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Manuel Ribeiro
Pizzicato, July 2014

‘The Fiery Angel’ ist ein eher unbekanntes, aber wichtiges Werk in Prokofievs Repertoire. Musik und Libretto hat der Komponist selber erstellt. Inspirationsquelle war der gleichnamige Roman von Valery Bryusov. Aus politischen Gründen wurde die Oper aus dem Jahre 1923 erst 1955 in Paris im ‘Théâtre des Champs-Elysées’ uraufgeführt, zwei Jahre nach Prokofievs Tod. Das Werk wurde nämlich während Stalins Regime als dekadent bezeichnet, gerade wie der Prosaroman von Bryusov. Vordergründig betrachtet, geht es um religiöse Hysterie und dämonische Besessenheit, doch es wird auch das Dreiecksverhältnis behandelt, das der Autor selbst mit der selbstzerstörerischen Figur seiner Geliebten, der Dichterin Nina Petrowskaja, erlebte. Prokofiev hat mit diesem Werk eine Musik geschaffen, deren Wirkung in einem Maße rührend und sogar packend ist, dass sie den Zuhörer aus der Ruhe bringt.

Diese DVD von Arthaus Musik enthält eine Aufzeichnung von 1993 aus dem Mariinsky Theater. Regisseur Freeman lässt eine Truppe akrobatischer Tänzer die gesamte Oper hindurch auf der Bühne präsent sein. Sie sollen das Dämonische in Renatas Geist verkörpern. Freeman weiß die religiöse Hysterie und die dämonischen Kräfte der Handlung packend zum Ausdruck zu bringen. Ganz explizit wirkt auch die symbolische Dreiecksbeziehung zwischen Renata, dem Dämon in Form eines feurigen Engels der in ihrem Körper wohnt, sowie Ruprecht, der Renata von diesem böswilligen Engel befreien will.

Auch die musikalische Umsetzung der Partitur bringt den aufregenden Charakter der Musik spannend zum Ausdruck. Unter Gergievs Leitung vollbringen Chor und Orchester eine Meisterleistung. Galina Gorchakova ist in der Rolle der Renata verblüffend glaubwürdig. Mit ihrer starken und tiefen Stimme wirkt sie in der zum Ausdruck kommenden Wut direkt beängstigend. Der russische Bariton Sergei Leiferkus ist als zweiter Hauptdarsteller genau so überzeugend.

Eine sensationelle Produktion von nachhaltiger Wirkung! © 2014 Pizzicato





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