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Album Reviews



 
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Dr. Jürgen Schaarwächter
www.klassik.com, December 2019

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert:
Booklet:
Features:
Regie:

GOUNOD, C.-F.: Nonne sanglante (La) [Opera] (Opéra Comique, 2018) (NTSC) 2.110632
GOUNOD, C.-F.: Nonne sanglante (La) [Opera] (Opéra Comique, 2018) (Blu-ray, HD) NBD0097V

Die Dirigentin Laurence Equilbey rettet eine mediokre Gounod-Inszenierung durch ausgezeichnete musikalische Wiedergabe.

Mit Michael Spyres als Rodolphe kann die Produktion auf einen der derzeit gefragtesten Tenöre zur französischen Oper zugreifen, einen darstellerisch wie musikalisch hochkarätigen Sänger, der die Qualitäten der Musik in schönster Weise realisiert. © 2019 www.klassik.com



Peter Klier
Der Opernfreund, August 2019

GOUNOD, C.-F.: Nonne sanglante (La) [Opera] (Opéra Comique, 2018) (NTSC) 2.110632
GOUNOD, C.-F.: Nonne sanglante (La) [Opera] (Opéra Comique, 2018) (Blu-ray, HD) NBD0097V

Verdis Troubadour dürfte hiermit enttrohnt sein, zumindest was das krauseste Libretto aller Zeiten betrifft. Da toppt ihn diese seit 150 Jahren vergessene und nun wiedererweckte Oper mühelos. Obwohl die Sache sogar vom berühmten Eugene Scribe stammt. Also: Ein Liebespaar, aus zwei verfeindeten böhmischen Clans stammend, will fliehen. Sie soll sich dabei als der schreckliche Geist der spukenden blutenden Nonne verkleiden. Am vereinbarten Ort küsst er sie glücklich, verspricht ewige Treue und will sie sofort zum Altar führen. Doch oh Schreck, es ist nicht seine Braut sondern das echte entsetzliche Gespenst. Und das, man glaubt es nicht, drängt jetzt sehr energisch auf Erfüllung des nun mal gegebenen Heiratsversprechens. Sie wäre nur dann eventuell bereit, auf die endlich erhofften eheliche Wonnen zu verzichten, wenn er ihren einstigen Mörder tötet. Und der Mörder ist, wie kann es in einer Oper anders sein, natürlich ausgerechnet sein Vater! Im 5. Akt endlich hat der Vater ein Einsehen in die Not seines Sohnes und versöhnt das heiratswillige Gespenst durch seinen Tod. Happy End! Selbst für die krausen Textbücher des 19. Jahrhunderts ist das ja recht starker Tobak! Und es wundert nicht, dass diese Schaueroper 150 Jahre lang nicht aufgeführt wurde, nachdem sich der Geschmack des Publikums geändert hatte. Aber, und jetzt kommt es: Gounods schillernde Musik zu seiner 2. Oper ist von so grandioser emotionaler Wucht, dass es durchaus lohnend ist, sich doch damit zu befassen. Und nicht nur für Liebhaber von Schaueropern. Schon vor Jahren, als ich die CD aus Osnabrück (2010 bei cpo) entdeckte, war ich hell begeistert von dieser Musik. Aber auch recht dankbar, das alles nur akustisch erleben zu müssen. Doch siehe da, die eben erschienene ausgezeichnete Inszenierung von David Bobee vermeidet nicht nur alle lächerlichen Peinlichkeiten sondern vermag wirklich zu fesseln. Und endlich mal erscheint es wirklich sinnvoll, die Ouvertüre durch zu inszenieren, um so die krause Vorgeschichte verständlich zu machen. Außerdem steht ein junges, mir bisher weitgehend unbekanntes, aber großartiges Ensemble zur Verfügung, das sich wirklich mit Leib und Seele und natürlich Stimme in das Geschehen einbringt. Allen voran sei der geradezu überwältigende Tenor Michael Spyres in der ungeheuer schweren und langen Partie des vom Gespenst auserkorenen Liebhabers zu nennen. Von den enormen Höhen bis zu den fast heldischen Ausbrüchen ist einfach alles großartig. Ihm fast ebenbürtig Vannina Santonis als seine bedauernswerte Braut, die mit einem blutenden Gespenst als Rivalin um ihre Hochzeit bangen muss. Die Dirigentin Laurence Equilbey steigert die dramatischen Höhepunkte mit gewaltiger Intensität und dem nötigen unermüdlichem Drive.

Fazit: Diese Neuaufnahme ist wirklich allen zu empfehlen, die nicht immer nur Tosca, Aida und Zauberflöte erleben wollen, sondern auch noch neugierig auf bisher verborgene Opernschätze sind. Sie werden nicht enttäuscht. Und sie werden sich, genau wie ich, wünschen, noch mehr als nur die 2-3 bekanntesten Opern von Gounod kennen zu lernen. © 2018 Der Opernfreund





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