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Rainer W. Janka
Klassik heute, April 2017

Den Messiah von Georg Friedrich Händel kann man nicht nur hören, sondern auch auf einer DVD sehen, die ein Konzert im März 2016 in der Basilika des Stiftes Klosterneuburg bei Wien zeigt. Vor dem fastenzeitlich violett verhüllten Altar der Stiftsbasilika sind der Salzburger Bachchor und das Bach Consort Wien postiert. Gesungen wird in der englischen Originalsprache, musiziert wird „historisch informiert“, gespielt wird auf „historischen“ Instrumenten. Phänomenal gut singt der Salzburger Bachchor, sehr agil, flexibel, äußerst beweglich, locker-unangestrengt in der Tongebung und schlank im Klang, mit vielen jungen, frischen Stimmen (Chorleiter: Alois Glassner). Die Chorkoloraturen hüpfen fröhlich, die Fugen sind hell-transparent, die Tutti werden nie massiv—diesem Chor zuzuhören und auch—schauen ist ein einziges Vergnügen.

Das Bach Consort Wien bleibt immer schwingend-tänzerisch, aufgehellt im Klang und geradezu liebevoll in der Begleitung der Arien, der Dirigent Ruben Dubrovsky sorgt für Eleganz und immerwährende vibrierende Energie und treibt die Choristen manchmal in ein halsbrecherisches Tempo. Allerdings gerät—wie so oft beim historischen Musizieren—die Darstellung bisweilen an die Grenze zum rein Artistischen, ja zum Sportiven, manchmal fehlt ein bisschen spirituelle Tiefe. So gerät die „Pifa“, dieses Weihnachtsoratorium en miniature, rein illustrativ nur schön, nicht genug tief anrührend. Dafür gibt es aber dramatische Spannung im folgenden Chor „Glory to God in the highest“, der „Hallelujah“-Chor ist rhythmisch explosiv, die Pauke schlägt entfesselt, die Trompeten blasen effektvoll von der Kanzel.

Die Solisten-Riege ist nicht ganz homogen: Der Tenor Michael Schade singt etwas maniriert, die Altistin Gaia Petrone etwas zu neutral, der Bassist Christian Immler ordentlich bis nachdrücklich; dafür entschädigt aber die Sopranistin Hanna Herfurtner mit lebendig-blutvoller Gestaltung und mitreißendem Verkündigungsjubel in ihrer höhen- und koloraturensicheren schönen Stimme.

Man kann englische und deutsche Untertitel eingeben. Geschnitten ist der Konzertfilm abwechslungsreich, natürlich und sinnvoll, nie zu lange auf einem Motiv verweilend und die Konzertstimmung unterstützend. Die barocke Architektur ist eindrucksvoll eingefangen. Der Regisseur Volker Werner hätte die visuellen Möglichkeiten einer Barockkirche durchaus noch mehr zur Wirkung bringen können, um die Musik theologisch und künstlerisch zu bebildern. In der „Pifa“ tut er es, da öffnet sich das Gitter zum berühmten kupfervergoldeten „Verduner Altar“, aber da wischen die Einzelbilder zu schnell vorbei, ein längeres Verweilen bei einzelnen Motiven wäre da wirkungsvoller gewesen. © 2017 Klassik heute





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