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CLASS: aktuell, October 2018

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Heinz Braun
Klassik heute, January 2018

Marin ist eine luxuriöse, umfangreiche Hommage an Axel Borup-Jørgensen (1924–2012), einen der wichtigsten dänischen Komponisten des Zwanzigsten Jahrhunderts.Nach jahrelanger intensiver Vorarbeit hat das dänische Label Our Recordings einen repräsentativen Querschnitt durch das Schaffen des Komponisten veröffentlicht, darunter auch eine Neueinspielung von Marin, dem sensationellen orchestralen Hauptwerk Borup-Jørgensens. Our Recordings hat weder Kosten noch Mühen gescheut, eine Aufnahme im Superlativ vorzulegen, sowohl was die musikalische Umsetzung dieses hochkomplexen, fast zwanzigminütigen Werkes mit dem Dänischen Nationalen Symphonieorchester unter Thomas Søndergård als auch dessen aufnahmetechnisch schlichtweg phänomenale Realisierung durch Preben Iwan im hochauflösenden DXD-Format (352,8 kHz/32 bit) anbelangt. Selten zuvor hat man Musik in einer solchen brillanten Klarheit und Klangtiefe gehört.

Marin erklang zum ersten Mal im Jahr 1970 mit dem gleichen Orchester unter Leitung von Herbert Blomstedt. Der Titel des Werkes legt nahe, was die Inspiration des Komponisten gewesen ist: das Meer mit all seinen Farben und seiner unablässigen Bewegung, seiner Tiefe und dem auch im übertragenen Sinne Schäumen klanglicher Verästelungen. Wie Elisabet Selin, die Tochter des Komponisten, im Beiheft berichtet, gestaltete sich das schier physische Schreiben dieses Werkes in über 1000 Stunden als wahre Herkules-Aufgabe—in der feinsäuberlichen, fast kalligraphischen Handschrift des Komponisten auf riesigen Partiturseiten im Format von 130x30 cm!

Bis auf Coast of Sirenes op. 100, das vom ebenfalls dänischen Klassik-Label Dacapo übernommen wurde, sind alle Einspielungen der vorliegenden Zusammenstellung Originalaufnahmen von Our Recordings, die bereits zuvor auf verschiedenen Veröffentlichungen des Labels erschienen sind. Es fällt schwer, ein Werk aus dieser überaus vielfältigen und gelungenen Kompilation hervorzuheben. Musik und Interpretation bewegen sich auf allerhöchstem Niveau. Neben Marin beeindruckten mich am meisten die großartige, frühe Music for percussion and viola op. 18, das dunkel gefärbte, klanglich höchst diffizile Nachtstück op. 118 für Tenorblockflöte solo (hier in der phänomenalen Aufnahme mit der Widmungsträgerin Elisabet Selin sowie Pergolato op. 183, das tief empfundene letzte vollendete Werk des Komponisten in der Einspielung mit der dänischen Blockflötistin Michala Petri.

Als willkommenes „Bonus-Material“ wird die SACD durch eine DVD ergänzt, auf der Marin als Grundlage eines großartigen surrealistischen Animationsfilms dient, der von Lückow Film und einem internationalen Team von Mitarbeitern unter der Regie von Morten Bartholdy verwirklicht wurde. Besonders interessant das ebenso enthaltene, mit englischen Untertiteln versehene Filmportrait Axel, in dem zahlreiche Freunde, Kollegen, Weggefährten und natürlich auch die Tochter des Komponisten zu Worte kommen.

Nicht allein also aufgrund der Neueinspielung von Marin ist dieses Set zu empfehlen. Allen (auch zukünftigen) Freunden der Musik des großen Dänen sei diese audiovisuelle Hommage ans Herz gelegt. Eine musikalische und interpretatorische Meisterleistung! © 2018 Klassik heute




Remy Franck
Pizzicato, November 2017

Den dänischen Komponisten Axel Borup-Jörgensen (1924–2012) hat man einen lyrischen Expressionisten genannt. Seine Musik, die sicherlich von der Avantgarde beeinflusst war, hat sich aber auch immer individuell und mit einer klar erkennbaren Tonsprache vom Rest abgesetzt./p>

Als sein orchestrales Meisterwerk gilt die Meeressymphonie ‘Marin’ aus dem Jahre 1970. Hier wird sie in einem Animationsfilm vorgestellt, der hervorragend gemacht ist und die Musik mit wunderschönem Bildmaterial unterlegt und konkretisiert. Das Bild schränkt die Imagination des phantasievollen Zuschauers-hörers unter Umständen ein, aber es kann auch die Vorstellungskraft anderer beflügeln und erweitern. Mit der packenden musikalischen Umsetzung durch das Dänische Nationalorchester unter Thomas Sondergard vereinigt sich die Musik zweifellos mit dem Bild zu einem sehr beeindruckenden Ganzen.

Wer dann noch mehr wissen will über den Komponisten, findet reichlich Information in dem Portrait-Film ‘Axel’.

Und da Our Recordings noch weiter dachte, wurde der DVD eine SACD mit Tonaufnahmen beigelegt, die zum Teil Stücke beinhaltet, die auch in ‘Axel’, allerdings nur auszugsweise, zu hören sind. © 2017 Pizzicato





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