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Album Reviews



 
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Thomas Rothschild
Faust Kultur, April 2018

Den Dirigenten Leonard Bernstein kennt, wer auch nur ein wenig mit klassischer Musik zu tun hat. Für den Komponisten Bernstein kann man das, über die „West Side Story“ hinaus, nicht behaupten. Das Label Naxos hat nun sämtliche von seiner Meisterschülerin Marin Alsop, der künftigen Leiterin des Radio-Symphonieorchesters Wien, dirigierten Aufnahmen von Bernstein-Kompositionen aus dem eigenen Katalog in einer Box auf acht CDs veröffentlicht, ergänzt um ein dickes Beiheft und einen eindrucksvollen Film über den faszinierenden Ausnahmekünstler.

Charakteristisch für das gesamte Werk Bernsteins ist seine Vorliebe für durch Crescendi unterstützte Dramatik und für Synkopen. Die Beschäftigung mit dem Jazz hat selbst dort noch ihren Niederschlag gefunden, wo Bernstein eher die Spuren Mahlers, aber auch Strawinskys, Gershwins oder Coplands aufsucht. Das lebenslange Studium von Partituren hat den komponierenden Dirigenten zu einem Meister der effektvollen Instrumentierung gemacht.

Die Box enthält Bernsteins drei Symphonien. Alle drei operieren mit Mitteln, die zwar schon zuvor bekannt waren, aber nicht zum klassischen Bestand von Symphonien gehören: mit Gesangssolisten, Chören, einem Pianisten, einer Sprecherin. So nähert die Dominanz des Klaviers die Zweite aus vierzehn extrem kurzen Variationen und drei etwas längeren Sätzen bestehende Symphonie mit dem Titel „The Age of Anxiety“ dem Klavierkonzert an. Die Dritte Symphonie heißt „Kaddish“. In ihr kommt die große Claire Bloom als Rezitatorin hinzu. Diese Symphonie verweist zugleich auf Bernsteins Interesse an geistlicher Musik. Zwei Messen, sowie weitere religiöse Werke enthält die Box. Die eine, mehr als 100-minütige Messe, in der sich lateinische liturgische und neue englische Texte abwechseln und die den Gospelgesang der Afroamerikaner imitiert, ist für eine szenische Realisierung geschrieben.

Hinzu kommen die bekannteren „Chichester Psalms“, kleinere Stücke, Bearbeitungen von Musical—und Filmmelodien und, als Erstaufnahme, ein „Bernstein Geburtstagsbouquet“, das in witziger Weise Musik zitiert, die Bernstein im Lauf seines Lebens dirigiert oder komponiert hat. Im Film sieht man kurze Ausschnitte aus den legendären „Young People‘s Concerts“, die der vorbildliche Didaktiker für das Fernsehen produziert hat. © 2018 Faust Kultur



ouverture - Das Klassik-Blog, March 2018

Naxos ehrt Leonard Bernstein (1918 bis 1990). Das Label hat sich für den hundertsten Geburtstag des Komponisten und Dirigenten ein ganz besonderes Geschenk einfallen lassen: Es fasst die Bernstein-Einspielungen von Marin Alsop in einem Schuber zusammen.

Die Dirigentin, Jahrgang 1956, ist Bernstein ganz besonders verbunden. Diese enge Beziehung begann bereits in ihrer Kindheit, berichtet Alsop: „Seeing him conduct when I was only nine years old at a New York Philharmonic Young People's Concert convinced me that conducting was the only thing in the world that I want to do. That alone would have been enough of a gift; but then at the age of 31, he took me under his wing and imparted to me the heart and soul of the craft.“

Bernstein trug dazu bei, dass sich Marin Alsop als Dirigentin etablieren konnte. Das war seinerzeit ein Tabubruch. Man kann es sich heute kaum noch vorstellen, aber das Dirigentenpult war eine Männerbastion. Marin Alsop war die erste Frau überhaupt, die zur Chefdirigentin eines Klangkörpers von Weltrang berufen wurde. Sie war auch die erste Frau, die die Last Night of the Proms dirigierte.

Zur Musik ihres Mentors Leonard Bernstein hat Marin Alsop eine beson- ders enge Beziehung. So hat sie mit dem Baltimore Symphony Orchestra sämtliche Sinfonien des Komponisten eingespielt. Die Aufnahmen sind in dieser fabelhaften Box ebenso zu finden, wie Bernsteins ziemlich unkonventionelle Messen. Zu hören sind, neben bekannten Hits wie dem Mambo aus West Side Story oder der Ouverture zu Candide, auch etliche Raritäten, teilweise sogar in Weltersteinspielungen. Als Zugabe enthält die Box die preisgekrönte DVD-Dokumentation „Leonard Bernstein Larger than Life“ von Georg Wübbolt. © 2018 ouverture - Das Klassik-Blog







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