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Remy Franck
Pizzicato, December 2016

Der spanische Dirigent Rafael Frühbeck de Burgos (1933–2014) war zum Schluss seiner Karriere Chefdirigent des Dänischen Nationalorchesters, und diese beiden Jahre werden allgemein als sehr fruchtbar für das Orchester angesehen. Davon zeugen die vorliegenden Live-Mitschnitte aus dem ‘DR Koncerthuset’ in Kopenhagen.

Das ‘Hauptgericht’ der Box sind die Beethoven-Symphonien, und wegen ihnen allein könnte man wirklich keine Empfehlung für diese Produktion aussprechen, so gut das Orchester auch spielt, so gut der neue Konzertsaal in der dänischen Hauptstadt klingt und so außergewöhnlich gut die Konzerte gefilmt wurden.

Die Beethoven-Symphonien sind in der klassischsten Interpretation zu hören, die man sich nur vorstellen kann. Die Tempi sind gemäßigt und man wartet vergeblich auf neue Akzente oder neue Färbungen, neue Artikulierungen. Nichts von alledem gibt es hier, und dennoch haben wir es mit einer durchaus guten Einspielung zu tun. Frühbeck de Burgos’ Beethoven ist fein ausbalanciert, hat trotz der eher langsamen Tempi Spannung und gefällt vor allem durch einen federnden, transparenten und bassfundierten Klang, der das hohe Niveau des Dänischen Nationalorchesters zeigt. Die Einspielung überzeugt auch wegen ihrer konzeptuellen Geschlossenheit. Und vielleicht gefällt sie gerade wegen dieses einheitlichen Konzepts und ihrer niveauvollen Normalität besser als so manche Gesamtaufnahme, die in den letzten Jahren veröffentlicht wurde, besser, weil einheitlicher und durchgehend überzeugender vor allem als die Rattle-Aufnahme mit den Berliner Philharmonikern. http://www.pizzicato.lu/rattles-berliner-beethoven-von-genial-bis-banal/

Das Exzeptionelle passiert dann in den drei anderen Werken. Die ‘Symphonie Fantastique’ und vor allem eine piloerektive ‘Alpensinfonie’ gestaltet Frühbeck de Burgos mit seinem ausgezeichnet disponierten  Orchester als zwei Powerhäuser der Sonderklasse. Und dazwischen geschoben wurde eine wirklich zupackend-frische und dennoch ungemein sensible sowie stimmungsvolle Aufnahme des Aranjuez-Konzerts mit dem großartigen Pepe Romero.

Und so kommt bei allen Einschränkungen in Sachen Originalität der Beethoven-Interpretationen unter dem Streich ein durchaus positives Gesamtresultat heraus: dies ist eine willkommene und sicher auch wichtige Hommage an einen großen Dirigenten. © 2016 Pizzicato





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