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Alain Steffen
Pizzicato, June 2015

Als dieser ‘Rosenkavalier’ in der Inszenierung von Robert Carsen 2004 bei den Salzburger Festspielen Premiere hatte, gingen die Meinungen weit auseinander. Schaut man sich die Aufführung nun auf Video an, besticht Carsen vor allem mit einer vorzüglichen Personenregie. Es gibt keine Oper, die so eng an die Habsburger Monarchie angelehnt ist, wie der ‘Rosenkavalier’ von Strauss und Hofmannsthal. Carsen und sein Bühnenbildner Peter Pabst zeigen bewusst den Untergang dieser Zeit und die Dekadenz des Maria-Theresianischen Wiens. Und wenn der Erste Weltkrieg mit den fallenden Soldaten im letzten Bild angekündigt wird, dann gelingt Carsen ein besonders starker Moment. Nicht unbedingt durch das bildliche Element, sondern weil Carsen es wagt, mit der Tradition des ‘Rosenkavaliers’ zu brechen und das Element ‘Zeit’, eines der Themen der Oper, in einen historischen Kontext zu setzen.

Musikalisch ist dieser Salzburger ‘Rosenkavalier’ von allererster Güte, angefangen bei dem inspirierten, teils filigranen, teils temperamentvollen Dirigat von Semyon Bychkov über das hervorragende Spiel der Wiener Philharmoniker bis hin zu der erstklassigen Sängercrew, mit der alle Rollen optimal besetzt wurden. Adrianne Pieczonka als Marschallin, Angelika Kirchschlager als Octavian, Miah Persson als Sophie, Franz Hawlata als Ochs und Franz Grundheber als Faninal, sie alle bieten allerbesten Strauss-Gesang und gestalten ihre Rollen frei von allen Klischees, sehr bodenbeständig und äußerst glaubhaft. Ein eher tragischer als komischer Rosenkavalier, Oper zum Nachdenken, aber musikalisch wunderschön. © 2015 Pizzicato





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