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Oliver Fraenzke
Pizzicato, January 2017

Er kam nie wirklich zu internationaler Bekanntheit, der 2012 in hohem Alter verstorbene Däne Axel Borup-Jørgensen. Erst nach seinem Tod wurde man langsam auf ihn aufmerksam, nicht zuletzt durch die Edition Borup-Jørgensen des Labels Our Recordings, das vor allem durch ihren « Tribute to Axel Borup-Jørgensen: Nordic Sound » (Our Recordings 6.220613) mit fünf extra für diesen Anlass komponierten Werken von namhaften Komponisten für Flöte und Streicher für Aufsehen sorgte – Bent Sørensen, Pelle Gudmundsen-Holmgreen, Sunleif Rasmussen, Morgens Christensen und Thomas Clausen steuerten je ein Werk bei.

Borup-Jørgensen in eine Schublade zu ordnen, fällt schwer, da er auf eigenen Pfaden wandelte, sich immer wieder neu erfand und seinen Stil modifizierte. Am ehesten könnte man ihn durch seine stimmungsvoll-flüchtige Atmosphärik vielleicht den Post-Impressionisten nahestellen. Große Geste, Aufbegehren oder triumphale Extraversion wird man vergebens suchen, man findet zarte Tropfen von zerbrechlicher Anmut und surreal erscheinender Eleganz. Wo es keine Expansion gibt, gibt es auch keine zielgerichtete Stringenz, und so zeichnet sich die Musik Borup-Jørgensens eher durch Kreisen oder Umherwandern aus, oft um verschiedene Patterns wandelnd. Die Musik erscheint so fremdartig und ungewohnt, man kann sich kaum heimisch fühlen in diesen Klängen, und doch lädt sie einen auf wunderbar inspirierende Reisen ein und der Hörer kann sich treiben lassen von andeutender Magie.

Fünfundvierzig Jahre lang arbeitete Erik Kaltoft mit dem Komponisten zusammen, dies spiegelt sich unweigerlich in der Musik und ihrer Wiedergabe wider. Mit vollster Souveränität und Selbstverständlichkeit geht Kaltoft an diese Musik heran und stellt sich voll in ihren Dienst. Er blendet die interpretatorische Subjektivität vollkommen aus, so dass der Hörer fast meinen könnte, die Musik spiele aus sich heraus ohne einen ausführenden Pianisten. Alles entsteht aus dem Moment heraus, direkt aus der Stille kommend, in feinst gewachsener Natürlichkeit. In dieser Aufnahme zeigt sich, wie sehr der darbietende Musiker und der Komponist verschmelzen können und welch ein suggestiv fesselndes Ganzes daraus resultieren kann. © 2017 Pizzicato





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