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Album Reviews



 
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Christoph Schlüren
Klassik heute, March 2015

Selbstverständlich bleibt eine ganze Menge auf der Strecke, wenn man die Violinsonaten op. 5, das kammermusikalische Hauptwerk Arcangelo Corellis, von der Violine auf die Blockflöte überträgt, und den, der die Stücke kennt, wird sicher irritieren, wie oft die Melodie aufgrund des eingeschränkten Tonumfangs in die Gegenrichtung springen muss, und natürlich besonders die wunderschönen Doppelgriff-Passagen vermissen. So schön das alles ist, ist es doch nicht das Wesentliche am Corelli’schen Tonsatz, der auch dann in ungeminderter Charakteristik und Pracht zum Tragen kommt, wenn die Ausdrucksmittel auf jenes geradlinige Minimum fokussiert werden, welches die Blockflöte in höchster Konzentration und Reinheit verkörpert symbolisiert.

Wenn dies trotz aller Verluste eine der schönsten Corelli-Aufnahmen der Geschichte ist, so hauptsächlich dank der grandiosen Präsenz von Michala Petri, der weiterhin unangefochtenen Maestra assoluta der Blockflöte. Ihr Spiel wurde jahrelang von den Konkurrenten aus den diversen Alte-Musik-Lagern oft harsch kritisiert: zu kühl perfekt, zu wenig affektbetont, zu klinisch präzise… Nichts davon ist auch nur ansatzweise wahr. Petri lässt ihr Instrument einfach das sein, was es ist, und versucht nicht, mit extremen Tonschwellungen oder waberndem Vibrato ein behindertes Streichinstrument zu imitieren. Ihre Kunst liegt jedoch in der subtilen Verwendung der Ausdrucksmittel und in einer höchst ungewöhnlichen energetischen Konzentration, und ohnehin in einer technisch-tonlichen Makellosigkeit und Schönheit, die immer wieder staunen machen. Ihr Partner ist der exzellente iranische, in London unterrichtende Cembalist Mahan Esfahani, der hier den 1992er Nachbau (Alain Anselm) eines italienischen Instruments der Corelli-Zeit spielt und mit seiner Lebendigkeit, sowohl spontan zierreichen als auch unmissverständlich pulsierenden Artikulationsweise und intelligenten Brillianz weit mehr als ein wendiger und wacher Begeiter ist.

Schade finde ich hier lediglich, dass die langsamen Sätze allzu flüchtig und geschwinde genommen werden und so nicht der Zauber entfacht wird, der potenziell enthalten ist. Und kritisieren, wenn auch mit Einschränkung, muss ich allenfalls gelegentlich die Art der umspielenden Verzierungen, die Michala Petri zwar meist mit viel Geschmack und Einfallsreichtum anbringt, wo es mir jedoch immer wieder so geht, dass die noble, pure Melodik des unverzierten Corelli’schen Originals schlicht mehr Größe hat und Weite atmet. Hier wäre oft weniger viel mehr. Andererseits ist es jedes Mal interessant, bei Wiederholungen die umfangreichen Wandlungen zu verfolgen, die Petri dem melodischen Rankenwerk angedeihen lässt.

Der Klang in der Kopenhagener Garnisonskirken ist ausgezeichnet eingefangen, voll, rund und klar, wobei es nicht einfach ist, unter solch halligen Umständen einen durchweg funktionierenden Ausgleich zwischen Blockflöte und Cembalo herzustellen. Dazu gibt’s einen kompetent informierenden Booklet-Text von Esfahani selbst.

Dies waren also nun die Sonaten Nr. 7-12 aus dem wundervollen Opus V von Corelli, und es steht zu hoffen, dass die ersten sechs Sonaten noch folgen werden. Die wenigen kritischen Einwände können nicht darüber hinweg täuschen, dass es sich hier um Musizieren höchsten Karats handelt, dem zu lauschen nicht nur den zahlreichen Fans der Blockflöte und Liebhabern des italienischen Barock empfohlen sei, sondern überhaupt jedem ohne Scheuklappen Interessierten. © 2015 Klassik heute




Remy Franck
Pizzicato, February 2015

Arcangelo Corellis Violinsonaten sind auch ohne Violine ganz tolle Kompositionen. Zum Beispiel, wenn die Blockflöte die Rolle der Geige spielt. Michala Petri führt den Violingesang zurück in den Mund und singt bezaubernd auf ihrer Blockflöte, sie koloriert und verziert nach allen Regeln der Kunst und schöpft so die ganze Bandbreite ihres Instrumentes meisterhaft aus. Dass jedoch dieser expressive und wunderbar leuchtende Blockflötenklang richtig zur Geltung kommt, das ist auch der Verdienst des Cembalisten Mahan Esfahani. Beide Musiker gehen so in ihrem Darstellungsdrang auf, dass ihre Instrumente einen perfekt und symbiotisch ausbalancierten Klang erzielen, in dem alles passt. Grandios! © 2015 Pizzicato



reagenz
ouverture - Das Klassik-Blog, January 2015

Sie sind nicht wirklich schwierig, die Six Solos for a flute and a bass By Archangelo Corelli Being The second part of his Fifth Opera (…) The whole exactly Transpos’d and made fit for a flute and a bass with the approbation of several Eminent Masters. Doch die Sammlung enthält ihre Kabinettstückchen, wie die Sonata Nr. 12, La Follia. Zudem klingen die Werke durchweg zauberhaft schön. Und wenn man sie hübsch aus zieren will, wie seinerzeit üblich, dann lässt sich der Schwierigkeitsgrad selbstredend beträchtlich steigern. Michala Petri und der junge, aber höchst virtuose Cembalist Mahan Esfahani demonstrieren mit dieser CD, wie so etwas klingen kann. Petri spielt die Blockflöte phänomenal gut; es gibt noch immer weltweit keinen weiteren Solisten, der ihr das Wasser reichen kann. Ihre Musizierlust ist hinreißend. Und selbst schnellste Figurationen klingen bei ihr niemals gehetzt und bemüht. In Esfahani hat sie offenbar einen Partner gefunden, der ebenso souverän agiert, und dabei perfekt mit ihr harmoniert. Es ist rundum ein Vergnügen, den beiden Musikern zu lauschen.

Die Sonaten von Arcangelo Corelli (1653 bis 1713) sind zu Recht populär, auch wennn sie nicht ganz so bekannt sind wie beispielswiese Vivaldis Vier Jahreszeiten. Es hat schon seinen Grund, dass der Komponist zu den ganz großen Stars seiner Zeit gehörte. „Indeed, all over the world, archives contain Corelli’s sonatas copied, re-copied, re-published, and arranged for all sorts of instruments or re-composed as full ensemble works“, schreibt Mahan Esfahani voll Bewunderung im Beiheft zu dieser CD. „So widespread was Corelli’s appeal that hin work would have been played not only in the expected European musical centres but even in America (he was known to be a favourite composer of U.S.’s third president, Thomas Jefferson), St. Petersburg, Stockholm, Constantinople, and perhaps even in British India. It can be said without any exaggeration that Corelli was the first world-famous composer.“ © 2015 ouverture - Das Klassik-Blog



Carsten Dürer
Ensemble Magazin für Kammermusik, November 2014

Repertoirewert:
Klang:
Interpretation:

Dass Arcengelo Corelli seine unter Opus 5 zusammengefassten 12 Sonaten für Violine und Begleitinstrument schreib, steht ausser frage, denn immerhin war der Komponist einer der besten Violinvirtuosen seiner Zeit. Doch die Blockflöte war auch schon im 17. Jahrhundert immerhin ein weit verbreitetes Instrument für das häusliche Musizieren. Und da Corellis Musik (und gerade diese Sonaten) schon früh eine immense grosse Verbreitung erführen, ist es zuvollziehen, dass sie auch mit Blockflöte interpretiert wurden. Hier nun habe sich die Grand Dame des Blockflötenspiels, Michala Petri, und der iranishe Cembalist Mahan Esfahai darangemacht, die letzen sechs Sonaten van Opus 5, die durchweg van Tanzrythmen beseelt sind, zu interpretieren. Und wenn man dem Spiel dieser Beiden Musiker lauscht, fragt man sich, ob der klang der Violine oder der Blockflöte nun besser zu diesen Sonaten passt, die sich vierbis fünfsätzig in Suitenform darstelln. Denn Michala Petri is nicht nuer eine bemerkenswerte Blokflötistin, sondern vermag auch die klangliche Ebene den musikalischen Aussagen anzupassen, indem sie auch unterschiediche Flöten benutzt. Sie will gar nicht—wie die meisten Geiger—die virtuose Ebene in den Vordergrund stelln, sondern folgt genauestens dem verlauf der Musik mit Emphase. Und Esfahani ist ein wunderbare Cembalist, der mit ebenso viel geschmack und Selbstbewusstsein seiner Partnerin folgt. © 2014 Ensemble Magazin für Kammermusik





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