erlebnisse in der eigenen Familie zu einem spröden, mißtrauischen, alle abwehrenden Mädchen herangewachsen, lehnt auch das Werben Antoninos ab, obwohl sie ihn gut leiden kann. Ihre Abwehr führt dazu, daß sie ihn verwundet. Erst jetzt verliert sie ihre starre Haltung und öffnet sich der Liebe. Nach Heyses Novellentheorie stellt der Biß des Mädchens sowohl den Höhe- als auch den Wendepunkt der Geschichte dar. Auf Storm machte die Erzählung großen Eindruck („eine außerordentliche Geschichte“), ebenso auf Fontane („ein Muster von Einfachheit, Klarheit und Tiefe“), Mörike schrieb dem Verfasser, dieser habe „seit jener Rabbiata in der Argo“ sein „größtes Interesse auf sich gezogen“.


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