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Ingrid Wanja
Opera Lounge, November 2015

Zu den Wurzeln ihrer Bestimmung zurückgekehrt war die Salzburger Felsenreitschule bei den Mozartwochen 2015, als es Marc Minkowski als künstlerischem Leiter des Festivals und Matthias Schulz als künstlerischem Leiter des Mozarteums gelungen war, die berühmte Académie Équestre de Versailles mit ihrem „Pferdeflüsterer“ Bartabas für ein gemeinsames Projekt mit dem Salzburger Bachchor und Les Musiciens du Louvre für drei Aufführungen zu gewinnen.

1693 war die Reitschule unter dem damaligen Erzbischof von Salzburg nach Plänen von Fischer von Erlach errichtet worden und wurde außerdem für die Ausrichtung von Turnieren benutzt. Das Publikum saß damals in den dreigeschossigen Arkaden, um den Reiterspielen zuzuschauen. Nach dem Ersten Weltkrieg zog die Kunst mit der Inszenierung von Goldonis Diener zweier Herren und Goethes Faust in Max Reinhardts Regie ein, Herbert von Karajan 1948 brachte die erste Oper mit Glucks Orfeo e Euridice in die Felsenreitschule.

Während sich Chor und Solisten für Mozarts Kantate Davide Penitente, aus der unvollendeten Großen Messe c-Moll auf einen Text von Saverio Mattei entstanden, dazu der Priesterchor aus der Zauberflöte, die Mauerische Trauermusik und das Andante aus der C-Dur-Sinfonie als Bereicherung, hören ließen, hatte man den Boden davor für den Auftritt der Pferde verstärkt. Diese, braune und weiße argentinische Criollos mit sprechenden Namen wie Le Fourbe, L’Inquiet oder Le Curieux, bewegten sich in perfekter Harmonie mit der Musik in geometrischen Formen, in Pirouetten und Piaffes. Die Reiter und Reiterinnen übten sich in der Musik entsprechender Gemessenheit oder ließen Haare fliegen und Arme tänzerische Bewegungen ausführen. Einige Solonummern waren dem Choreographen Bartabas vorbehalten.

Marc Minkowski brachte Orchester und Chor zu vollendeter, der Optik entsprechender Harmonie. Christiane Karg sang mit frischem, spritzigem, beweglichem Sopran (das Booklet wollte es anders wissen) die Arie „Tra l’oscure ombre funeste“, Marianne Crebassa, gerade jetzt umjubelter Cherubino in der Berliner Staatsoper, mit edlem, leuchtendem Mezzosopran „Lungi le cure ingrate“, der Tenor Stanislas de Barbeyrac mit auch präsenter Mittellage „A te, fra tanti affanni“. Für das begeistert applaudierende Publikum muss der Abend ein ganz besonderes, ein einzigartiges Erlebnis gewesen sein, an dem sich nun auch der Blu-ray—Betrachter erfreuen kann (Blu-ray major 731704). © 2015 Opera Lounge





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