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Heinz Braun
Klassik heute, December 2018

Für den Gitarristen Lars Hannibal, spiritus rector des audiophilen dänischen Labels OUR Recordings, war die Aufnahme von Gitarrenmusik Axel Borup-Jørgensens mit seinem jüngeren Kollegen Frederik Munk Larsen, wohl eine Herzensangelegenheit. Damit reiht sich auch diese CD in die bereits bestehende, beeindruckende Liste exemplarischer Einspielungen von Werken Borup-Jørgensens auf OUR Recordings ein.

Nicht vielen Komponisten ist oder war es vergönnt, dass ihr musikalisches Erbe so intensiv, liebevoll und kompetent gepflegt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird! Insbesondere Elisabet Selin (der Tochter des Komponisten), Lars Hannibal und seinen durchweg exquisiten Interpreten und phänomenalen Tonmeistern ist es zu verdanken, dass Borup-Jørgensens Name nicht in Vergessenheit gerät, mehr noch—zu einer ungeahnten Blüte und internationalen Anerkennung gelangt ist. Erst vor Kurzem wurde die (ebenso von OUR realisierte) sensationelle CD/DVD-Produktion von Borup-Jørgensens orchestralem Hauptwerk Marin mit einem OPUS Klassik ausgezeichnet. Floating Islands präsentiert eine Auswahl solistischer Gitarrenmusik des Komponisten, aufgenommen in der fabelhaften natürlichen Akustik der Kirche von Schloss Fredensborg, nördlich von Kopenhagen. Für Borup-Jørgensen und seine musikalische Klangwelt, deren kompromisslose Seriosität und häufig introspektive Qualität eine stete Verfeinerung erfuhr, schien die Gitarre ein geradezu ideales Instrument zu sein. Mitte der Sechziger Jahre entdeckte der Komponist die Gitarre für sich, inspiriert vom bedeutenden dänischen Gitarristen Ingolf Olsen. In welch hohem Maße er sich die Idiomatik des Instruments zueigen gemacht hat, bezeugt nicht allein die nicht unerhebliche Anzahl von Werken, die er für und mit Gitarre hinterlassen hat, sondern auch die Tatsache, dass sie—zu Recht—heute auch international zu den Meilensteinen des zeitgenössischen Gitarrenrepertoires gezählt werden. Was den Einsatz „moderner“ Spieltechniken anbelangt, war Borup-Jørgensen zunächst eher zurückhaltend. Ab Beginn der 2000er Jahre jedoch faszinierten ihn zunehmend die klanglichen Möglichkeiten des Flageolettspiels auf der Gitarre—soweit, dass er in Floating Islands (den hier in Ausschnitten quasi als „Intermezzi“ zu hörenden zehn Miniaturen) ein Werk schuf, das ausschließlich aus Flageoletten besteht und den Hörer in eine surreale, unerhörte Klangwelt entführt, in der die Zeit still zu stehen scheint. Zwischen diesen—wie es der Komponist ausdrückte—„Inseln, die auf der Stille schweben“ erklingen weitere zentrale Gitarrensolostücke Borups aus den Siebziger Jahren, an denen sich die stilistische Entwicklung und Verfeinerung seiner Schreibweise sehr gut ablesen lässt. Über die legendäre Klangqualität, die gewohnt großzügige Ausstattung des Beihefts voll wertvoller Einblicke (hier in Gestalt des hervorragenden Einführungstextes von Joshua Cheek) sowie die ebenso dezente wie exzellente graphische Gestaltung muss man keine Worte verlieren. Mit Frederik Munk Larsen hat Borup-Jørgensens Musik ihren idealen Interpreten gefunden: technisch souverän und musikalisch mit großer Ruhe und Einsicht gelingt ihm eine Einspielung, die in jeder Hinsicht Referenzcharakter besitzt. Eine großartige Produktion! © 2018 Klassik heute





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