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Guy Wagner
Pizzicato, February 2016

Bei dieser zauberhaften Produktion aus dem Pariser ‘Châtelet’ stört es überhaupt nicht, dass sie in einer Sprache gesungen wird, welche die wenigsten von uns verstehen. Im Gegenteil: Gerade der Klang des Tschechischen hat hier seinen besonderen Reiz, und da die Wahl der Sprachen für Untertitel genügend groß ist, gibt es kein Problem, den für einmal ausgezeichneten Operndialogen zu folgen. Die Handlungsstränge sind visuell von Anfang an so gekonnt von Nicholas Hytner nachgezeichnet, dass man ihren Beziehungsreichtum mühelos nachvollziehen kann. Dabei bildet die Partnerschaft des Regisseurs mit dem Choreographen Jean-Claude Galotta, dem für die Dekors verantwortlichen Bob Crowley und dem für die Lichtgestaltung zuständigen Jean Kalman ein harmonisches Ganzes. Es schafft einen ‘Sommertraum’ der ganz besonderen Art, den man liebt oder ablehnt. Wir lieben ihn.

Was die musikalische Seite angeht, so soll gesagt werden, dass Sir Charles Mackerras ein exzellenter Anwalt für Janáceks Musikstil war. Schon seine CD-Einspielung (Decca) überragt alle anderen, auch die seines Landsmannes Sir Simon Rattle (EMI). Musikalisch kommt Mackerras hier vielleicht nicht ganz an die Perfektion seiner CD-Aufnahme heran, dennoch ist die Tonwiedergabe von seltener Qualität, und das Pariser Orchester spielt hervorragend.

Mackerras versteht es magistral, alle Elemente des klanglichen Puzzles zu einem wunderbaren Ganzen zu verschmelzen, das ebenso bezaubert, wie es nachdenklich macht, und er weiß, wie er die von Janácek immer wieder in die Partitur eingestreuten Instrumentalstücke gezielt dazu benutzen kann, um das Atmosphärische noch zu verdichten. Sollte man meinen, dass es sich im Eigentlichen doch um eine recht traurige Geschichte handelt, da die schlaue Füchsin darin stirbt, so belehrt uns die szenische und musikalische Interpretation eines Besseren: Man ist einfach mit dem zyklischen Lebenslauf der Natur konfrontiert, dem ‘Stirb und Werde’, dem Blühen und Verwelken, dem Entstehen und Vergehen, vor allem aber auch der ‘Melancholie des Altwerdens’, wie es Janácek genannt hat. Dabei wird die Kluft zwischen der Tierwelt, in ihrem spontanen und natürlichen Ausleben des Lebenszyklus’, und der Welt der Menschen, mit ihrem Streben und Suchen nach Liebe, ihren Zweifeln und ihrer Verzweiflung über den Sinn dieses Da-Seins und seiner Vergänglichkeit umso gekonnter herausgestellt, als die Tierwelt durch die Choreographie mit besonderer Poesie eingefangen ist und alle Solisten optimal eingesetzt sind: Höhepunkt dürfte wohl das wundervolle Duo zwischen den beiden Frauenstimmen der Eva Jenis (Füchsin) und der Hana Minutillo (Fuchs Goldstreif) sein, sowie die ständig herausragende Leistung von Thomas Allen als Förster. Mackerras’ feine, eindringliche musikalische Deutung und das vom Regisseur gekonnt herausgearbeitete Beziehungsgeflecht zwischen den Menschen einerseits, den Tieren andrerseits, und schließlich zwischen Mensch und Tier, schaffen einen kaum in Worte zu fassenden Zauber, aber auch die mit jedem Zauber verbundene Besinnlichkeit: Eine Produktion, deren Magie man sich nicht entziehen kann. © 2016 Pizzicato





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