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Album Reviews



 
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Remy Franck
Pizzicato, November 2015

Zwischen avantgardistisch und neoklassisch/neobarock durchstreift die CD ‘Nordic Sound’ mit der Blockflötistin Michala Petri auch die Gattungen Expressionismus und Minimalismus in sehr spannenden Werken von Bent Sørensen, Pelle Gudmundsen-Holmgreen, Sunleif Rasmussen, Mogens Christensen, Thomas Clausen und Axel Borup-Jørgensen. Petris agile Bockflöte passt sich der Topographie stets perfekt an, und das ‘Lapland Chamber Orchestra’ unter Clemens Schuldt begleitet mit viel musikalischer Intensität (Our Recordings 6.220613). © 2015 Pizzicato



Heinz Braun
Klassik heute, October 2015

Die Werke dieser CD wurden im November 2014 im Rahmen eines Konzerts zu Ehren des 2012 verstorbenen bedeutenden dänischen Komponisten Axel Borup-Jørgensen im Louisiana Museum of Modern Art in Humlebæk, nördlich von Kopenhagen aufgeführt. Neben Borup-Jørgensens eigenem, frühen Streichorchesterwerk Sommasvit von 1957 erklangen fünf Uraufführungen, die speziell für dieses Konzert (und die in der Folge produzierte CD) von ehemaligen Freunden und musikalischen Weggefährten geschrieben wurden. In dieser Aufnahme spiegelt sich meines Erachtens eine besondere Qualität der skandinavischen Gegenwartsmusik: ihre erfrischend un-ideologische stilistische Individualität, die Mut zu eigenständigen musikalischen Lösungen hat.

Bent Sørensen gelingt mit Whispering für Blockflöte und Streichorchester ein zartes und atmosphärisches Werk von zuweilen berückender Schönheit. Nicht weniger überzeugend und stimmig wirkt Pelle Gudmundsen-Holmgreens Music for 13 Strings. In seiner zwingenden und kompromisslosen Klangsprache erinnert dieses Werk noch am ehesten an Borup-Jørgensen selbst: Eine immer wieder vom Tritonus-Intervall geprägte Musik, in der fahle, unwirkliche Glissandi und Tremoli aufgeregten Unisono-Passagen gegenüberstehen. Sunleif Rasmussens Winter Echoes für Blockflöte und 13 Solostreicher bleiben vor allem mit ihren mäandernden, unaufhörlich vorwärtstreibenden Toccata-Episoden in Erinnerung. Der mit der Blockflöte seit vielen Jahren bestens vertraute Mogens Christensen greift in seinem koloristisch-zwitschernden Nordic Summer Scherzo in seinem Material auf Borup-Jørgensen zurück. Es mag überraschen, unter den Komponisten der CD auch den bekannten dänischen Jazz-Pianisten Thomas Clausen zu finden, dem mit seinem neoklassizistisch angehauchten, in der Tradition Holmboes stehenden Concertino ein wunderschönes, spielerisches Werk gelungen ist, das mit seinem rührend „singenden“ Largo (mit unüberhörbaren Anklängen an Bachs Air) und dem virtuos-sprudelnden Finalsatz überzeugt. Ein wunderbares Werk beschließt die CD: Borup-Jørgensens Sommasvit (Sommen–Suite) op. 24 für Streichorchester, das der damals Dreiunddreißigjährige in Erinnerung an seine Aufenthalte in der gleichnamigen Landschaft im schwedischen Småland geschrieben hatte. In fünf konzisen Sätzen, die den Tageslauf vom Morgen bis zum Abend beschreiben, entfaltet sich eine faszinierend vielschichtiges Klangpanorama, das von zarten, feinsten Verästelungen über düster-elegische Passagen bis hin zu dramatisch aufgewühlten Steigerungen reicht und in einem melancholischen Epilog ausklingt.

Man kann sich für diese Musik kaum kompetentere und engagiertere Interpreten vorstellen als die Solistin Michala Petri und die fabelhaften Streicher des Lapland Chamber Orchestra unter der souverän alle Farben ausleuchtenden Leitung von Clemens Schuldt. Auch Tontechnik, Artwork und editorische Güte des Booklets bewegen sich auf höchstem Niveau. Eine überaus hörenswerte Hommage, die durch die schiere Qualität der Musik, stilistische Vielfalt und Seriosität der Ausführung besticht. © 2015 Klassik heute





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