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Hans-Jürgen Schaal
Fidelity (Germany), September 2016

Acht Sinfonien, elf Instrumentalkonzerte und rund 400 weitere Kompositionen sind in Per Nørgårds Werkverzeichnis aufgeführt. Vielen gilt der Siemens-Preisträger von 2016 als der größte Sinfoniker der Gegenwart. Sibelius und Nielsen haben ihn geprägt, doch Nørgårds Musik klingt völlig anders: Der Däne ist ein Orchester-Avantgardist von irrwitziger Expressivität. Seine Fünfte Sinfonie zwingt uns vom ersten Ton an in eine verstörende, fesselnde Welt der Schall-Eruptionen. Schweres Dröhnen, bizarre Glissandi, laute Schläge, klirrendes Pfeifen, instrumentale Schreie—es sind Klangfolgen und Tonkaskaden, die den Hörer in einen tiefen Schlund saugen oder brutal gegen Wände schleudern. Selbst der Komponist vergleicht sein Werk mit einem “feuerspeienden Drachen”. Jeder Klang hier ist ungewöhnlich, die Generalpausen vibrieren vor Spannung. Welchen Gesetzen diese Musik folgt, ist für den Hörer kaum zu erahnen, aber sollten es tatsächlich mathematische Prinzipien sein, so wirken sie auf den Komponisten offenbar nicht einengend, sondern beschleunigend und befreiend. Bei seiner Vierten Sinfonie ließ er sich von der Kunst des Schizophrenie-Patienten Adolf Wölfli (1864–1930) inspirieren: Es ist ein Orchesterwerk der Gänsehaut-Effekte und grotesken Zitate. “Jede Sekunde leben wir über einer Katastrophe”, sagt Nørgård. Die Osloer setzen diese alarmierende Botschaft mit aller Dringlichkeit und Dynamik um. © 2016 Fidelity (Germany)





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