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NHB10682 - KELLER, G.: Schmied seines Gluckes (Der)
German 

Der Schmied seines Glückes

entstand 1855 und erschien zuerst im zweiten Band der Sammlung „Die Leute von Seldwyla“ 1873/74. Über die Stadt Seldwyla schreibt Keller in der Vorrede zum ersten Band, daß Seldwyla ein wonniger und sonniger Ort sei, „gelegen irgendwo in der Schweiz“, daß das Städtchen, im Besitz unabsehbarer Waldungen, reich, die Bürgerschaft aber arm sei, „und zwar so, daß kein Mensch zu Seldwyla etwas hat und niemand weiß, wovon sie seit Jahrhunderten eigentlich leben. Und sie leben sehr lustig und guter Dinge“. Die jungen Leute von etwa zwanzig bis fünfunddreißig oder sechsundreißig Jahren üben „das Geschäft, das Handwerk…und benutzen ihre Profession zur Betreibung eines trefflichen Schuldenverkehrs, der eben die Grundlage der Macht, Herrlichkeit und Gemütlichkeit der Herren von Seldwyl bildet“. Keller will nun nicht Geschichten erzählen, „wie sie in dem beschriebenen Charakter von Seldwyla liegen, sondern einige sonderbare Abfällsel, die so zwischendurch passiert sind…und doch auch gerade nur zu Seldwyla vor sich gehen konnten. Ein solches „Abfällsel“ ist auch „Der Schmied seines Glückes“—von Keller abwechselnd realistisch, ironisierend, parodierend, satirisch und humorvoll erzählt.


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