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Guy Wagner
Pizzicato, June 2015

Prokofievs groß angelegtes Werk nach Tolstois Roman ‘Krieg und Frieden’ wird hier von Valery Gergiev dirigiert. Es handelt sich um eine Produktion seines ‘Hauses’, des damaligen Kirov und heutigen Mariinsky-Theaters, die ebenfalls an der ‘Opéra Bastille’ in Paris und am ‘Royal Opera House Covent Garden’ in London gezeigt wurde (1991).

Prokofiev begann im April 1941, sich mit Tolstoi auseinander zu setzen, nicht ahnend, dass zwei Monate später Hitler die Operation ‘Barbarossa’ auslösen würde, den barbarischen Überfall auf die Sowjetunion. Damit aber bekam seine Oper ‘Krieg und Frieden’ eine völlig neue Dimension: Mit ihr beteiligte sich der Komponist am ‘großen vaterländischen Krieg’, und das Werk sollte dazu beitragen, den Kampfgeist seiner Mitbürger anzuheben.

Die Oper besteht bewusst aus zwei Teilen. Die ersten sieben Bilder, die Prokofiev mit ‘Frieden’ betitelt, zeigen das glanzvolle und sorglose Leben der Aristokratie, mit als Kern die Liebesgeschichte zwischen Fürst Andrej und Natascha. Diese endet aber wegen Andrejs Vater, der die Verbindung verhindern will, und Nataschas Treuebruch. Mit dem Einmarsch Napoleons verkündet das siebte Bild den Kriegsbeginn. Die zweite Hälfte, ‘Krieg’ betitelt, schildert die Ereignisse von der Schlacht bei Borodino bis zur Flucht der ‘Grande Armée’ und zur Befreiung Moskaus. Allerdings gelingt es Prokofiev am Ende nicht, das Private – der sterbende Andrej und Natascha finden sich wieder – und das Kriegsgeschehen zu verbinden.

Der britische Regisseur Graham Vick setzt ganz auf eine fast filmische Inszenierung, in der die fast überstilisierten Bühnenräume von Timothy O’Brian die verschiedenen Schauplätze nur andeuten und die raffinierte Lichtregie von Thomas Webster wesentlich zur Effizienz und Klarheit der Regie beitragen.
Graham Vick gelingt es, die Protagonisten in den historischen Ablauf und die geschichtliche Dramatik des Geschehens einzubinden. So ist es denn auch schon fast selbstverständlich, dass dem Chor, als Verkörperung des heldenhaften russischen Volkes eine entscheidende Rolle zukommt. Besonders beeindruckend ist hier die 11. Szene mit dem Brand der ‘alten, heiligen Hauptstadt’ und dem Schwur der Einwohner, die Truppen des Franzosenkaisers zu besiegen…

Hervorragend, ja, geradezu überwältigend, ist der Chor der Kirov Oper, leidenschaftlich angetrieben von Valery Gergiev, während das präzise, farbenprächtige Orchester voll in diesen Hymnus an das heldenhafte ‘Mütterchen Russland’ einstimmt.

Ausgezeichnet sind auch die Solisten, vor allem Yelena Prochina und Alexander Gergalov als Liebespaar Natascha und Andrei mit klangvollen und lyrischen Stimmen, Gegam Gregoriam als Graf Pierre, Nikolai Othotnikow als Feldmarschall Kutuzow, Olga Borodina als Helène und der erstaunliche Vassily Gerrelo als Napoleon auf weißem Pferd!

Die Videoaufnahme überzeugt auch durch die Aufnahmetechnik und Bildgestaltung des anderen Altmeisters, Humphrey Burton. © 2015 Pizzicato





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