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Ingo J. Biermann
Nordische Musik, December 2017

Wie so oft widmet sich dacapo eingehend einem längst kaum mehr bekannten Komponisten bzw. Werk der dänischen Musikgeschichte. Rued Langgaard, 1893 in Kopenhagen geboren, blieb zeitlebens ein eher verkannter, recht erfolgloser Künstler, da sein Schaffen nicht zum vorherrschenden Zeitgeist passte. Als er 1952 starb, schien er allenfalls eine Fußnote in der Musikgeschichtsschreibung seines Heimatlandes zu bleiben. Erst mit der 1968 mit »Music of the Spheres« beginnenden Wiederentdeckung wurde Langgaards Œuvre langsam rehabilitiert. Dacapo präsentierte bereits eine Auswahl seiner sinfonischen Werke, nun folgt, mit erlesenen Interpretationen von Violinistin Gunvor Sihm, die als Teil des jungen Nightingale String Quartet vor wenigen Jahren bereits an einer sich über drei CDs erstreckenden Gesamteinspielung von Langgaards Streichquartettwerk beteiligt war, und Pianistin Berit Johansen Tange, die sich ebenfalls schon auf drei CDs dem Œuvre des Komponisten gewidmet hat, eine Komplett- und letztendlich Referenzeinspielung seiner Kompositionen für Geige und Klavier.

Dazu laden sie auf Vol.1 (von 3) zu einer durchdrungenen Neuentdeckung nicht nur dreier Spätwerke, die alle demselben Schaffensrausch gegen Langgaards Lebensende im Jahre 1949 entstammen, auch zu einer Ersteinspielung einer unvollendeten Sonate aus dem Zeitraum 1909-11, die mit ihren 25 Minuten Länge fast die Hälfte der CD-Laufzeit füllt. Der Komponist fühlte sich zeitlebens zur Leidenschaftlichkeit der (Spät-)Romantik hingezogen; seine Werke sind gerne expressiv, und dies hielt er auch noch aufrecht, wenn seine Musik später von der (damaligen) Avantgarde beeinflusst wurde. Wirklich experimentell geht es in den Spätwerken zwar nicht zu, aber als exzentrisch und vielseitig kann man diese emotionalen, persönlichen Sonaten zweifellos betrachten. So macht es durchaus Sinn, dass die CD-Serie mit diesen letzten Werken beginnt; hier kommt der Künstler gewissermaßen bei sich an.

Die beiden Interpretinnen schaffen das Kunststück, diesen ambitionierten, reifen Werke ebenso gerecht zu werden wie dem jugendlich unausgewogenen, unvollendeten Stück, das bei ihnen nicht nur schlüssig in die Dramaturgie passt, sondern darüber hinaus nicht als Resteverwertung daherkommt. Diese Zusammenstellung ist rundweg gelungen, klug und mitfühlend gespielt und lädt zu einigen schönen Entdeckungen ein. © 2018 Nordische Musik





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