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Album Reviews



 
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Matthias Hengelbrock
Preis der deutschen Schallplattenkritik (German Record Critics’ Award), August 2016

Die protestantische Kirchenmusik des siebzehnten Jahrhunderts entwickelte in Norddeutschland eine ganz besondere Mischung aus Strenge und Phantasie, Ausdrucksstärke und Innerlichkeit. Paul Hillier und sein Theatre of Voices verdeutlichen dies in einem klug konzipierten Programm, das den Bogen von Buxtehudes Amtsvorgänger Tunder bis zu seinen jüngeren Zeitgenossen Geist und Bruhns schlägt. Technisch beeindrucken die klangliche Homogenität und Fülle des Vokal—und Instrumentalensembles, interpretatorisch berührt nicht nur die Ernsthaftigkeit des Predigttons, sondern auch und vor allem die behutsame Versenkung in den Geist dieser Epoche. © 2016 Preis der deutschen Schallplattenkritik (German Record Critics’ Award)



Dr. Ingobert Waltenberger
Online Merker, April 2016

Dietrich Buxtehude ist als Schöpfer von innovativen Orgelwerken und als virtuoser Organist in Lübeck bekannt, als Komponist polyphoner vokaler Sakralmusik oder der Abendmusiken aber doch eher theoretisch als in Realität. Die vorliegende CD widmet sich aber nicht nur Buxtehude mit zwei herausragenden Werken („Jesu, meine Freude“, „Gott, hilf mir“), sondern will vor allem die Komponisten rund um Buxtehude aus Norddeutschland und Skandinavien vor den Vorhang bitten. Personen, denen Buxtehude in persönlichen Beziehungen verbunden war und die alle im Laufe des 17. Jahrhunderts nach Norden gingen: Christian Geist (Organist), Nicolaus Bruhns (Schüler), Franz Tunder (Schwiegervater) und Kaspar Förster (Lehrer).

Die Kompositionen sind alle für Stimmen in verschiedener Besetzung und kleines Orchester mit Orgel geschrieben. Mein Favorit ist Nicolaus Bruhns „De profundis clamavi“ für Bass, 2 Violinen, Cello, Violone und Orgel. Großartig, wie Jakob Bloch Jespersen die aberwitzigen Koloraturen und Verzierungen singt. Wenn man vom Text einmal absieht, klingt die Musik manchmal ganz schön weltlich und keck. Bei Buxtehudes Kantaten wiederum fällt auf, dass die Vokalsätze teils vom „System Orgel“ abgeleitet sind, dann aber wieder in höchst kunstvolle, kühne polyphone Sätze übergehen („Gott, hilf mir“). Christian Geist, stilistisch und von der melancholischen Grundstimmung her Buxtehudes Kompositionen anverwandt, ist auf der CD mit den Motetten „Dixit Dominus Domino meo“ und „Die mit Tränen säen“ vertreten. Das „Confitebor tibi Domine“ desKaspar Förster beschließt eine wunderbares Album, das seine Qualität vor allem den großartigen Musikern desTheatre of Voices dankt. Elsa Torp, Hanna Kappelin (Sopran), Kristin Mulders (Mezzo), Daniel Carlsson (Countertenor), Johan Linderoth, Adam Riis (Tenor) sowie der bereits erwähnte luxuriös orgelnde Jakob Bloch Jespersen singen die solistischen und chorischen Teile gleichermaßen brillant, intonationsrein und ausdrucksstark. Wobei in diesen Werken die Betonung auf den vielen kleinen Noten liegt, die manchmal in ihrer oft girlandengleichen Verstrickung zu einem Jubel aufblühen, dem sich der Hörer kaum entziehen kann. Spontan haben wir zu Hause dann mitgesungen, bzw. den tonmalerischen Duktus und die Koloraturen mit Wonne nachgeahmt.

Eine CD, die nicht nur wegen des Repertoirewerts hochinteressant ist, sondern die auch „kulinarisch“ in höchstem Maße besticht. Paul Hillier hat mit seinem formidablen Sängern und einem achtköpfigen Instrumentalensemble wieder einmal einen Hit gelandet. © 2016 Der Neue Merker





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